Rezension: Ocie Elliott „In That Room“

Folk-Pop Duo Ocie Elliot Albumrelease

Ocie Elliot „In That Room“ Albumrezension; Fotocredit: Kelly Lovett

Das kanadische Folk-Pop Duo Ocie Elliott hat kürzlich das neue Album “In That Room” veröffentlicht und damit setzen sie ihre gemeinsame Reise fort. Nach ihrer ersten EP und einem ersten Album “We Fall In” folgen nun sieben neue Songs von Sierra Lundy und Jon Middleton aus Victoria, B.C..

Begonnen hatte alles musikalisch in einem Honda CR-V. In diesem schmucken Auto haben sie Live-Akustik Videos auf YouTube hochgeladen. Die waren ein voller Erfolg und auch die Basis für ihren Streaming-Erfolg auf Spotify & Apple Music. Irgendwie passt der Sound zusammen mit der Bildästhetik in den Videos gut in dieses digitale Zeitalter in Form von Instagram Bildern und Social Videos auf TikTok. Leichter Filter drüber und schon bekommt man es mit einem zutiefst romantischen Duo zu tun.

“In That Room” beinhaltet 7 Tracks, was für ein Album nicht gerade viel ist. Deswegen würde ich dazu übergehen es als Mini-Album zu bezeichnen. Das Album ist in ihrer Einzimmerwohnung entstanden, auf engstem Raum und unter ständiger Beäugung des anderen. Wer den beiden in den neuen Songs zuhört, dem wird zuallererst die etwas schmalzig anmutende Stimmung auffallen. Jon & Sierra agieren wie Angus & Julia Stone, schreiben leicht schmalzige Songs wie Kim Churchill und wirken wie in “Forest Floor” so als wären sie in einer zu romantischen Vorstellung ihrer selbst hängen geblieben.

Viel schöner geht dann “Be Around” einher. Hier wird zum ersten Mal für mich deutlich wie harmonisch die Stimmen aufeinander wirken und sich ergänzen. Wie zwei Rosen, die sich ganz eng ineinander verzweigen ohne sich gegenseitig die Luft zum Atmen zu nehmen. An dieser Stelle gefällt mir die Platte sehr gut! Es kommen Frühlingsgefühle, Aufbruchsstimmung und Sommervibes auf. Und den gesamten Song über versuche ich diese aufrechtzuerhalten.

Doch dann kommt “Fame”, ein Song, der mit dieser Stimmung wieder etwas bricht. Es wird mir wieder eindeutig zu schmalzig. Das ist mir eindeutig zu zart, nach den drei vorigen Nummern. Mit “Anymore Of Anything” folgt dann wieder einer der wundervollen Lichtmomente. Hier blitzt der Instagram-Moment wieder auf und ganz bedächtig und vorsichtig geht Jon hier erstmal seinen Weg, ehe sich dann Sierra dazu einreiht.

Den beiden geht es auf dieser Platte darum, dass wir uns klar werden welche Zeit wir in unserem Leben in unseren Wohnräumen verbringen und wie stark uns das prägt. Unsere eigene Identität hängt ein Stück weit davon ab und in jedem Raum schlummern eigene Geschichten in unseren Köpfen an die wir uns auch in zig Jahren noch erinnern werden. Eine wirklich romantisch, schöne und auch wehmütige Thematik. Wer kennt es nicht, das Gefühl genau diesen Raum der Geborgenheit zu vermissen?

Ocie Elliott greifen in “In That Room” all das auf und zeichnen so gesehen eine kleine feine Illustration unserer Erinnerungen. Ein bisschen fester aufdrücken hätten sie allerdings schon können. So besteht die Gefahr, dass die Platte nach 3-4 maligem Hören etwas verblasst.

 

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