Rezension: Lukas Meister „Leuchten“

Lukas Meister veröffentlicht sein drittes Album „Leuchten“

Lukas Meister "Leuchten" - Sören Pekartschik Timmy Hargesheimer Photography

Lukas Meister „Leuchten“ – Sören Pekartschik Timmy Hargesheimer Photography

Wir haben für Euch in das dritte Album „Leuchten“ von Lukas Meister reingehört.

Es ist sein drittes Werk: Der in Berlin lebende Songwriter Lukas Meister feiert den Release seines dritten Albums „Leuchten“. Erstmal denkt man sich halt das Typische, was man sich so eben denkt, wenn man wieder eine Songwriter Platte in der Hand hält: Gleicher Sound nur unterschiedlicher Name des Künstlers. Doch, dass sich Lukas Meister seit seinem ersten Album von der Masse abhebt und textlich sogar Bands wie Element Of Crime das Wasser reichen kann, ja das ist im Rest-Deutschland noch nicht so ganz angekommen. Er ist immer noch ein Nischen-Thema, wie man so schön sagt. Und dennoch reicht es mal wieder für 13 wirklich vortrefflich getextete und gesungene Deutsch-Perlen. Die fliegen aber wieder dermaßen unter dem Radar, dass es schon fast traurig ist. Denn Lukas Meister verdient mehr Aufmerksamkeit und könnte diese jetzt mit „Leuchten“ auch bekommen. Hier bekommst du alles, was du brauchst, wenn du Gisbert zu Knyphausen feierst und schmunzeln möchtest über Wortspiele und Bilder, die in deinem Kopf entstehen.

Allein der Opener „Chomsky“ spielt mit charmanten Wortspielen, wirkt traurig auf der einen Seite und realistisch, romantisch auf der anderen Seite. Nachdenklich setzt man sich in diese Runde an Tracks. Fast so wie wenn man auf einem Vortrag ist und man nur Vorwürfe an den Kopf geknallt bekommt, was man alles besser machen könnte. Man könnte so einfach die Welt verbessern. Da sitzte dann da und denkst drüber nach. Dann folgt allerdings sein Titelsong „Leuchten“. Hier heißt es aufstehen und sich vom Rhythmus seiner Gitarre und Mundharmonika treiben lassen. Ein Song voller Hoffnung und Liebe zur Musik. Lukas Meister ist ein wahrer Virtuose wenn es darum geht die Stimmungswelten zu durchforsten. Es wirkt so, als schaue er hinter jedem Zweig vorbei und freut sich spitzbübisch, wenn man sich Songs wie „Der Bär“ reinzieht und man sich selbst erkennen könnte. „Geschafft!“ wird er sich dann lächelnd in sich hinein flüstern.

Lukas Meister "Leuchten" - Sören Pekartschik Timmy Hargesheimer Photography

Lukas Meister „Leuchten“ – Sören Pekartschik Timmy Hargesheimer Photography

Hach herrlich! Ich könnte stundenlang diesen fröhlich, traurig, reflektierten Songs lauschen. Hier gibt es einfach alles. Je mehr ich von seiner Platte höre, desto mehr drängt sich das Bild Hannes Wader in mir auf. Den habe ich als Gitarren-Anfänger damals noch total gefeiert. Und während man beim Hören von „Leuchten“ in 1000 andere Dinge abschweift, wünscht man sich, wenn man doch selbst nur so kreative Texte und Gitarrenpickings spielen könnte. Aber müssen wir ja auch nicht, denn mit Lukas Meister’s „Leuchten“ gibt es im Plattenregal ein weiteres Stück deutschsprachiger Musik, die man nicht aus dem Kopf bekommt.

„Leuchten“ ist eine Platte geworden, die 2019 herausstechen könnte. Da hat Kick the Flame bewiesen, dass sie verkopft können. Bravo!

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