Interview: Mount Winslow

Mount Winslow im Interview

Mount Winslow im Interview - Fotocredit: Lena Vollbehr

Mount Winslow im Interview – Fotocredit: Lena Vollbehr

Wir haben der Pop-Band Mount Winslow aus NRW ein paar Fragen zur anstehenden EP gestellt.

Auf einer Skala von 1 bis 10. Wie hoch ist nach der Nominierung als bester Newcomer beim popnrw-Preis der Druck auf euren ersten Release?

Mount Winslow: 3. Wir empfinden die Nominierung eher als Lob und Anerkennung, gerade weil da so viele Leute in der Jury sitzen, die sich so intensiv mit Musik auseinandersetzen. Klaus Fiehe zum Beispiel, dessen Sendung wir selbst gern hören oder Stefan Reichmann vom Haldern Pop. Das ist dann natürlich richtig gute Motivation. Unter Druck gesetzt fühlen wir uns da nicht.

Eure EP “Burden Of Time” erscheint am 15. März. Entstanden sind sechs Songs, die die Schnelllebigkeit der Gesellschaft kritisieren. Inwiefern seid ihr mit dem Ergebnis zufrieden und treffen sie in ihren Aussagen auch den Punkt?

Mount Winslow: Die Songs sind auf jeden Fall aus einer Beobachtung der schnelllebigen Gesellschaft entstanden, aus der wir uns für die Produktion komplett rausgezogen haben. Die Platte ist mit viel Ruhe und Zeit auf einem ausgebauten Kornboden auf dem Land entstanden und wurde vollständig live aufgenommen. Mit dem Ergebnis sind wir mehr als zufrieden, was wir natürlich auch unserem Produzenten Gunnar Ennen verdanken. Der ist mit uns in eine sehr analoge, organische Richtung gegangen und jetzt sind Verstärkerrauschen, improvisierte Parts, knarzende Böden und sogar die Vögel zu hören, die unter dem Dach genistet haben. Dass das ganze nicht so glattgebügelt geworden ist, feiern wir.

Inwiefern helfen euch dabei eure Videos, die ihr zu den Songs produzieren lasst, diese Messages umzusetzen und einem breiteren Publikum darzustellen?

Mount Winslow: Unsere Videos produzieren wir selbst, was zwar krass aufwendig ist, uns aber den kreativen Freiraum gibt, den wir brauchen. Inhaltlich kann man natürlich viel mehr transportieren als mit ein paar Zeilen Text. Vor allem kann man aber auch damit spielen: das Visuelle kann Text und Ton genau abbilden, ergänzen oder in eine ganz andere Richtung gehen. So können ganz neue Bedeutungen entstehen.

Wie schwer ist es Stand jetzt als Indie-Band noch aufzufallen und in Zeiten des Streamings auch wirklich wahrgenommen zu werden?

Mount Winslow: Dadurch, dass heute alle ihren Stuff ganz einfach auf Spotify und Co laden können, ist es natürlich schwerer geworden, aufzufallen. Aber was heißt auffallen? Es sind ja nicht nur mehr Bands, sondern gleichzeitig auch immer mehr kleine Festivals, mehr Blogs und mehr Vielfalt. Da sind also auf jeden Fall auch viele Möglichkeiten für Hörer, uns zu finden.

Welche Rolle spielt die Natur für Euch und auch hinsichtlich eurer eigenen Darstellung auf Instagram, Facebook und Co?

Mount Winslow: Wir haben die Band auf einem Berg gegründet. Es soll auch schon mal Bandmeetings im Wald gegeben haben. Ergo: Die Natur spielt eine große Rolle für uns alle, ist Inspirationsquelle und Rückzugsort. Das darf natürlich auch nach außen durchschimmern und spiegelt sich zum Beispiel im Artwork und dem Video zu Burden Of Time wider. Aber wir sagen jetzt nicht ständig: “Los, mach 1 Baum auf Insta”.

Mount Winslow im Interview - Fotocredit: Lena Vollbehr

Mount Winslow im Interview – Fotocredit: Lena Vollbehr

Wie fühlt es sich an schon so früh bzw. am Anfang der Band-Historie schon so viel Zuspruch von unterschiedlichsten Seiten zu bekommen?

Mount Winslow: Fantastisch, das ist einfach sehr motivierend. Wenn man Musik macht und da sehr persönliche Dinge reinlegt, ist das oft mit Zweifeln verbunden. Und wenn wir dann Bestätigung kriegen für das, was wir machen, ist das Balsam. Besonders live, wenn man die Reaktionen ganz direkt kriegt, gibt es wenig, was schöner ist.

Wie münzt ihr diesen Zuspruch um in kreative Energie?

Mount Winslow: Das geht dann oft von selbst. Also, Inspiration ist ja was, was man nicht so richtig steuern kann. Aber wenn es positives Echo gibt, dann beflügelt das den Schaffensprozess.

Welche Ziele für das restliche Jahr 2019 habt ihr?

Mount Winslow: Erstmal sind wir mega gespannt auf die Resonanz zu unserem ersten Output. Wir sind schon so lange in dem Prozess drin, der mit dem EP-Release jetzt zu einem Ende kommt. Und ein Ende ist immer auch ein Anfang. Das heißt zum Beispiel, dass wir schon jetzt mega Lust auf ein Album haben und an neuen Songs schreiben. Und wir wollen natürlich so viele Leute wie möglich mit unserer Musik erreichen. Live, auf Platte – und auf Soundkartell, danke für die schönen Fragen.

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