We Invented Paris Catastrophe

Schweizer Retro-Pop mit Aussagekraft – „Catastrophe von We Invented Paris

We Invented Paris "Catastrophe" Rezension - Fotocredit: Karine & Oliver

We Invented Paris „Catastrophe“ Rezension – Fotocredit: Karine & Oliver

Das Soundkartell startet den Thementag mit We Invented Paris mit ihrem neuen Album. Wolfgang hat ganz genau hingehört.

We Invented Paris hat wieder zugeschlagen und bringt ihr drittes Album „Catastrophe“ auf den Markt. Dabei sind es mehrere Dinge, welches die Band aus der Schweiz so interessant macht. Zum einen, das es sich um ein Musik-Kollektiv handelt. Zum anderen, dass Flavian Graber und seine Mannen es sich zur Aufgabe gemacht haben, nur alle drei Jahre eine neue Scheibe zu produzieren. Als ob das noch nicht genug Allleinstellungsmerkmale sind, kommt dazu noch eine ganz besondere Wandelbarkeit dazu.

Konnte 2011 das gleichnamige Debüt-Album noch eher als frohlockender Folk-Rock durchgehen, wurde man bereits 2014 mit dem Album „Rocket Spaceship Thing“ mit viel melancholischen Indie-Rock überrascht. Nun kommt „Catastrophe“ ums Eck und kann wieder einmal mit einem kompletten Stilwandel verblüffen.

Denn die 13 neuen Tracks kommen recht elektronisch daher und zelebrieren einen Sound, der sich stark an Elementen der 80er Jahre orientiert. Somit ist die Akustik-Gitarre der Keytar gewichen und statt Singer/Songwriter-Habitus gibt es nun retro-elektronische Popmusik vom Feinsten. Das sich We Invented Paris dabei absolut stilsicher bewegen, wird einem zum Beispiel bei „Storm“ bewußt, welches auch locker bei „Formel Eins“ mit Peter Illmann hätte laufen können.

We Invented Paris "Catastrophe" Rezension - Fotocredit: Karine & Oliver

We Invented Paris „Catastrophe“ Rezension – Fotocredit: Karine & Oliver

Für mich als Kind der 80er ist das schon eine kleine Zeitreise und gleichzeitig eine Hommage für eine Epoche, die musikalisch noch echte Innovationen bieten konnte. Aber „Catastrophe“ möchte nicht nur ein Stück Retro-Musik sein, sondern durchaus eine Message haben. Selbstbewusst mahnt Flavian Graber mit seinen Songs das globale Desaster und die allgemeine Passivität an. Doch anstatt dabei den Zeigefinger zu heben oder vollends zu resignieren, unterstreicht er das Positive am Leben, die Hoffnung und die Magie menschlicher Beziehungen.

Herausgekommen ist ein Album, dass mitreißen möchte. Hier wird Musik gemacht, die durchgängig zum Aufstehen animiert, sich zu bewegen um selbst etwas zu bewegen. Womit wir wieder bei einem meiner liebsten Themen sind: das Musik eben doch etwas bewegen und bewirken kann. Allerdings ohne Phrasen oder dogmatische Inhalte. Somit vermitteln We Invented Paris mit ihrem neuesten Werk gleich zweierlei Dinge: Spaß und Verantwortung.

Apropos Spaß – also Track 10 „Touriste“ ist trotz der Fremdsprache sowas von NDW, dass ich beim hören spontan einen Lachanfall bekommen habe. Und das Ihr Lieben, ist mir bei einem Musikstück wirklich noch nie passiert.

Übrigens: wer noch mehr über die Arbeit eines Musik-Kollektivs erfahren möchte, wieviel Aussagekraft Musik haben kann und was wir vielleicht in drei Jahren von We Invented Paris zu hören bekommen, sollte unbedingt noch das Interview mit den Schweizern heute nachmittag exklusiv beim Soundkartell lesen!

We Invented Paris Live:

05.10.2017 in Stuttgart – Keller Klub
06.10.2017 in Heidelberg – Halle02
07.10.2017 in Köln – Luxor
11.10.2017 in München – Kranshalle
12.10.2017 in Erlangen – E-Werk
13.10.2017 in Hannover – Pavillon
14.10.2017 in Dresden – Groovestation
19.10.2017 in Berlin – Lido
20.10.2017 in Hamburg – Nochtspeicher
21.10.2017 in Oldenburg – Amadeus
03.11.2017 in Basel (CH) – Soca Plattentaufe
15.11.2017 in Zürich (CH) – Hafenkneipe
16.11.2017 in Bern (CH) – Roessli
15.3.2018 in Graz (AT) – Orpheum

 

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