Hacklerberry Pi & Die Faulen Kompromisse – Österreicher Rhythm & Blues

Im Porträt: Hacklerberry Pi & Die Faulen Kompromisse

Hacklerberry Pi & Die Faulen Kompromisse

Hacklerberry Pi & Die Faulen Kompromisse

Heute stellen wir euch die Wiener Band Hacklerberry Pi & Die Faulen Kompromisse vor. Trotz ihres langen Bandnamens machen sie gerade durch ihr Debütalbum in ihrer Heimat von sich Reden. Das Soundkartell hat sich im Vorfeld mit ihnen unterhalten und stellt sie euch vor. Wir bringen sie sozusagen nach Deutschland.

Vermutlich machen es sich Hacklerberry Pi & Die Faulen Kompromisse selbst schwer. Ihr Bandname bleibt bei erstmaligem Aussprechen mit großer Sicherheit nicht gleich im Gedächtnis. Schon gar nicht, wenn wir ihn – während eines ihrer Konzerte – von einem Freund ins Ohr gesagt bekommen. Vielleicht bleibt “Hackler”, “Pi” und “Kompromiss” im Ohr.

Gerade erschien das Debütalbum der Österreicher, und der Name ihres Langspielers haben sie auch nicht unkomplizierter gewählt: “Ein Lieferwagen voller Mausefallen”. Bei Album mit dem etwas ungewöhnlichen deutschen Namen erwartet uns eine Platte mit einer ordentlichen Portion Rhythm & Blues, Rap und zudem streuen sie ein paar Doo Wop Chöre ein.

Hacklerberry Pi & Die Faulen Kompromisse

Hacklerberry Pi & Die Faulen Kompromisse

Wenn wir so wollen, ist das Album kein Debüt. Nur in der Konstellation zusammen mit der Band, denn die einzelnen Akteure haben bereits im Vorfeld eigene Produktionen veröffentlicht. Zudem machen sie auch schon nicht erst seit gestern zusammen Musik. Dennoch handelt es sich dabei um die erste gemeinsame Platte dieses Projektes und Pi ist sozusagen der kreative Kopf.

Doch was bedeutet nun der Albumtitel und was fangen wir mit diesem komplizierten Bandnamen an?

„Ein Lieferwagen voller Mausefallen“ ist eine Metapher und steht im Grunde für eine Platte voller Lieder.
„Hacklerberry Pi „setzt sich wiederum aus den Helden meiner Kindheit (Huckleberry Finn, Chuck Berry), und meinem Spitznamen „Pi“ zusammen. Darüber hinaus bezeichnet man in Wien einen Arbeiter als „Hackler“ und von Musik alleine werd ich nun mal auch nicht satt.
Wären da noch „Die Faulen Kompromisse“. Nun ja im Grunde ist das die Backingband, die sich aus einem Pool von verschiedenen Musikern zusammensetzt. Viele Freunde, ein paar Bekannte – eben die Jungs aus meiner Gang. Und wer gerade Zeit und Lust hat, steht dann mit mir unter Tage im (EKH) Studio oder eben oben auf der Bühne. Wobei man dazusagen muss, dass es schon mindestens 5 Leute braucht, um den „Sound“ zu kreieren, den ich beim Komponieren so im Kopf hab.”

Bevor sie nun nach Deutschland kommen, stand die Band bereits beim Österreicher Radiosender FM4 mit den Titeln “Alter Brauner Schuh” und “Paperthin Hotel” im Rampenlicht. Der Sender gönnte ihnen eine Menge Airplay, was ihnen nochmals einen ordentlichen Schub gab.
Wie anfangs erwähnt arbeiten die Jungs mit zahlreich unterschiedlichen Elementen aus dem Bereich Rap, HipHop, Rhythm & Blues und Rock`n Roll. Für sie ist die Verbindung zwischen Rock`n Roll und Rhythm & Blues keinesfalls selbstverständlich. Im Gegenteil, vor allem im deutschsprachigen Raum war diese Verbindung lange Zeit nicht möglich und wenn sie denn mal zustande kam, machte diese keinen authentischen Eindruck. Schlug nicht ein.

Geht es nach ihnen, so war lange Zeit die kantige und sperrige deutsche Sprache daran Schuld. Erst als der Rap und HipHop kamen, nahmen sich deren Künstler der Sprache so wirklich an und rundeten diese ab. Machten sie förmlicher und umgänglicher. Ohne Rap wäre ihrer Meinung nach kein Rock`n Roll und Rhythm & Blues auf Deutsch möglich gewesen.

Mit einem falschen Vorurteil müssen wir hier zugleich auch aufräumen, denn wer glaubt Hacklerberry Pi & Die Faulen Kompromisse würden Mundart machen, dem sei gesagt, dass sie alle Tracks auf Hochdeutsch eingesungen haben.

Gehen wir auf ihre Songs im Einzelnen ein, so fällt beispielsweise in “Pfandhaus Kuckucksuhr” und auch wie schon oben im Albumtitel auf, dass sie größtenteils metaphorisch arbeiten. Die Kuckucksuhr aus dem Pfandhaus steht sinnbildlich für einen Laptop. Der Rest des Textes versteht sich wie meist dann durch das Hören von selbst.

Doch wie entstehen bei der Formation die meisten Tracks? Gibt es den einen üblichen Songwritingprozess?

“Das wäre dann wohl meine Aufgabe. Na ja, meistens sitz ich daheim, betrink mich und zieh mir alte Bluesplatten rein. Nebenbei schreib ich Texte und such anschließend auf der Gitarre nach den richtigen Harmonien.
Oder mir fällt halt unterwegs was ein, auf Reisen, im Straßenverkehr etc…im Grunde ist der Radar immer an und dann passiert so was ganz unterbewusst.”

Zudem wird ihm persönlich oftmals vorgeworfen, dass er das Thema “Liebe” zu sehr thematisiert und daran rüttelt. Auch darauf hat er eine verteidigende Antwort parat:

“Ich erinner mich, war das nicht der eine Zeitungspraktikant, der auch behauptet hat, dass ich 6 Jahre an der Platte geschrieben hätte? Na ja, wie er meint aber für mich ist das Thema Liebe nur der Kern eines Songs, um den herum sich dann jede Menge anderes Fruchtfleisch ansammelt wie z.B. bei der Pfandhaus Kuckucksuhr. Aber von mir aus „weiche Schale, harter Kern“. Am besten ihr zieht euch mal die Stuntman Pi Sachen rein.”

Am Ende bleiben wir mit einem überaus wohligen Gefühl zurück, denn die Songs auf ihrer Platte sind allesamt wundervoll arrangiert und gelungen. Wäre da nicht der sperrige Bandname. Wäre dieser so einfach wie die Deutsche Sprache, die aus Objekt, Subjekt und Prädikat besteht, könnten sich diesen auch unerfahrenere Fans besser merken. Selbst Pi vergisst ihn ab und an. Das beweist aber auch, dass wir uns nicht zu sehr auf den Namen konzentrieren sollten. Manchmal ist die Musik einfach wichtiger. Der Name allerdings nur Nebensache.

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