Über homogene Maschinen und Liebe: Disco Love Machine aus Berlin

Über homogene Maschinen und Liebe: Disco Love Machine aus Berlin

Aus Berlin: Disco Love Machine; Credit: Jaro Suffner

Aus Berlin: Disco Love Machine; Credit: Jaro Suffner

Wir möchten euch heute eine besondere Neuvorstellung aus Berlin näherbringen. Disco Love Machine heißen sie und wir vom Soundkartell stellen euch ihr Album vor.

Am 17. Februar 2014 erblickte die aktuelle Single “Mono” das Licht der Welt und die Berliner Band Disco Love Machine legte ihrem Langspieler ein wahrlich tolles Video zum Titel nach. Visuell und musikalisch ist das ein Glanzstück und zeigt uns, dass es sie immer noch gibt, die unbekannten, zu unrecht ungehörten und bis dato ungesehenen Entdeckungen.

Disco Love Machine. Das erzeugt bei erstmaligem Hören Assoziationen. Disco. Das führt uns zurück in die 80er oder 90er Jahre. In die Urzeiten des Disco-Zeitalters. Heute ist das in gewisser Weise verflogen. Existiert nicht mehr. Love. Ein altbewährtes Mittel. Die Liebe. Darüber zu singen und zu texten ist nichts Neues im Kosmos des Musikbusiness. Das Rad zu erfinden gar ein schwieriges Unterfangen. Ja und dann wäre da noch der Begriff der Machine. Auf Deutsch: Maschine oder vielleicht auch Roboter.
Übertragbar auf unsere Arbeits- und Alltagswelt. Das ständige Funktionieren in allen Lebenslagen. Fehler sind nur selten erlaubt und deshalb müssen wir immer mehr mit ansehen, wie uns Maschinen doch weiter ersetzen.

Genug der Interpretation. Disco Love Machine, das ist ein Berliner Trio, bei denen laute Gitarrenwände und Pop noch unter einem Gewand nach Wärme suchen. Diese erzeugen sie in ihren neun Titel, keine Frage. Sie verbinden dabei einen lethargisch klingenden Gesang, ab und an wabernde Synthies und Gitarren, die wir sonst aus dem Bereich des Progressive-Rocks oder des Alternatives gewohnt sind.

Aus Berlin: Disco Love Machine; Credit: Jaro Suffner

Aus Berlin: Disco Love Machine; Credit: Jaro Suffner

Unter den Titeln finden sich sogar Verbindungen zu ihrem Bandnamen. “Lovemachine” scheint eine übertragene Kombination zu sein. Trotz der maschinellen Gitarren und der so in gewissen Momenten skurril wirkenden Melodieverläufen kreieren Disco Love Machine dort Titel, aus denen jeder einzelne Baustein herauszuhören ist. Liebevoll und mit einem großen Hang Liebe zum Detail wurden Songs wie “About Love” arrangiert. Gerade der Opener der Platte ist eine Steilvorlage und ein Paradebeispiel mit welch großen Enthusiasmus die Band hier agiert.

Es ist schon erstaunlich wie vielfältig und überraschend anders die Berliner klingen, so scheint ihre Instrumentierung durch drei junger Männer auf den ersten Blick doch limitiert zu sein. Doch das genaue Gegenteil ist der Fall. Es ist wundervoll mitanzuhören wie teils ganz klar strukturierte Songs sich in Gitarrenläufen verlieren und doch wieder auf den eingeschlagenen Weg zurückfinden. Zudem scheinen wir uns kaum an ein Album erinnern zu können, das so homogen daher kam. Wie aus einem Guss haben sie die Titel angeordnet und dazwischen passt so gut wie kein Blatt Papier.
Harmonie. Schlichtheit und der trügerische Blick auf die Technik. Das sind Eindrücke die zurückbleiben.

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