Lily Kershaw – Arcadia

Lily Kershaw Debütalbum „Arcadia“

Lily Kershaw Debütalbum "Arcadia" Rezension; Fotocredit: Lindsey Byrnes

Lily Kershaw Debütalbum „Arcadia“ Rezension; Fotocredit: Lindsey Byrnes

Musikredakteurin Silke Knauer hat sich das Debütalbum von Singer-/Songwriterin Lily Kershaw angehört und sagt: „Mit einer zuckersüßen Stimme und einem sensitiven Musikgefühl lässt uns Singer-/Songwriterin Lily Kershaw in 11 Liedern an ihrem Leben, ihrem Weltbild und ihrem Musikverständnis teilhaben. Jeder dieser Songs ist mein neues Lieblingslied geworden!“

Mit dem ersten Lied „Unrequited Night“ auf dem kommenden Album „Arcadia“ (VÖ 15.11.2019) ersang sich Lily sofort meine Aufmerksamkeit. Ein sanftes Keyboard begleitet eine sofort auffällige prägnante Stimme und ich wusste nicht, welchen Spannungsbogen ich verfolge. Es könnte langsam bleiben, es könnte sich mehr Elektro einmischen, verschiedene Instrumente könnten einsetzen. Ich war gleich bei der Sache und war letztendlich froh, dass das Lied so blieb, wie es war und war gespannt auf die folgenden Songs.

Nach ein/zwei weiteren Liedern war ich mir sicher: Das ist mein neues Lieblingslied! und so ging es einige Songs weiter. Bei jedem war ich mir sicher, diesen hebe ich in meiner Rezension besonders hervor. Also liebe Leser, diese Rezension wird alle Songs als den besten hervorheben, ich kann es nicht ändern. Ich bin gar kein großer Freund von Frauenstimmen, das muss ich leider zugeben. Aber natürlich gibt es auf meiner Liste auch viele Damen, die einfach grandios singen können und die ich mir immer gerne anhöre. Als erstes kam mir jedoch vom Feeling Birdie in den Sinn. Etwas außergewöhnlich Schönes, welchem man zuhören möchte und es festhalten möchte. Ich habe noch nie jemanden so wunderschön in einem Damen-Waschraum singen hören wie Lily Kershaw – zu sehen auf ihrem Facebook-Account mit dem neuen Song „Now & Then“.

Das Album „Arcadia“ kannst du dir hier herunterladen!

Die 28-jährige Lily Kershaw lebt in Los Angeles macht schon so lange Musik, wie sie denken kann. Ihr Debütalbum „Midnight in the garden“ ist bereits 2013 erschienen. Schon damals hätte man dieser reifen und facettenreichen Stimme nicht einer so jungen Frau zugeordnet. Trotz ihrer langen Musikerfahrung musste sie lernen, sich und ihrem Bauchgefühl zu vertrauen und die Musik anzunehmen, die aus ihr eigentlich nur so raus sprudelt. Sie ist eine zwanghafte Songschreiberin und hat sich nun endlich gemeinsam mit ihrem Produzenten Ben Cooper getraut, sich und ihrer Musik zu vertrauen und hat ein feinfühliges, persönliches Album produziert. Es ist eine reine Singer/Songwriter-Produktion mit reduzierter Musik, die aber auf jeden einzelnen Song perfekt abgestimmt ist. Da ich Orgeln sehr liebe, und hier in dem Lied „Parallel Lives“ darauf stieß gepaart mit intelligenten Texten („Well our worlds didn’t collide, we lived parallel lives, would you notice me walking on the street…“), und klarer Stimme, war mir klar, dass ich darüber schreiben muss. Aber nun genug Lob…. Nein, ich kann nur weiter loben und anpreisen.

Das Lied „Fears become wishes“ fällt ein wenig aus dem Rahmen. Eine Spieluhr taktet das Lied ein, Lilys Gesang ist nah am Mikro, das Lied trägt sich düster voran und baut einen ganz eigenen düsteren Bogen auf, der durch das einsetzen der Orgel an Mystik gewinnt und mit 2:16 Minuten ein kurzes Zwischenspiel gibt . Es schließt sich der Song „Myth of New York“ an, der gar romantisch daher kommt und eine schöne Geschichte über die Liebe und eine Stadt erzählt „Meet me in New York and the world falls apart, meet me in Times Square and there’s nothing left there…“ Die Lieder sind unterschiedlich in Gesang und Ausdruck, angepasst an Gefühle und Stimmungen der Geschichten: sanft bei der Liebe, mystisch bei unangenehmen Themen und leicht tragend bei auffordernden Erinnerungen und Gefühlen.

Lily beschäftigt sich mit dem Leben, mit den Entwicklungsphasen des Lebens und der Liebe, mit sich verändernden Ansichten und dem Erwachsen werden. Jeder kann sich in ihren Texten wiederfinden. Sie sind authentisch und entspannt, ihre Stimme berührt und erweckt Aufmerksamkeit. Begleitet von Keyboard, Piano, Cello oder Orgel ist es ein Album, welches man einfach durchhört und nicht merkt, dass es schon das zweite oder dritte Mal in Repeat läuft.

Schade ist, dass das Album nur 36 Minuten beträgt. Lily Kershaw hat ein sehr intimes und ruhiges Album geschrieben und man merkt in jedem Song, wie wichtig er ihr ist, wie fein abgestimmt das Arrangement ist. Ich muss jedem die Illusion nehmen hier perfekte Tanzmusik zu hören oder Partymusik. Es ist so intime Musik, dass ich sie nicht teilen möchte. Sie wandert zart zwischen Leichtigkeit, Schwermut, Gedanken versunkenem Träumen und einer besonderen Art der Wachheit, dass sie die persönlichen Gefühle des Hörers trifft. Ihre Musik bereichert einen, wenn man es zulässt und wahrscheinlich erschließt sich meine Einschätzung auch nicht jedem, aber ich finde einen ganz persönlichen Zugang zu diesem Album.

Lily Kershaws Tour läuft zur Zeit leider nur in Amerika, schwappt aber langsam nach Europa rüber. Paris und London stehen schon auf dem Programm und ich hoffe wir müssen nicht mehr lange auf Daten in Deutschland warten.

 

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