Nick Edward Harris

Nick Edward Harris ein Songwriter wie Llewyn Davis

Nick Edward Harris aus London; Credit: Hermione Hodgson

Nick Edward Harris aus London; Credit: Hermione Hodgson

Für uns ist Nick Edward Harris eine unglaublich tolle Neuentdeckung aus London. Das Soundkartell stellt Euch diesen besonderen Songwriter vor. Ein wahrer Virtuose an der Gitarre.

Wow! Das war das erste, das uns bei Nick Edward Harris einfiel. Es gibt so also doch noch. Die wirklich guten und vor allem noch geheimen Musikentdeckungen außerhalb Deutschlands. Fündig geworden sind wir in London. Über Twitter folgte uns eines Tages ein Musiker namens Nick Edward Harris. Dort fanden wir die Info „Songwriter and progressive guitar player based in London.“ Vor allem „progressive guitar player“ hat uns auf den Musiker aufmerksam gemacht.

Wir wollten endlich wieder einen Songwriter entdecken, der die Gitarre nur als bloßes Begleitwerk sieht. Der darauf ein bisschen rumschrammelt und eigentlich so klingt wie 1000 andere Singer-Songwriter vor ihm. Das haben wir uns von Nick Edward Harris erhofft und wurden nicht enttäuscht. Ganz klassisch gesehen ist er ein Ausbrecher. Seinen Job als Grundschullehrer in London schmiss er hin und begab sich in London somit als Musiker auf ganz dünnes Glatteis. Musiker gab und gibt es noch mehr, als belanglose Singer-Songwriter.

Da er dort nicht leben konnte, wanderte er kurzerhand nach Neuseeland aus. Dort lebte er nicht nur ein sehr asketisches Leben, sondern trainierte viel an seinen Fingerfertigkeiten seiner Gitarre. Und das begeistert uns an seinen Songs so sehr, dass hier unbedingt ein Vergleich zu Ben Howard fallen muss. Auch er gehört zur absoluten Spitzenklasse an Gitarre spielender Songwriter. Nick Edward Harris hat eine warme Stimme, die anfangs eher gewöhnlich klingt. Doch die entpuppt sich in seinen neuen Songs als warmherziger und angenehmer Begleiter.

Nachdem es für ihn wieder nach London zurückging, tourte er da mit Größen wie Courtney Barnett oder Dan Croll. So erschien mit „Chimera“ sein erstes Album. Dort spielte halt einfach mal einer wie Ted Dwane mit, den wir von der Gruppe Mumford and Sons kennen. Schon erstaunlich, dass der Londoner Gitarrenspieler noch so unbekannt ist. Das liegt vermutlich daran, dass seine Musik absolut nicht massentauglich ist. Mit THE TALL TREES erschien jetzt auch im Februar sein zweites Album und darauf entwickelt sich jeder Song zu einer wahren Perle. Es wirkt auf uns richtig gut ausbalanciert. Er agiert nicht wie ein Solomusiker. So überlagert er die Songs ein ums andere Mal mit anderen Spuren, ohne, dass er die Songs überfrachtet.

Nick Edward Harris aus London; Credit: Hermione Hodgson

Nick Edward Harris aus London; Credit: Hermione Hodgson

„Trying To Be Silent“ oder „Unarmed“ zum Beispiel sind zwei unglaublich tolle Folk-Akustik Tracks, wie wir sie so in den letzten Jahren selten gehört haben. Wir hören, dass es da zwei Ebenen gibt. Seine Vocals und das Gitarrenspiel. Beides ist stark perfektioniert und passt sich in den Songs an. Er muss in keinem der beiden Elemente Einbußen hinnehmen. Bei vielen Songwritern wäre das durchaus so. Doch Nick Edward Harris macht das großartig. Hier stecken viele kleine Spielereien in den Songs. Mal singt eine Frau und mal singt wieder er.

Wir können nur hoffen, dass er mit seinem zweiten Album mal etwas mehr Hörer auf seine Seite ziehen kann. Fraglich ist nur, ob er das überhaupt will, oder ob er ganz bescheiden sagt: Er möchte einfach nur Nick Edward Harris sein und Musik machen.

Irgendwie erinnert uns Nick Edward Harris an den Hauptdarsteller Oscar Isaac des Films „Inside Llewyn Davis“ der Coen-Brüder. Ein gutes Zeichen wäre das ja nicht.

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