Feature: AVEC

AVEC über Heimweh und ihre neue Platte „Homesick“

AVEC im Feature beim Soundkartell; Fotocredit: Kidizin Sane

Heimweh überkommt mich meist, wenn ich nach den Weihnachtsfeiertagen von meinen Eltern wieder nach Hamburg zurück reise und die Tage wirklich schön waren. Heimweh überkam mich aber schon auch als kleines Kind, wenn ich bei meinen Großeltern war und meine Eltern vermisst habe. Heimweh gibt es bei mir in vielen Variationen, auch wenn ich im Urlaub war und mich einfach auf mein Zuhause, mein eigenes Bett, meine Freunde in Hamburg oder auch einfach nur mein eigenes Essen zuhause freue.

Wirklich getrennt zu sein vom Zuhause oder gar vertrieben zu werden, davon kann ich kein Lied singen und das kann ich mir auch nur entfernt vorstellen, wie das sein kann. Über diese Dunkelheit, Depressionen, Unzufriedenheit oder gar falsche Freunde singt AVEC in ihrem neuen dritten Studioalbum “Homesick”.

12 neue Songs hat die Österreicherin auf ihre Platte gepackt und ja was soll ich sagen, es sind wieder wirklich entzückende Folk-Pop Songs geworden. Die Songs erzählen genau diese Geschichten der Einsamkeit, Heimweh, falscher Freunde etc. und saugen die Stimmung regelrecht auf. Man könnte ein düsteres Album erwarten, doch die Anmutung ihrer neuen Songs ist durchgehend ausbrechend einladend. Doch AVEC kann wie in “With Me” oder “Homesick For A Day” auch anders. In sich gekehrt, leicht traurig und auch irgendwie verletzt.

Mir gehen die neuen Songs zu Herzen und ich muss sagen, dass ein leicht trauriges Gefühl beim Durchhören bleibt. Traurig, weil man sich sehr gut in die Textwelt von AVEC hineinversetzen kann und das nächste Mal wenn man wieder Heimweh hat, muss die Platte dazu laufen. Sie spendet auch Trost.

Wir haben AVEC drei wichtige Fragen zu ihrem Release gestellt. Die gibt es jetzt hier für euch exklusiv:

Dein neues Album “Homesick” behandelt das recht emotionale Thema “Heimat”, Zuhause und die Sehnsucht danach. Kannst du aus der Retroperspektive heraus erfühlen wieso uns dieses Thema “Heimat”, sich zuhause fühlen gerade wieder in fast allen Lebensbereichen (Politik, im Privaten etc.) thematisiert und stigmatisiert wird?

AVEC: Ich glaube, dass wir Menschen immer und schon immer diesen Drang in uns haben, uns ein Zuhause zu gestalten – sei es, seine vier Wände zu haben, oder einen Menschen, den wir vertrauen. Es ist für uns unumgänglich ohne ein Gefühl von Sicherheit zu leben. Heimat, Zuhause – diese Wörter nehmen uns das Gefühl alleine zu sein, sich alleine zu fühlen – wir alle streben danach diesen Ort oder diese Person zu finden – unser ganzes Leben lang auf der Suche nach Sicherheit, weil wir halt dann doch ‘nur‘ Menschen sind.

In den neuen Songs geht es auch viel um die dunklen Seiten im Leben: Täuschung, Depression, Panik, Angst und Unzufriedenheit. Inwiefern kannst du uns als Zuhörer mit deinen Songs einen Weg aus dem Dunkeln zeigen und deuten?

AVEC: Ich kann leider keinen Weg aus diesem ganzen Chaos aufzeigen, weil ich diesen selber nicht kenne und jeder den für sich geeigneten Weg finden muss, um der Dunkelheit etwas zu entkommen. Jeder ist sein eigenes Individuum und kennt sich dadurch am besten, seine eigenen ’Schattenseiten’, die wir alle haben.Das Leben ist nicht immer bunt und freudig, es kann oft unfair und hart sein, wichtig ist nur, dass man, so schwer es auch ist, die richtigen Menschen um sich hat und über seine Gedanken und Gefühle redet, jemanden in seinen Kopf ein Stückchen weit rein lässt.

Du hast mal u.a. gesagt: „Erfolg zu haben, heißt für mich, das zu tun, was mir am meisten bedeutet.” – Inwiefern siehst du dich mit dem Release deines nun mehr dritten Albums in einer sehr privilegierten Situation, wenn du dich mit deinen Mitmenschen vergleichst?

AVEC: Ich mag Vergleiche grundsätzlich nicht sehr gerne, aber diese Worte sind nach wie vor wahr. Ich bin unendlich dankbar, dass ich nach wie vor meine Musik machen kann und darf und dass ich jetzt noch ein Album in die Welt schicken kann, das bedeutet mir irrsinnig viel. Ich liebe es Musik zu machen und Konzerte zu spielen und fühle mich geehrt und happy! Auf der anderen Seite (und es gibt immer eine andere Seite) muss man aber auch dazu sagen, dass nicht alles gold ist, was glänzt.

Live
präsentiert von: SCHALL. Magazin, Kulturnews, Musikblog, bedroomdisco

Tour Dates

18.09. Kultur Quartier Kufstein, Kufstein, Austria
19.09. Spielboden, Dornbirn, Austria
21.09. Strom, München
22.09. Nochtspeicher, Hamburg
23.09. Gretchen, Berlin
25.09. Kulturhaus Caserne, Friedrichshafen
26.09. Kulturlabor Stromboli Hall, Tirol, Österreich
27.09. Rockhouse, Salzburg
29.09. Dom im Berg, Graz, Austria
30.09. Vienna Arena, Wien, Austria

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