Jeff Beadle

Kanadischer Songwriter in Topform

Jeff Beadle veröffentlicht Debütalbum

Jeff Beadle veröffentlicht Debütalbum

Vor knapp einer Woche veröffentlichte der Kanadier Jeff Beadle sein Debütalbum “The Huntings End”. Das Soundkartell erklärt euch, wieso es sich um eine überragende Scheibe handelt und wieso kanadischer Folk einfach besser ist.

Kanadischer Folk ist einfach ein anderer, als wir ihn aus den USA, Großbritannien oder gar Deutschland kennen. Kanadier sind im Grunde genommen, was den Folk und das gesamte Auftreten als Musiker betrifft einfach authentischer. Natürlich, das mag für den ein oder anderen Leser so dahin gestellt sein.

Gut Bon Iver kommt aus den Staaten. Aber Kanada kann mit Künstlern wie Dan Mangan, Kalle Mattson, Gianna Lauren und nun jetzt mit Jeff Beadle genauso gut mithalten.
Der Folk, den die Kanadier dort seit Jahren produzieren, wirkt auf uns etwas anders. Er passt sich an die sonst so karge Lebensform dort im Norden an und hat genau den richtigen nordamerikanischen Einschlag.

Jeff Beadle öffnet sozusagen mit seinem am 01. August erschienen Debütalbum eine weitere hölzerne Tür. “The Huntings End” beinhaltet zwar nur acht Tracks, ist dafür aber – so viel sei vorweggenommen – eines der besten Folk-Alben des Jahres 2014.
Wichtig ist, dass der vollbärtige Kanadier ehrlich an die Sache rangeht. Eine immer an der Grenze zur dramatischen Melancholie wandelnden Stimme und seine Folk-Gitarre, finden seine Tracks mit einer triefenden Portion Vollblut Gehör.

Er besingt dabei ganz grundlegende Phänomene und welche, die wohl auch in den altindustriellen Städten Kanadas ständig passieren. So geht es in “Did You Run” darum, wie wir mit ansehen mussten, wie unsere eigene Stadt, unsere Erinnerungen und somit auch unsere Heimat herunterkommt. Es geht aber vor allem auch um die Liebe und darum, wie einschüchternd diese manchmal ist.

Jeff Beadle veröffentlicht Debütalbum

Jeff Beadle veröffentlicht Debütalbum

Vielmehr geht es aber auch um Ängste. Davor etwas in seinem Leben verlieren zu können, oder gar, wenn es schon verloren gegangen ist, damit umgehen zu können. Der ständige Kampf um ein erfülltes Leben und die beständige Gewissheit, dass alles sehr schnell nicht mehr existent sein kann. Das sind bewegende Augenblicke, in die uns Jeff Beadle mit seinen Tracks wie “Heartbreak Hood” oder “This Ain`t Heaven” mitnimmt und in die wir durch seine grundehrliche Art auch eintauchen können.

Dabei weiß der Kanadier ganz genau, wie einfach und bedrohend das Leben um einen herum sein kann. So arbeitete er bei seinen Aufnahmen des Albums noch als Poolreiniger. Auf seinen langen Wegen zur Arbeit hat er sämtliche Ideen notiert und aufgezeichnet. Daheim kamen dann Melodien hinzu und diese haben sich zu teils rastlos wirkenden Songs zusammengefügt.

Dem nicht genug, zog er sich mit einem guten Freund in ein Farmhaus zurück und hat dort auf reduzierteste Art und Weise die Titel aufgenommen. Das gesamte Album ist im daraus wie aus einem Guss gelungen. Tolle Folk-Gitarren und ein gläsern, hilferufender Gesang, das ist es, was Jeff Beadle genügt. Vor allem aber grenzt sich Jeff Beadle ab und wirkt nicht wie seine US-Amerikanischen Weggefährten so angepasst. Folk ist hier eben noch Folk. So einfach ist das nun eben mal und die Kanadier haben diese Einfachheit einfach im Blut.

Wer die Möglichkeit hat den Kanadier live zu sehen, der sollte sich die folgenden Termine nicht entgehen lassen, denn gerade heute eröffnet Jeff das Haldern Pop Festival und wer weiß, wo er nach seiner Tour steht. Noch gilt er als richtiger Geheimtipp.

07.08.2014 Haldern – Haldern Pop Festival
08.08.2014 Dortmund – Subrosa
10.08.2014 Köln – Lichtung
11.08.2014 Düsseldorf – Brause
14.08.2014 Kiel – Prinz Willy
15.08.2014 Lübeck – Blauer Engel
16.08.2014 Münster – Gartenparty (invitation only)
20.08.2014 Mönchengladbach – Kulturküche
21.08.2014 Kassel – Radarien Club Konzerte
22.08.2014 Jena – Wohnzimmer.Sessions.Jena

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