The Liberty Balance

The Liberty Balance „Paper Mill“ Rezension

The Liberty Balance "Paper Mill" Rezension von Eddie Vollgas; Fotocredit: Emanuele Maniscalco

The Liberty Balance „Paper Mill“ Rezension von Eddie Vollgas; Fotocredit: Emanuele Maniscalco

Eddie Vollgas hat sich von The Liberty Balance ins neue Album „Paper Mill“ reingehört.

Damn, this is a hit! Oder auf gut Deutsch: Verdammte Axt, wenn das Ding nicht einschlägt …

So, nachdem ich sprichwörtlich mal mit der Tür in´s Haus gefallen bin, könnte ich mich nun wieder dem eher standardisierten Programm zuwenden. Geht aber nicht, weil ich bei der neuen Scheibe von LIBERTY BALANCE kaum über den ersten Track hinauskomme. Jawohl, „Would That Make You Dance“ ist einfach der Hammer. Der Song hat mich total geflasht und will einfach nicht mehr aus meinem Ohr.

Was haben die Jungs aus Kopenhagen da bloss mit mir angestellt? Jetzt könnte man sich die Sache natürlich ganz einfach machen und sagen: „Hey, die find ich gut. Echt nicht schlecht die Boys“. Aber da ist noch was anderes, für mich schon eher etwas mystisches, was mich förmlich am Lautsprecher kleben lässt.

Denn wer genau hinhört, wird vielleicht ebenfalls dieses Credo der Stimmlage von Mike Højgaard auffallen. Denn merkwürdigerweise erinnert mich genau diese an eine Mischung aus den im diesen Jahr verstorbenen David Bowie sowie Leonard Cohen. Verrückt? Mag sein – aber nicht wirklich von der Hand zu weisen. Das soll jetzt aber nicht alles sein, worauf man die Musik von LIBERTY BALANCE reduzieren möchte.

Denn das würde ihrem dritten Longplayer wahrlich nicht gerecht werden. Interessanterweise bekam THE LIBERTY BALANCE über einen Sampler Starthilfe, der vom Musikalischen her, so gar nicht zu den Dänen passte. Denn viel Beachtung bekamen sie über eine Sammlung mit Remixes, wo sie zusammen mit Moby, Tina Dico sowie dem von mir sehr geschätzten Tricky auf einer CD vereint worden sind.

Doch nach 2009 (The Liberty Balance) und 2014 (Diamonds We Trade) geht nun „Paper Mill“ an den Start. Und war bereits „Diamonds We Trade“ ein beachtliche Steigerung in vielerlei Hinsicht, haben es THE LIBERTY BALANCE mit „Paper Mill“ locker topen können. Toll zu erleben, welche Entwicklung eine Band nehmen kann, und dass vor allem im positiven Sinne.

The Liberty Balance "Paper Mill" Rezension von Eddie Vollgas; Fotocredit: Emanuele Maniscalco

The Liberty Balance „Paper Mill“ Rezension von Eddie Vollgas; Fotocredit: Emanuele Maniscalco

So wird man in „Paper Mill“ gleich mit einer Handvoll Geschichten musikalisch auf die Reise geschickt, was bereits als Metapher für das gesamte Album gilt. Denn „Paper Mill“ ist eine dieser Scheiben, die Du am besten „erfahren“ solltest, weil es die perfekte Begleitung für deinen persönlichen Road Trip ist. Auch Musikalisch wissen die zehn Tracks von einem zum anderen Stück immer wieder zu überraschen – langweilig wird´s hier nimmer.

Nach „Would That Make You Dance“ haben mir vor allem auch das subtile „Elizabeth Báthory“ sowie das sehr einfühlsame „Fiona´s Dream“ besonders gut gefallen. Und bei „Ribbon Of The Heart“ ist es, als ob mir der Geist des besagten Leonard Cohen in´s Gesicht atmet. Zum Abschluss geht es bei „Tricked By Fate Again“ nochmal ein Stück rauer und cooler zur Sache, welches aber für die gesamte Bandbreite von THE LIBERTY BALANCE steht. Allerdings stehen die Songs 9 und 10 lediglich nur als Digital-Bonus zur Verfügung. Also Obacht, ihr Analog-Fetischisten.

Fazit: Ein wenig erinnert mich das Album an den Erfolg von Gotye, der es lediglich mit einem Hit schaffte, einmal in den Musikhimmel aufzusteigen, was jedoch angesichts seiner Musik nicht zu erwarten war. Mit Glück könnte THE LIBERTY BALANCE das gleiche Schicksal ereilen. Sympathisch an der Sache bleibt jedoch, dass es damit Künstler trifft, die es eben nicht auf Biegen und Brechen darauf angelegt haben, sondern gerade wegen ihrer Genialität zu ihrem Erfolg gekommen sind. In diesem Sinne dürfen THE LIBERTY BALANCE gerne ihre Rakete starten lassen.

Ein Text von Eddie Vollgas

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