Rezension: VETO – „16 Colors“

VETO feiern ihr Comeback mit verändertem Sound und „16 Colors“

VETO "16 Colors" Rezension

VETO „16 Colors“ Rezension

Heute erscheint mit „16 Colors“ das neue VETO Album und die Band aus Kopenhagen hat sich durchaus verändert.

Heute ist es also soweit. VETO bringen ein neues Album raus und damit erscheint meine Lieblingsband wieder auf dem musikalischen Radar. Endlich. Die Durststrecke war richtig lang, ehe mit „I Am Here“ letztes Jahr endlich eine neue Single rauskam. Es war eine gewisse Verunsicherung meinerseits zu spüren, ob denn dieses Album wieder an die großartigen früheren Alben anschließen kann. Optisch haben VETO ein ziemliches Geheimnis aus ihren neuen Songs gemacht. Es gab kaum Teaser oder mal Bilder. Immer nur Bilder mit einem Gesicht, das kaum zu erkennen ist. Ein bisschen nach dem Motto: Das Unsichtbare sichtbar machen. Wie aus dem Nebel und dem Ungewissen kommt dieses Album, so war doch nie klar, ob es die Band trotz all der Familie, die die Bandmitglieder jetzt haben, noch Musik machen wollen und können. Und: Was und wenn ja wie viel bringt Troels sein altes Projekt EXEC hier ein? Um die Frage gleichmal vorweg zu nehmen: Sehr viel.

Denn stimmlich habe ich das Gefühl, als ob er einfach 1:1 die Stimmelage aus seinem Soloprojekt mit rübergebracht hat ins Studio. Was an sich nichts Schlechtes bedeutet. Aber es ist definitiv eine Umstellung. So klingen die Songs wie der Opener und Titeltrack angestrengt. Wie eine Loslösung als meine Interpretation. Denn mit „Measures“ löst sich die Verspannung. Der Opener ist schon sehr fulminant und wirbelt ordentlich auf.

Herrlich dramatisch und dramaturgisch.

Das war schon mal eine gute Nachricht für mein Gefühl. Denn VETO sind definitiv wieder zurück und sie können easy mithalten hier im Zirkus. Ihre Songs sind gefühlt zu Konstrukten geworden. Hier merkt man, dass man mit Absicht so viel rausholen wollte wie nur geht und dass man sich auch ausprobieren kann. So blubbert „Measures“ dahin bis Minute 2:25. Doch dann: ertönt das große Feuerwerk. Ein schräger disharmonischer Akkord und so schleppen durch die Drums einen zerrüttenden Electro-Pop Track auf die Bühne. So wie wir es kennen. Schön düster, anstrengend ein wenig und emotional offenbarend. Schön kommen bei mir Tracks wie „A Pit“ an. Hier legt sich wieder alles, wie nach einer rauen See. Besonders gut gefällt mir dann „Mount Dome“. Schöne verspielte Riffs, Bass und nicht ganz so elektronisch und ausgefeilt fällt er einwenig heraus. Hier kommt Troels schöne Stimme voll zum tragen. Besonders im Refrain. Herrlich. Dramatisch und poppig zugleich. Hach bin ich froh, wenn sich da wieder die Härchen aufstellen und die Gänsehaut zurück ist.

VETO feiern Comeback mit "16 Colors" - Fotocredit: Kristoffer Juello

VETO feiern Comeback mit „16 Colors“ – Fotocredit: Kristoffer Juello

Wer wieder das ganz große Dänische Drama erleben möchte und mit den Texten mitfiebern möchte, dem sei „One-Eyed And Dying“. Nur um ihn an einer Stelle zu zitieren:

These a very exciting times to live in but it’s too little.

Mehr Drive gibt es dann in „Oh Center“, einem Track der wirklich wieder 1:1 aufschließt zu den Tracks zu Point Break. Wie ich das Album das erste Mal durch gehört hatte blieb bei mir der Eindruck, dass wir es hier wieder mit einem Gesamtwerk zu tun haben. Die Tracks sind im einzelnen betrachtet sperrig und es ist wie in zusammenhängenden Filmen: Man bräuchte den Zugang zu ihren alten Songs. Andererseits habe ich selten ein so stimmungsvolles Album gehört. Es brilliert durch den Gesamtsound und VETO haben hier ein Album geliefert, welches viel Trauer, Mitgefühl, emotionale Stimmung und ein Bedürfnis des Innehaltens verbindet und verlangt. Mich hat es total mitgenommen. Auch weil ich endlich wieder gespürt habe, was Musik emotional mit einem macht. Nach über 12 Jahren Bandgeschichte muss man fast eine Träne verdrücken, so mitgenommen bin ich.  Wahnsinn.

Danke für dieses wundervolle Album. Ich bin immer noch Fan und die Band hat es geschafft für eine Band einen völlig anderen Blickwinkel für ihre Songs aufzustellen. Von hier aus betrachtet, kann es gerne so bleiben.

 

 

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