Rückblick: Ein Jahr Soundkartell

Ein Jahr Soundkartell: mittendrin und voll dabei!

Wolfgang Baustian lässt das Jahr Revue passieren und nennt hier seine persönlichen Highlights.

Ein Jahr Soundkartell: mittendrin und voll dabei

Ein Jahr Soundkartell: mittendrin und voll dabei

Auch ich wage nun einen persönlichen Rückblick aus das (fast) vergangene Jahr. Dabei muss ich als erstes feststellen, dass auch ein Musikblog wie das Soundkartell mit seinen Höhen und Tiefen zu kämpfen hat. Aber immerhin sind wir ja nun zu Dritt und konnten uns so immer wieder gegenseitig motivieren oder von der Energie des Anderen anstecken lassen. Das darüber hinaus auch so was wie eine kleine (aber feine) verschworene Gemeinschaft entstanden ist, ist eigentlich mit die Beste Belohnung für das kreative Schaffen in unseren kleinen Verbund. Aber die Musik scheint uns Alle zu einen und so stehen wir dem Jahr 2018 gespannt gegenüber.

Doch nun möchte ich das Jahr 2017 in einer Art Schnelldurchlauf passieren lassen und habe dabei die für mich herausragendsten Künstler mit ihren Alben, EP´s oder Singles in emsiger Arbeit herausgefiltert.

JANUAR

Gleich zu Beginn des Jahres habe ich die neue CD „Hybris“ (Link) von der französischen Band Yalta Club auf den Tisch bekommen, die mir den grauen Winter deutlich bunter gestaltet hat. So schrieb ich damals „Sollte jemand mal auf die Idee kommen, für den Begriff „Lebensfreude“ eine international gültige Übersetzung zu suchen, wäre YALTA CLUB ein wahrlich passabler Vorschlag. Denn kaum eine Band verinnerlicht so viel ungebremste Energie in ihr Schaffen wie die Wahl-Pariser.“ Bis heute kann mich das impulsive Album immer noch begeistern und später im Jahr hatte ich die Band sogar noch zum Interview getroffen: Interview

FEBRUAR

In diesem Monat war die Formation Drive Like Maria mit ihrer CD „Creator, Preserver, Destroyer“ meine Favoriten (Link). Absolut toller Rock aus den benachbarten Belgien sowie den Niederlanden. Bodenständig, direkt und mit richtig Feuer – also voll mein Ding. Mein Urteil damals: „Boah, hat das Spaß gemacht. Bin ich zwar was den Musikgeschmack angeht, recht vielfältig aufgestellt, aber tief in meiner Seele bin eben doch ein Rocker. So ist „Creator, Preserver, Destroyer“ von DRIVE LIKE MARIA ein wahrer Balsam für meine Seele. Wer auf guten melodiösen Gitarrenrock steht, kommt eigentlich nicht an diesem Album vorbei.

MÄRZ

Und hier bin ich mit meiner Kollegin Silke voll auf einer Linie, denn mit „Bones“ ist von Lea Porcelain (Link) die erste Auskopplung aus der kommenden CD „Hymns To The Night“ eine der absoluten Überraschungen des Jahres gelungen. Das Frankfurter Duo haben für mich die 80er mit ihrem New Wave-Electro-Mix auf beeindruckende Weise wiederbelebt: „Den Track gestartet, hat es mich einer Zeitreise gleich zurück in die 80er katapultiert. Es ist dieser melancholische, düstere Sound, untermalt von einem dichten Klangteppich mit sphärisch hinterlegten lang anhaltenden Gitarrenakkorden sowie epischen Synthies.“ Noch Fragen?

APRIL

Auch der April soll von Electro geprägt sein und ich möchte Euch nochmal das britische Duo Kingdom mit der EP „Dark Half“ in Erinnerung bringen (Link). Dazu der Einfachheit folgender Auszug aus der Rezension: „Weit ab von klischeehaften Vorstellungen haben Miles Baulch und Cameron Milne ihre zwei total unterschiedlichen Stile zusammengeworfen und haben als Ergebnis diese fünf impulsiven Tracks für die EP produziert. Ein Glücksfall für alle Electronica-Fans würde ich mal sagen, erscheint mir doch „Dark Half“ schon jetzt als eine der großen Überraschungen des Jahres.“ Also Freunde, nochmal Kingdom auf den Merkzettel setzen.

MAI

Den Wonnemonat hat die Dream-Pop-Künstlerin Hazel Englisch für sich gebucht. War gefühlt bereits der Sommer in den Startlöchern, konnte die Doppel-EP „Just Give In / Never Going Home“ einen tollen Vorgeschmack auf die warme Jahreszeit geben (Link). Ich dazu: „Denn gefühlt kommen mir die 11 Tracks der US-Amerikanerin wie ein endloser Spaziergang am Strand von Long Beach vor.„. Leute, was will man mehr? Okay, das der Sommer dann doch recht bescheiden ausgefallen ist, dafür konnte Hazel Englisch auch nichts.

