Marteria „Roswell“

Marteria „Roswell“ Rezension – Abgehoben?

Marteria und sein Album "Roswell"; Fotocredit: Paul Ripke

Marteria und sein Album „Roswell“; Fotocredit: Paul Ripke

Abgehoben in den Hyperraum oder doch auf dem Boden der Tatsachen geblieben? Silke Knauer hat sich das neue Album von Marteria angehört.

Marteria ist in der Szene sehr angesehen, Musiker-Kollegen verschieben ihre Alben-Veröffentlichung, wenn Marteria mit neuem Material droht. Er ist der Platzhirsch und alle Ohren warten nun auf sein neues Album Roswell, welches am 28.05.2017 erscheint.

Da ich mich jetzt nicht als riesen Marteria-Fan outen kann war ich doch sehr gespannt, was mich da erwartet. Ich kenne die alten Alben und ich bin kein Fan von unzähligen Gewaltausdrücken in Musikstücken und der harten Rap-Szene aus den “Blocks“.Umso überraschter war ich, als ich das neue Marteria-Werk einmal durchgehört hatte. Es hat einen ruhigen Flow, die natürlich perfekten Wortspiele stehen im Vordergrund, fette Baselines sind vertreten, ohne das für mich immer so bedrohlich wirkende Gangster-Rapper-Image.

Den Einstieg bringt der Titelsong “Roswell“ gefolgt von dem bereits veröffentlichten Lied “Aliens“ feat. Teutilla (Beatsticks). Das Thema ist also klar, nur leider erschließt sich mir keine direkte Message. Was möchte uns der Künstler damit sagen? Dass er sich vorkommt wie ein Alien oder dass er die Menschheit ausrotten möchte und die feindliche Übernahme der Weltherrschaft durch Rap-Musik plant? So, da stehe ich jetzt wieder mit meinem Halbwissen über dieses Musikgenre und versuche zu verstehen. Ich bin ja nicht abgeneigt und wirklich gewillt den Text zwischen den Zeilen zu lesen, versage aber immer wieder kläglich, da meine Gedanken sich einfach nicht auf die Aliens konzentrieren wollen.

Dazu kommen Songs wie “Scotty beam mich hoch“ und “El Presidente“, die für mich einfach in kein Schema passen und direkt weitergeklickt werden. Keine Message und einfache Mitwackel-Beats, das passt nicht zu Marteria. Dagegen setzt er Lieder wie “Cadillac“ und “Links“, die mir wieder sehr gut gefallen, denen aber auch absolut die Tiefe fehlt. In “Blue Marlin“ zeigt Marteria seine Stärke und lässt die Worte auf den Hörer einprasseln, die nachdenklich machen und man den Song auf Repeat stellt.

Gefreut hat mich der Song “Elfenbein“ schon allein, da Marteria sich Miss Platnum mit an Bord des Ufos geholt hat und ich großer Fan dieser Künstlerin bin. Ich mag Marteria als Typ, er ist ein kreativer-Querkopf, hat sich immer durchs Leben geschlagen, vom Modell zum Fußballer und dann zum Musiker. Zum promoten seiner Alben kann man immer gespannt sein, was sich Marteria und Paul Ripke einfallen lassen. Jetzt erst fuhren sie mit einem Bus durch München und packten ein, was rumlief und spielten ihre neuen Songs vor. Das finde ich gut und vor allem auch Fan-nah.

Meine Empfehlung für Euch: Hört es Euch an und entscheidet selber! Hier ist wirklich jeder Einzelne gefragt: auf was legt ihr Wert, wieviel fette Beats braucht ihr, reicht Euch das kreative Wortgerangel oder muss es doch der böse Gangster-Rap-Sound sein. Ich sag absolut hörbar aber nicht Hyperraum-tauglich.

Tourdates:

30.11.17, Sporthalle Hamburg
01.12.17, ÖVB-Arena, Bremen
02.12.17, Lanxess-Arena, Köln
04.12.17, Messezentrum, Münster
05.12.17, Zenith, München
06.12.17, Porsche-Arena, Stuttgart
u.v.m.

 

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