Jimmy Whoo

Jimmy Whoo „Motel Music Part 2“ Rezension

Jimmy Whoo "Motel Music Part 2" Rezension

Jimmy Whoo „Motel Music Part 2“ Rezension

Wolfgang Baustian war fleißig am hören und hat sich eine Meinung zu Jimmy Whoo gebildet.

Welche Assoziationen verbindet man mit dem Begriff „Motel Music“? Staubige, drittklassige Absteigen irgendwo an einem Highway mitten in der Wüste? Ich denke, irgendetwas in der Art muss Jimmy Whoo zu diesem Namen seines neuen Albums inspiriert haben. Und das sich darunter anscheinend allerhand Musikalisches unterbringen läßt, merkt man am Zusatz „Part II“, da es sich bereits um den zweiten Teil des gleichen Themas handelt.

Denn in den „Motel Music“ Motto-Alben geht es dem Pariser Produzenten Jimmy Whoo um die Verschmelzung von Soul, Jazz und Hip-Hop mit modernen elektronischen Stilelementen, um einen gänzlich neuen Sound zu kreieren.

Klappt das? Nun, die 9 Tracks auf „Motel Music – Part II„ sind allesamt recht Smoothie und chillig. Nervenaufreibende harte Beats sind keine vorhanden, dafür eher anhaltende schon fast sphärische Synhies, dann und wann ein Sax oder andere Instrumente sowie Gesang. Das war zwar nach dem „Intro 29th Street“ erstmal fast nicht zu erwarten, aber das durchaus eingängige „Cruisin“ gibt die Marschroute der folgenden Songs vor.

Die angedachte Mischung der Genre hinterlässt dabei aber eher einen zwiespältigen Eindruck. Da eine Zuordnung nicht recht klappen mag, wirkt es teilweise sogar fast experimentell. Das es auch Funky geht, beweist dagegen „Wildcats“, dass mit echt coolen Drums an so einige Klassiker erinnert. Bestimmte Stücke, wie zum Beispiel „Nite Eye“ oder „Hollywood“ erinnern mich wiederum eher an die Kompositionen von Moby, die oft ein ähnliches Stimmungsbild zum Hörer transportieren.

Ultra gediegen kommen „Interlude Full Moon“ sowie das „Outro“ rüber, welche über das gesamte Stück eine dichte Atmosphäre aufbauen, die wiederum mehr an Filmmusik von Brian Eno erinnern.

Mmmh, wo pack ich die Scheibe nur hin? Einerseits ist „Motel Music – Part II“ ein wirklich interessantes Werk, welches aber schlecht einer Stimmung zuzuordnen ist. Zur Entspannung teilweise zu düster und anspruchsvoll, für den Dancefloor wohl doch zu langsam und für die Black Charts einfach zu elektronisch.

Vielleicht handelt es sich doch eher um einen ganz privaten Soundtrack von Jimmy Whoo, wo Erinnerungen, Orte und Handlungen ihn genau zu diesen Tracks geführt haben. Manche machen Fotos, malen Bilder oder schreiben Bücher – Jimmy Whoo macht eben ein Album draus. Mit diesem Bild vor Augen, vermag ich das Album für mich an den richtigen Platz einzuordnen. Das passt und fühlt sich verdammt gut an.

Ein Text von Wolfgang Baustian

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