Hamburger Gesichter – Sören Warkentin

Nach einem halben Jahr mussten sie da wieder raus und haben dann zum Glück die aktuelle Location gefunden. Aber auch da war es so und eigentlich unmöglich: Zwei Wochen vor dem Reeperbahn Festival musste eine Bühne her. In 4 Tagen haben auf dieser improvisierten Bühne 25 Bands gespielt. Ein Kraftakt.

Am meisten geprägt hat ihn die Erfahrung, dass es so eine wahnsinnig große und innige Freundschaft unter den Leuten, die dort arbeiten und denen, die dorthin gehen, gibt. Der generelle Solidaritätsgedanke zwischen den Menschen habe ihn stark beeindruckt und geprägt. Das Weitermachen, obwohl man oft Null Planungssicherheit hat.

Nach sieben Jahren Molotow wurde es für ihn vor zwei Jahren, 2014 also, auch Zeit sich zu verewigen. Ganz konkret: In der Molotow-Bar gibt es eine Bühne und genau hier hat er sich verewigt. Zusammen mit Nico Thiel hat er die Bühne gebaut und seine Initialen eingeritzt. Das reicht ihm auch schon. Aber auch so hat er eh seine Fingerabdrücke in jede Ritze des Clubs gedrückt.

„Ich werde dem Molotow immer treu sein.“

Eine Zukunft im Molotow kann er sich sehr gut vorstellen. Auch wenn das mit den Kollegen noch nicht abgesprochen ist. Entweder ist er dann eben gut zahlender Gast oder er steht auf der anderen Seite des Tresens. Aktuell fehlt ihm aber ganz schlichtweg die Zeit auch außerhalb des Molotows mal zu einem Konzert zu gehen. Ganz zu schweigen, sich das als Student leisten zu können.

Hamburger Gesichter - Sören Warkentin wird sicher kein Sozialökonom mehr; Fotocredit: Sarah Buth

Hamburger Gesichter – Sören Warkentin wird sicher kein Sozialökonom mehr; Fotocredit: Sarah Buth

Sören ist ein unglaublich charismatischer und sympathischer Hamburger. Seit er denken kann ist er in der Szene unterwegs und hört Live-Musik. Das ist sein Lebensmittelpunkt.

„Grundsätzlich wird jeder sagen, der in einem Club in Hamburg arbeitet, früher war alles besser. In Teilen ist das bestimmt auch berechtigt, weil ich auch das Gefühl habe, dass die Leute nicht mehr bereit sind, Geld für Kultur auszugeben.“

Es ist aber auf der anderen Seite so, dass man mit dem was man hat, arbeiten muss. Es bringt nichts rumzuheulen. Und deswegen gilt für ihn: Man muss immer Angebote schaffen. Sören ist für sein Alter schon unglaublich weit, wenn ich das so sagen darf. Er ist mit der Szene und mit dem Molotow gewachsen, reifer geworden.

„Ich glaube, ich leiste einen kleinen Anteil, dass viele Leute am Wochenende neue, sehr talentierte Bands kennenlernen. Und das tut der Stadt Hamburg glaube ich gut.“

Er hat sozusagen von der Pike auf gelernt, worum es in der Kulturszene geht. Was Hamburg fehlt, worüber man aber trotzdem dankbar sein sollte und wie es weiter gehen kann. Er verharrt nicht darin, darüber zu motzen. Es gilt die Sache besser zu machen. Und auch wenn es scheint, dass es nicht weitergehen kann, meint Sören immer einen Weg zu finden. Alleine geht das natürlich nicht.

Gitarrenmusik wird für ihn nie aussterben. Alles hat so gesehen seine Berechtigung. Auch die Elbphilarmonie. Obschon wir natürlich nicht die kleinen Clubs vergessen sollten. Die machen die Szene nämlich aus. Das Molotow würde es ohne die Förderung der Stadt nicht geben. Dessen ist sich Sören bewusst. Trotzdem ist derzeit vieles in der Schwebe. Sein Studium möchte er endlich fertig bringen. Sozialökonom wird dann aber wohl trotzdem nicht. Das Molotow hat ihn. Wer jemanden wie Sören in seinen Reihen hat, darf sich glücklich schätzen. Ein junger Mann, der sich engagiert, weiß wie die Szene tickt, Musik macht. Sören ist am Ende auch jemand, der sehr zufrieden wirkt.

Live-Musik ist und bleibt sein Lebensmittelpunkt. Musik verbindet Menschen und auch wenn er hier auch ein Stück weit ein Träumer und Romantiker ist, glaubt er, dass Musik viel bewegen kann.

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