JUNI

Den Juni durfte ich beim Soundkartell gleich mit einem Knaller starten, durften wir doch auch mit als erstes das neueste Video der Foo Fighters präsentieren (Link). Ich war im siebten Himmel und die Jungs um Dave Grohl donnerten mir als Rentner verkleidet ein „Run“ entgegen. Ich hatte es so auf den Punkt gebracht: „Und wenn die Foo Fighters etwas anpacken, dann wird das bestimmt auch nicht die Begleitmusik vom nächsten Bingo-Abend. Die … als „weltweit größte Exporteur von unverdünntem amerikanischen Stadion Rock“ angepriesenen US-Rocker können halt nicht anders, als mit „Run“ sicherlich einen der nächsten FF-Klassiker kreiert zu haben.„. Einfach nur geil!

JULI

Dem Juli gehört dem Album „Writing Letters“ von John Garner (Link). Hört sich erstmal nach einem Solo-Projekt aus USA an, sind aber Drei und kommen aus Augsburg. Die machen wirklich ziemlich lebendigen Folkrock, dessen Energie ich mich nicht entziehen konnte. Daher: „Überhaupt ist es natürlich hauptsächlich die Musik, feinster Folkrock, der so irre viel Energie mit einer gehörigen Prise irischer Lebensfreude präsentiert, dass man eigentlich bereits ab den ersten Tönen gar nicht mehr still sitzen mag.„. Jepp, so isses und so bleibt es!

AUGUST

Mit der Single „Chateau“ von Angus & Julia Stone (Link) hat das Soundkartell bewiesen, dass es durchaus auch Trendsetter bieten kann. Fand sich gerade dieser Hit schnell auf diversen Samplern sowie Playlists wieder. Aber ehrlich, die Scheibe hatte es auch echt verdient. Passend zu scheidenden Sommer: „Im Zusammenhang mit dem durch und durch romantischen Video, welches eine unbändige Lebenslust und Unbeschwertheit vermittelt, erscheint mir „Chateau“ gleichermaßen frisch wie melancholisch.„.

SEPTEMBER

Im September haben wir zwar auch das neue Foo Fighters Album am Start gehabt, aber den Vorzug hat hier Kasabian mit ihrer Single „Ill Ray (The King)“ samt Video bekommen (Link). Und das wahrlich nicht zu unrecht. Geht bereits der Song gut nach Vorne, haut allerdings das Video alles raus: „Und allein das Musikvideo hat es wirklich in sich. Hier trifft schräger Humor auf echt gutem Britrock.„. Glaubt Ihr nicht? Dann schaut selbst:

OKTOBER

Hier mal wieder eine echte Überraschung. Denn hinter dem weltweit erfolgreichen Soundtüftler SAINT WKND mit seiner Single „Survive“ (Link) steckt letztlich Max Seethaler aus der Kreisstadt Erding in Oberbayern. Bei uns noch total unbekannt, ist er im Ausland bereits ein recht bekannte Größe. „Hat Max Seethaler aka Saint WKND einst seine Karriere im Kinderzimmer gestartet, wo er seine ersten Remixes zusammengebastelt und bei Soundcloud und Youtube online gestellt hatte, gingen die Tracks dort schnell durch die Decke und es gab immer mehr anfragen zu seiner Musik. Dann erste kleine Gigs, bis Größere folgten … eigenes Label … erstes Album …„. Hier der musikalische Beweis:

NOVEMBER

Habe ich bereits einen gewissen Hang zum Elektronischen und insbesondere zu Depeche Mode bzw. Dave Grahan, kam ich nicht an dem Debütalbum „Cryosleep“ von Null+Void (Link) vorbei. Warum? Weil Null+Void bzw. Kurt Uenela als Produzent nicht nur Depeche Mode schreibt, sondern auch gleich noch Dave Grahan für den Song „Where I Wait“ aus dem Album gewinnen konnte. Doch auf dem Album gibt es noch weitere Gastsänger zu bestaunen. Insgesamt ein verdammt starkes Album. Kein weiterer Kommentar!

DEZEMBER

Beendet wird das Jahr von mir mit der Indie-Pop-Rock-Entdeckung FAMP aus Wien, die mit gerade einmal drei Songs auf ihrer EP „TIDE“ (Link) anscheinend eine Rakete gestartet haben. Letztlich stimmt aber auch alles: Musik, Ausstrahlung und vor allem das Video zu „Running Over Water“. Ich ganz enthusiastisch: „Diese drei Titel scheinen wie aus einem Guss, als ob sie niemals anders sein sollten. Fällt es mir grundsätzlich schwer, von Perfekt zu reden, kommen die Songs aus „TIDE“ trotzdem dem verdammt nahe. Das ist natürlich erstmal unabhängig von einem Musikgeschmack, sondern einzig dem Spirit geschuldet, den ein Song wie „Running Over Water“ inne hat.„.

So, das wars. Ich hoffe Ihr hattet so viel Spass wie ich gehabt und ich freue mich, wenn wir uns auch in 2018 hier beim Soundkartell wieder treffen. Stay tuned!

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