Album: REMOTE BONDAGE „Good Girl“
Albumreview REMOTE BONDAGE Debüt „Good Girl“
Mit „GOOD GIRL“ liefern Remote Bondage ein Debüt ab, das sich nicht lange vorstellt – sondern direkt losschreit. Und zwar in alle Richtungen gleichzeitig. Schon der Opener „GOOD GIRL (go to hell)“ setzt den Ton: ein Befreiungsschlag gegen internalisierte Erwartungen, gegen Rollenbilder, gegen das „brave Mädchen“ im Kopf. Musikalisch treffen hier Indie-Rock-Gitarren auf poppige Hooks und eine Punk-Attitüde, die weniger nach Aggression als nach kollektiver Katharsis klingt.
Was „GOOD GIRL“ besonders macht, ist diese ständige Bewegung zwischen Gegensätzen. Da ist Wut, aber sie glitzert. Da ist Chaos, aber es ist durchchoreografiert. Die drei Stimmen der Band greifen ineinander, treiben sich gegenseitig an und verleihen den Songs eine fast theatralische Dynamik – nicht zuletzt durch Einflüsse aus Musical und Oper, die immer wieder durchblitzen. Inhaltlich geht es dabei um alles, was ein feministisches Pop-Manifest heute verhandeln muss: Körper, Beziehungen, gesellschaftliche Erwartungen, Selbstbestimmung. Songs wie „Ode an die Periode“ oder „FCK ALLES UND NICHTS“ sind dabei bewusst direkt, manchmal überzeichnet, aber genau darin liegt ihre Wirkung. Remote Bondage setzen nicht auf subtile Andeutung, sondern auf klare Bilder – oft mit einem Augenzwinkern, das verhindert, dass es je zu schwer wird.
Gleichzeitig gibt es auch diese leichten, fast beiläufigen Momente. „ich hab dich so lieb“ wirkt wie ein Gegenpol zum Rest: verspielt, euphorisch, nahbar. Es sind genau diese Brüche, die das Album zusammenhalten. Zwischen Moshpit und Melancholie, zwischen WG-Alltag und großen Fragen nach Identität entsteht ein Sound, der sich nie festlegen lässt. Musikalisch bleibt „GOOD GIRL“ dabei erstaunlich zugänglich. Trotz aller Haltung sind die Songs eingängig, tanzbar und live gedacht – was angesichts der bisherigen Bühnenpräsenz der Band kaum überrascht.
Good Girls Go to Hell’ – Tour 2026
20.04. Leipzig – Moritzbastei
21.04. Regensburg – Alte Mälzerei
22.04. Chemnitz – Weltecho
23.04. Bochum – Die Trompete
25.04. Koblenz – Circus Maximus
26.04. Köln – Helios 37
04.05. Hannover – Lux Club Linden
05.05. Hamburg – Betty
07.05. Nürnberg – Club Stereo
08.05. München – Milla
09.05. A-Wien – Chelsea
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