Konzert: Tim Baker live in Hamburg

Tim Baker trotzt dem Sturm in Hamburg

Tim Baker live in Hamburg

Trotz oder gerade wegen des Sturm- und Orkantiefs Sabine sorgte der Neufundländische Songschreiber Tim Baker im Mojo Jazz Café für einen muggeligen Abend. Es windete schon wieder ganz übel draußen auf der Reeperbahn und dazu kamen dann noch Unwettererscheinungen und natürlich ekelhafter kalter Regen. Gerade so hatten wir es ins Jazz Café geschafft und kamen recht kurz vor dem Supportact Nico Paulo an. Nico Paulo, eine Portugiesin mit recht schüchternem Gemüt nutzte die Ungemütlichkeit draußen und setzte sich alleine mit der Gitarre von Tim Baker auf die Bühne. Ziemlich zaghaft und wirklich schüchtern begann sie ihre Songs zu spielen. Bis sich die Besucher des Konzerts dann mal dazu aufgerafft haben sich nach vorne zu bewegen, waren schon fast zwei Songs gespielt. Nico Paulo war mir ein wenig zu schüchtern, zeigte aber in den Ansätzen, welch großes Potential in ihrer Stimme und somit auch den Songs liegt. Zu schade, dass der Sound nur mit der Gitarre etwas zu dünn wirkt.

Tim Baker legte zunächst mal mit einem alten Song seiner früheren Band Hey,Rosetta! los: „Bandages“. Die Interpretation, die er da alleine mit seiner Gitarre performte gefiel mir so sogar nochmal viel besser und weckte Erinnerungen an die alten Songs der Band. Ach herrlich, mein Herz ging auf. So ein schöner Beginn und man merkte sofort, dass Tim Baker schon länger im Business ist. Er hatte eine wirklich umwerfend charmante Bühnenpräsenz und profitierte davon, dass das Publikum ihm schweigend zusah und die Songs genauso wie ich regelrecht aufsog. Die ersten 5-6 Songs performte er alleine an der Gitarre, ehe er sich dann abwechselnd ans Piano setzte und dort seine zu tiefst berührenden Songs wie „Dance“ oder „Strange River“ von seiner Platte „Forever Overhead“ spielte. Mir als langjähriger Fan und auch als musikalisches Vorbild ging da nicht nur einmal das Herz auf.

Ich finde, bei Tim Baker hat man wieder mal gemerkt, was einen Songwriter mit internationalen Format ausmacht. Es ist schon erstaunlich wie selbstsicher er seine romantischen Songs so fernab von seiner Heimat Neufundland dem Publikum vorträgt. Fast schon merkte man, wie er sogar ein bisschen Fernweh mit auf die Bühne brachte.

Sabine hätte es fast geschafft, dass wir nicht zum Konzert gegangen wären. Im Nachhinein hätte ich mich darüber allerdings zutiefst geärgert, zumal ich endlich in meinem Leben Tim Baker live gesehen habe. Für mich ist er einer der wichtigsten Songschreiber der mit Zeilen wie „Once a stranger to me, but, Now you’re the song in my mouth“ oder „I wait here in my bedroom, I bend my hips to the chair, Cool my face on the fake wood, Dream of us all back there.“ verzaubert. Mit einem herrlich romantischen Bauchgefühl ging es nach seinem Gig nach Hause. Trotzdem schade, dass es nur so wenige zum Konzert geschafft haben. Aber wer weiß bei seiner nächsten Show, die bestimmt kommen wird, werden ihn schon mehr auf dem Schirm haben.

 

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