Sóley – Endloser Sommer aus Island

Isländische Interpretationen zum Frühling – das Album „Endless Summer“ von Sóley

Sóley Album; Fotocredit: Birgisd ttir Ingibjoerg

Sóley Album; Fotocredit: Birgisd ttir Ingibjoerg

Das Soundkartell hat das Album zum Frühjahr gefunden. Wolfgang Baustian hat das Werk von Sóley ganz genau inspiziert:

Manchmal sind sie einfach da: die perfekten Songs für diesen einen ganz besonderen Moment. So wie etwa das Album „Endless Summer“ der Isländerin Sóley. Denn passender zum gerade durchstartenden Frühling kann das Werk der Ausnahmekünstlerin aus dem Norden nicht sein.

Sóley Stefánsdóttir ist eine musikalisches Multitalent, dass eine Fülle von Instrumenten beherrscht, welche allesamt bei der Produktion von „Endless Summer“ zum Einsatz gekommen sind. Ihr Lieblingsinstrument bleibt jedoch das Klavier. Das ist auch nicht wirklich zu verheimlichen, ziehen sich doch die Arrangements dafür quer durch alle Acht Songs auf ihrem Longplayer.

Was mich aber am meisten beeindruckt hat, dass Thematisch alle Songs so hervorragend in unsere neuerwachte Natur passen. Es ist, als schälen sich die Lieder wie das neue Grün, sanft und verletzlich, aus dem Winterschlaf, um dennoch der noch vorhandenen Kälte und anderen Widrigkeiten zu trotzen. Wie junge Triebe, dessen einzige Aufgaben es ist, stets zu wachsen, um ihre Pracht und Herrlichkeit der Sonne entgegen zu strecken.

So reihen sich die Acht Songs in ihrer Fragilität und gleichzeitiger Stärke aneinander, als lebender Beweis, dass Beides doch miteinander zu verbinden ist. Das ist nicht nur genial, sondern auch wunderschön und das Ganze hat schon fast etwas von einem Konzeptalbum.

Einziges Manko, was ich Sóley in ihrem Schaffensdrang vorwerfen kann, ist die teilweise fast überbordende Komplexität ihrer Werke. Da wäre aus meiner Sicht manchmal weniger mehr gewesen. So verliert sich die wunderschöne Stimme von Sóley zum Teil in sich überlagernden Melodien, da die einzelnen Instrumente scheinbar verschiedenen Noten folgen. Das wirkt teilweise eher verwirrend oder auch ein wenig anstrengend.

Das soll aber trotzdem nicht über die musikalischen Fähigkeiten von Sóley hinwegtäuschen. Dafür sind die Songs allesamt zu zauberhaft. Eine wahre Ode ist das Schlussstück „Endless Summer“, welches dem Album auch seinen Namen verliehen hat. Dieses Stück baut sich nach und nach zu einem famosen virtuosen Liebeslied für den Sommer auf, zum Ende hin als ob man die Hände über die prallen Getreidefelder streichen lässt und damit Töne produzieren könnte. Absolut traumhaft und sollte in aller Ruhe genossen werden!

 

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