New Found Land

New Found Land „Lore“ Albumreview

New Found Land Albumreview "Lore"

New Found Land Albumreview „Lore“

Anna Roxenholt aus Schweden hat als New Found Land vor vier Wochen ihr neues Album rausgebracht. Endlich hatte ich mal Zeit ausgiebig reinzuhören.

Ohne Zweifel „Lore“ ist ein schönes Album. Es ist ein wirklich super schönes elektronisches Pop-Album. Da hat New Found Land ganze Arbeit geleistet. Es immerhin schon das vierte Album der mittlerweile in Berlin lebenden Schwedin Anna Roxenholt. Für die neue Platte hat sie sich ein wenig umorientiert. Sowohl thematisch wie auch musikalisch ist „Lore“ eine Weiterentwicklung.

Die Schwedin driftet eher mehr ins Elektronische ab und hat sich ein wenig von dem vollkommenen Pop-Element abgewendet. Wobei sie dem Pop jetzt auch nicht vollkommen den Rücken gekehrt hat. New Found Land hat sich mehr Zeit genommen und sich auch mehr mit Themen auseinandergesetzt, mit denen sie nicht vertraut war. Mythen und sonderbare Geschichten waren für sie Inspiration und da geht es dann auch gerne mal um einen ketzerischen schwedischen Liebeszauber.

Es geht aber auch um europäische Feuerrituale oder ägyptische Flüche bis hin zu Pythia, der weissagenden Priesterin des Orakels von Delphi, Namensgeberin des Album-Openers. 

Eine wirklich umwerfende Nummer, die gleich zu Beginn klar macht wohin die Reise gehen soll. Vor uns steht eine Pop-Musikerin, die mit einer Fülle an Sounds, Beats, Synthesizern, ihrer Stimme und auch einer grandiosen Abwechslung auf ihrer Platte voll und ganz überzeugt.

Manchmal dringt das weibliche Pop-Element wie in „Swedish Liquorice“ dann aber doch noch durch. Sie klingt nicht nach einer krassen Newcomerin, sondern sehr erwachsen, erfahren und druckvoll. Ein bisschen fad wird mir allerdings bei der Nummer „Ordinary Love“, der leider belanglos und durchschnittlich klingt.

Danach nimmt sie mit „Late Blooming Dancer“ wieder etwas Fahrt auf, bleibt aber voll und ganz auf der elektronischen Schiene. Dafür steht hier auch wieder ihr Gesang im Fokus. Der ist durchgehend stark. Nur komme ich ab und an mit den Synthesizern und den auf mich etwas hohlen elektronischen Beats nicht klar. Das ist halt scheinbar modern.

Abschließend lässt sich sagen, dass New Found Land mit ihrem vierten Album einen weiteren folgerichtigen Schritt geht. Mehr Elektronik, weniger Pop-Ballast. Das mag der eine oder andere gut finden. Aber sie darf sich auch nicht beschweren, wenn sie damit auch ein paar Hörer verliert. Manchmal wäre etwas mehr Pop angebracht. „Chateau“ ist aktuell immer noch mit Abstand der stärkste Track auf dem Album.

Das Soundkartell präsentiert New Found Land auf Tour durch Deutschland.

✪✪✪ (3 aus 5)

 

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