Split Seconds

Split Seconds „Rest & Relocation“ Review

Split Seconds neues Album "Rest & Relocation"; Fotocredit: Nick Manuell

Split Seconds neues Album „Rest & Relocation“; Fotocredit: Nick Manuell

Am 24. Juni erschien mit „Rest & Relocation“ das neue Album der Indie-Pop Band Split Seconds aus Melbourne. Das Soundkartell hat sich durchgehört.

Mein Gott habe ich mich gefreut. So wirklich auf dem Schirm hatte ich die Split Seconds nicht mehr. Gut klar ich habe noch einige Single-Veröffentlichungen mitbekommen und auch in meinen Sendungen gespielt. Aber, dass da jetzt im Juni das neue Album rauskam, das war dann für mich doch überraschend. „Rest & Relocation“ heißt es und darauf sind nur 9 neue Tracks. Das finde ich schon sehr mager muss ich ehrlicherweise zugeben.

Der Sound der Australier war ja schon auf ihrem ersten Album „You’ll Turn Into Me“ sehr poppig und lethargisch entspannt indielastig. Es war in jedem Fall ein wundervolles Album, das hierzulande in Deutschland viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt bekommen hatte. Mit dem neuen Album ist das leider auch nicht anders. Vermutlich. Denn bisher hatte ich noch keine einzige Rezension bei den hiesigen Magazinen gelesen. Das mag daran liegen, dass viele den Indie-Pop wie ihn die Split Seconds geradezu zelebrieren für langweilig halten.

Ich meine: Die Musik sprüht natürlich nicht vor Euphorie. Aber das neue Album ist mit seinen neun Tracks eine wahre Freude. Sie gehen völlig unaufgeregt ans Werk und spielen einem zum Beispiel mit „Any Minute Now“ einen Track um die Ohren, den man in Indiemanier gar nicht besser hinbekommen kann. In den gut vier Minuten fühle ich mich pudelwohl und könnte die Gitarren ewig auf dem immer gleichen Tempo laufen lassen. Es gibt wohl kaum eine Indie-Pop Band, die ihren Stiefel seit ihrem Debüt so durchzieht.

Normalerweise erkennt man eine Band natürlich immer an den Vocals des Sängers oder der Sängerin. Aber bei den Split Seconds verhält es sich so wie bei den Belgiern von Balthazar. Die gesamte Instrumentierung steht den Australiern gut zu Gesicht. Wie in „Meet Me After Work“ oder „New Recluse“ können nur die vier Australier au Melbourne klingen. Im Hintergrund ihrer sonst Gitarrenlastigen Besetzung schwingt immer eine Nostalgie mit. Eine sommerliche Freiheit und etwas, das einen beim Zuhören einfach unglaublich beruhigt. Keine Hektik, keine Zwanghaften Indie-Band Allüren. Logisch: Auch die Split Seconds sind keine Neuerfindung der Indie-Musik.

Aber sie tragen gute und wundervoll arrangierte Songs nach außen, ohne, dass sie die einem in einer „Friss oder Stirb“ Manier vor den Latz knallen. Auch wenn das Album mit seinen 32 Minuten Spielzeit unfassbar kurz ist, ist „Rest & Relocation“ eines der schönsten internationalen Alben bisher im Jahr 2016.

✪✪✪✪✪ (5 aus 5)

 

Leave a Reply Text

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bestätige, dass du kein Computer bist. * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

*