Interview: BRUCKNER

Interview mit BRUCKNER – „Es klingt besonders, wenn wir zusammen singen.“

Am 04. März kommen BRUCKNER nach Hamburg in den Mojo Club Jazz Café, Zeit also um den beiden einige Fragen zum Projekt zu stellen.

Jakob Bruckner war für mich lange Zeit einer der Songwriter-Talente aus dem Freistaat Bayern. Wenn es darum ging einen aufzuzählen, der den Sprung wirklich schaffen könnte, dann war er es. Jetzt heißt das Projekt BRUCKNER und geändert hat sich eigentlich nichts. Außer, dass wir es jetzt mit einem noch versierteren Duo zu tun bekommen, das es jetzt ernst meint. Und zwar sehr. Der Durchbruch soll klappen und alle Weichen wurden dementsprechend gestellt. Auch, wenn sie jetzt kein mega großes Label im Rücken haben, könnte der Plan aufgehen. Jetzt sind sie am dem 01. März in ganz Deutschland unterwegs und machen natürlich Halt in Hamburg. Da die Hamburger mit Musik aus Bayern immer ein kleines Problem haben und die Musik sogar immer ein bisschen abschätzig abtun, haben wir die beiden zum Interview gebeten. Um Euch den Abend am 04. März im Jazz Café schmackhaft zu machen. Aber lest selbst:

Wie schwer war die Verschmelzung von Jakob Bruckner als Soloprojekt jetzt hin zum neuen Duo BRUCKNER?

„Eigentlich hat sich nicht viel geändert. Mein Bruder Matti ist über einen sehr langen Zeitraum einfach ein unersetzlicher Aspekt der Musik und des ganzen Unternehmens geworden. Ich habe seit 4 Jahren kein Konzert ohne Matti gespielt, er hat mir oft Zweifel genommen und sehr viel Energie in unsere Sache investiert. Es war ein notwendiger Schritt, es fühlt sich nun alles natürlicher an. An der Musik hat sich nicht viel geändert. Ich schreibe nach wie vor die Songs und Matti steuert in der Interpretation seine Ideen dazu bei!“

„Dass wir Deutschen immer noch so ein Problem mit Gefühlen haben, verstehe ich nicht.“

Jakob, du wurdest und wirst schon seit geraumer Zeit als einer DER besten Poptalente aus dem Freistaat bezeichnet. Wie viel Druck lag letztlich doch auf deinem eigenen Projekt und inwiefern ist jetzt BRUCKNER das perfekte Ventil dafür?

„Das ist sehr nett, war mir aber gar nicht so bewusst. So wie ich das empfinde, brodelt es sehr in der bayerischen Musikszene. Aber es mag sein, dass wir eine der wenigen sind, die sich im weitesten Sinne „Deutschpop“ widmen. Tatsächlich ist es so, dass kein Druck von außen jemals so groß war, wie der Druck, den wir uns selber machen. Wir haben jetzt sehr lange Musik im DIY-Stil gemacht und veröffentlicht. Wir vergleichen uns aber immer mit Künstlern, die mit großen Netzwerken, Label, Management und Booking arbeiten. Das kann schon wirklich sehr frustrierend sein. Deswegen ist für uns jetzt der Zeitpunkt gekommen, an dem wir uns an Partner binden müssen, um das Ganze auf die nächste Stufe zu hieven.“

BRUCKNER am 04. März live in Hamburg

BRUCKNER am 04. März live in Hamburg

Ist es dann nicht ohnehin deutlich leichter neu anzufangen, wenn jetzt wie mit Matti ein Stück Familie mit zum Projekt gehört? 



„Die Familie schwingt bei uns in der Musik schon immer sehr mit. Bei so einem großen Klan passiert immer etwas Inspirierendes, das den Weg in unsere Musik findet. Außerdem denke ich, dass Matti und ich, dadurch, dass wir immer eine sehr enge Beziehung hatten, uns auch musikalisch sehr gut verstehen. Wir haben uns immer über Einflüsse ausgetauscht, fanden meistens die gleichen Sachen gut und so sind wir quasi in unserer eigenen musikalischen Enklave großgeworden. Hinzu kommt, dass wir sehr ähnliche Stimmen haben. Uns wurde schon oft gesagt, dass es besonders klingt, wenn wir zusammen singen.“

Wie schwer ist für Euch die Balance zwischen Kitsch und wirklich schöner Romantik in Euren Songs?

„Das Problem ist, dass es einfach eine sehr subjektive Angelegenheit ist, was man als Kitsch und was als romantisch empfindet. Ich bin auf jeden Fall eher auf der sensiblen Seite des Lebens großgeworden und bin daher ein großer Fan von großen Gefühlsbekundungen. Natürlich können die total oder eher weniger bewegend, mehr oder weniger eloquent sein, aber am Ende ist es doch immer eine Frage der Authentizität. Wenn es ehrlich ist, ist es auch meistens gut. Da darf ruhig mal direkt gesagt werden, um was es geht, ohne Shakespear’sche Wortlandschaften zu erschaffen. Ich gebe mein Bestes meine Geschichten so ehrlich wie möglich zu erzählen, und hoffe, dass man das am Ende hört.“

Am 04. März spielt ihr in Hamburg im Mojo Jazz Café. Warum wird der Konzertabend mehr als nur der perfekte Pärchenabend?

„Dass wir Deutschen immer noch so ein Problem mit Gefühlen haben, verstehe ich nicht… Wir erheben Amerikaner in den Musikhimmel deren Hit-Alben eine einzige Breakup-Ballade sind, zucken aber zusammen, sobald das Wort „love“ mal in der eigenen Sprache auftaucht. Ist unser Englisch zu schlecht, oder sind wir einfach viel zu verklemmt? Ich glaube ja beides… Ich freue mich jedenfalls sehr darauf, dass wir endlich diese emotionale Emanzipation vollziehen und Musiker in meinem Genre als solche erkannt werden und nicht automatisch mit einer Exklusivität für frisch Verliebte bedacht werden.“

Wie vielfältig wird der Abend? Jakob allein am Klavier? Mit kleiner Bandbesetzung? Wie breit ist das Repertoire für den Abend?

„Wer unsere Songs kennt, weiß in wie viele Richtungen sie ausschlagen. Wir haben noch einen dritten Musiker dabei, der uns die Rhythmusgruppe abnimmt damit Matti und ich die Füße frei haben und auch ein bisschen tanzen können. Von laut bis leise ist also alles dabei!“

Von den Live-Qualitäten kann man sich auch hier mit dem Video überzeugen oder hier alle Infos zum Gig bekommen!

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