Heimatt

Heimatt Debüt – Es funktioniert noch

Debütalbum: Heimatt aus Kopenhagen

Debütalbum: Heimatt aus Kopenhagen

Heute erscheint mit „With You I Will Dance All the Way Through the Night. I Will Tie Your Hands and Go Blind. If You Just Let Me.“ der wohl längste Albumname aller Zeiten. Ausgedacht haben sich das Heimatt aus Kopenhagen. Das Soundkartell hat reingehört.

An sich wundert es mich schon gar nicht, dass Heimatt mit „With You I Will Dance All the Way Through the Night. I Will Tie Your Hands and Go Blind. If You Just Let Me.“ einen Albumtitel raushauen, der ja ein ganzes Statement ist. Wie dem auch sei: Heute erscheint endlich das Debütalbum der Indie-Folk und Pop Band Heimatt und ich muss sagen, dass es sich ziemlich gut anhört. Irgendwie wie aus der Zeit gefallen. Dass so ein Indie noch funktioniert wundert mich einerseits. Und andererseits fühle ich mich aber auch bestätigt, denn live funktioniert die Musik von Heimatt ganz anders, als auf Platte.

Live habe ich Heimatt damals auf dem Spot Festival 2015 in Aarhus zwei Mal miterleben dürfen. Obwohl die Band um Magnus Grilstad ja drei Mal dort gespielt hat. Überhaupt ist Magnus wie ein Tausendsassa. Unglaublich eloquent, reflektiert und nach zwei Tagen Festival war Magnus für mich einfach nur noch „magic Magnus“. Immer und überall bin ich ihm begegnet. Er war sozusagen allgegenwärtig. Und mit diesem Gedanken habe ich denn dann auch die Platte gehört.

Zehn Tracks haben die Dänen da auf die Scheibe gepackt und wie irgendwie war ich erstaunt wie gut das funktioniert hat. Sie klingen wie eine moderne und noch nicht abgedudelte Version von Mumford and Sons. Wobei der Vergleich gar nicht fair wirkt. Sie klingen einfach ganz anders. Nur in Songs wie „Everyone’s A Sinner“ klingen Einflüsse durch. Gerade dann wenn ein lautes „Hey!“ durch den Raum schallt. Aber genau in dem Moment wird einem auch klar, dass man das Album – nein den Namen erwähne ich jetzt nicht jedesmal – laut anhören muss. Es lohnt sich!

Das Debüt von Heimatt ist durchmischt von ganz ruhigen Balladen und eben jenen Ausbrüchen, die durch Tracks wie „One Of A Kind“ oder „Mountains“ unterstützt werden. Der „Mitsing-Moment“ ist bei Heimatt auch live ganz entscheidend. Wer sie schon mal live gesehen hat, weiß was ich meine. Und auch deshalb ist das Album zwar schon eine wirklich gute Scheibe, aber sie haben es nicht geschafft, diesen Moment, den man live mit Heimatt erlebt, auf die Platte zu packen. Klar, das ist auch wahnsinnig schwierig und nur ganz wenige Bands schaffen das. Aber im Vergleich zur Live-Performance ist man schon leicht vom Sound auf der CD enttäuscht. Wobei das kein Enttäuschtsein in dem Sinne ist, dass das Album schlecht ist.

Nein, Heimatt haben hier auf jedenfall ein Debütalbum geliefert, dass zwar wie aus der Zeit gefallen wirkt bei all dem Electro- und Synth-Pop. Aber für einen Indie-Menschen wie mich ist – und jetzt fällt der Albumname das letzte Mal – „With You I Will Dance All the Way Through the Night. I Will Tie Your Hands and Go Blind. If You Just Let Me.“ ein richtig gutes Indie-Debütalbum geworden. So sollte Indie-Folk und Pop klingen. Gerade bei Tracks wie „Oh My God“ klingen sie wie eine Mischung aus Friska Viljor und The National. Eine ganz hervorragende Kreuzung, wie ich finde.

Auch wenn das jetzt keine Neuerfindung des berühmten Rads ist. Muss es auch nicht. Die Platte dreht sich eben auch um die phänomenal gute Stimme von Magnus. Er ist für mich Dreh- und Angelpunkt der Band und somit auch des Albums. Und jetzt wo das Debütalbum da ist, kann man auch endlich richtig abzappeln, wenn man sie hoffentlich schon bald live in Deutschland erleben darf.

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