Small Fires Interview

Ihr habt hier in der Lindenallee Euer Studio. Welche Prozesse finden hier auch außerhalb des Songwritings statt?

Ben: Immer Frühstück vor der Probe! Kaffee trinken und mal ein Bierchen.
Ruben: Hier im Studio sind wir schon nur unter uns. Klar man sieht sich mal in der Küche und fragt mal, ob man sich was vom Kaffee nehmen darf.

Ihr habt es hier mit einem eigenen Studio ziemlich gut. Was steht Euch aber dennoch immer wieder selbst im Weg?

Ruben: Ich hätte gerne ehrlich gesagt mehr Zeit. Einfach so ein bisschen das Gefühl von endlos Zeit haben. Da ist eher das Gegenteil der Fall. Man muss hier schon starkes Zeitmanagement betreiben. Jobs und die Familie Zuhause engen einen dann zeitlich schon ein. Ich finde wir kriegen das trotzdem gut hin, dafür, dass wir so wenig Zeit haben. Könnte aber mehr sein.
Ben: Man steht sich schon auch manchmal selbst im Weg beim kreativ sein. Man macht sich ja manchmal so viele Gedanken, dass man nicht vorankommt und dann muss man sich zwingen einfach weiter zu machen.
„Mutiger zu sein, mehr Mut zur Lücke und für das Reduzierte. Und ich glaube der Vibe, der so gerade in unserem Studio weht, ist elektronischer.“ – Ruben Seevers

Wie stark seid ihr mit Hamburg verbunden?

Ruben: Ich bin gebürtiger Hamburg. Ich habe zwar als Kind nicht immer hier gelebt und auch später dann mal eine Zeit lang in Berlin gelebt. Aber ich fühle mich stark mit Hamburg verbunden und finde das hier auch geil. Du hast hier gute Leute, viel Musik und somit auch viel Inspiration. Ein bisschen teuer ist es schon, wenn man mal ehrlich ist. Aber weil du das vorhin auch gesagt hast, man lebt so in einer Blase, so leben wir sicherlich auch in einer Blase zwischen Pauli, Schanze, Altona.

Seid ihr reflektierte Menschen? Inwiefern spiegelt sich das in Euren Songs wieder?

Ben: Wir sind schon reflektierte Menschen. Das ist ja oft so beim Musik machen. Man schreibt über seine Erlebnisse.
Small Fires arbeiten wieder im Studio an neuen Songs

Small Fires arbeiten wieder im Studio an neuen Songs

Ich habe mich nämlich immer wieder gefragt, wieso Songs immer eine Bedeutung brauchen.

Ben: Muss es bestimmt nicht. Aber es ist ein guter Weg manche Dinge für sich auszumachen. In unserer Musik legen wir großen Wert auf die Lyrics. Das ist ein ganz großer Baustein unserer Musik und worüber soll man sonst schreiben, wenn nicht über das, was man erlebt hat?
Ruben: Vielleicht ist die Bedeutung auch gar nicht so wichtig. Sondern vielmehr, dass das Ganze ein Gefühl hat, welches man damit assoziiert. Dass man sich da so ein bisschen reinfühlt und daraus auch Musik entsteht. Das kann auch eine erfundene Geschichte sein, wenn man dazu ein Gefühl entwickelt. Denn dann ist es genau in diesem Moment echt und man macht authentische Musik.

Nur mit Gitarre, Keyboards, Gesang und reduzierten Drums klingen Eure Songs auf der EP schon sehr üppig auf der einen Seite. Inwiefern tut Euch eine gewisse Genügsamkeit in der Instrumentierung sehr gut?

Ben: Das ist definitiv ein großes Thema gerade.
Lars: Ja, manchmal müssen wir auch echt immer zurückrudern. Dann wollen wir manchmal doch noch eine Spur aufmachen, gerade bei den Aufnahmen dann. Am Ende sind es dann doch wieder 20 Spuren und dann denkt man sich: Ok da kann man vielleicht doch wieder eine aus machen. Manchmal hilft es dann schon nochmal mit einem gewissen Abstand drüber zu gehen. Also auf der aktuellen EP ist dann zum Beispiel doch wieder mehr drauf, als ursprünglich gedacht, was aber auch ok ist.
Ben: Das ist auch das Schwierige, dass man sich konstant auf das Wesentliche konzentriert. Dass man sich auch mal sagt: Darum geht es wirklich und mehr braucht es einfach nicht. Auch wenn einem eine noch so schöne Melodie einfällt, die noch so gut passen könnte.

Könntet ihr denn einen Ausblick auf die nächsten Aufnahmen geben?

Ben: Ich glaube wir nehmen uns vor noch mehr in eben genau diese Richtung zu gehen. Den Sound noch mehr auf das zu reduzieren, auf was es ankommt. Und manchmal auch einen gewagteren Schritt zu machen.
Ruben: Genau. Mutiger zu sein, mehr Mut zur Lücke und für das Reduzierte. Und ich glaube der Vibe, der so gerade in unserem Studio weht, ist elektronischer. Wir werden nie eine Party- oder Tanzband sein, aber vielleicht mehr so das Dance-Gefühl unterschwellig dabei haben.

Zum Schluss noch vielleicht ein Gedanke, Erfahrung, den ihr nach der Tour mit ins Studio genommen habt?

Ben: Der schönste Moment auf Tour war auch in Hannover. Der Laden war sehr voll und alle Leute waren total dabei. In Weiden war es echt krass. Ein paar Jungs organisieren da super Konzerte und haben uns da ins Rathaus gepackt. Das Licht dort war super und auch die Location war schön ausgeschmückt. Das war in jedem Fall ein richtig intensives Konzert.
Ruben: Ich finde Small Fires ist dadurch noch ein Stück mehr angekommen. Dadurch, dass die Tour so gut funktioniert hat, dass die Platte raus ist und Videos im Umlauf sind. Es ist noch ein bisschen mehr Wirklichkeit geworden von dem, was wir uns vorher vorgestellt haben. Wir sind jetzt da.

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