David Bowie Hommage Teil 1

Hommage an David Bowie – Seine Biographie

David Bowie Hommage Teil 1

Heute und morgen widmen wir uns voll und ganz David Bowie. Redakteurin Silke mit einer Hommage an David Bowie. Lies hier Teil 1 der Hommage.

Schwer genug wäre es gewesen, eine Rezension über das neue Album von David Bowie zu schreiben. Eine Musik-Legende mit 40-jähriger Geschichte, unzähligen Alben und Liedern, die erfolgreicher nicht hätten sein können. Ein schimmernder Musiker, der sich immer wieder neu erfand und es immer verstand neue Musik und Musikrichtungen zu kreieren, der Erfinder der modernen Popmusik und Gründer des Glamrocks und DAS Vorbild für unzählige Künstler.

Nun halte ich jedoch das letzte Album von diesem Ausnahmekünstler in den Händen. “Black Star“ heißt es und als ich es das erste Mal gehört habe, da war gar nicht daran zu denken, dass ich jetzt in der Vergangenheit über David Bowie schreiben muss. Die Meldung seines Todes kam für alle überraschend und umso aufgeregter bin ich jetzt, sein letztes Werk und auch sein Leben in diese Rezension zu bringen.

Aber ich sage Euch, wie wir das am besten schaffen und wie es Herrn David Robert Jones alias David Bowie wohl am besten gefallen hätte: wir zelebrieren sein Lebenswerk und zünden ein Feuerwerk für ihn an – auf geht’s!

Sein Leben

Geboren am 8.1.1947 in Brixton London hatte David Robert Jones eine gute Kindheit. Die Familie schaffte den Aufstieg in die Mittelklasse auch wenn seine Eltern eher ein ruhiges und schweigsames Leben führten. Mit neun Jahren bekam David seine erste Single “Tutti Frutti“ von Little Richard geschenkt “ich habe Gott gehört“ sagte er über diese Musik. Mit seinem Halbbruder Terry zog David um die Häuser und landet auch in diversen Clubs und Konzerten in Soho.

Mit 15 sang er dann in der Gruppe „The Kon-Rads“ und spielte dort auch Saxophon. Weitere Bands folgten und David Robert Jones gab sich den Namen Dave Jay, den er relativ schnell in David Bowie änderte in Anlehnung an Jim Bowie, einen US-amerikanischen Soldaten und Pionier des 19 Jahrhunderts. 1967 arbeitete er mit dem Pantomimen Lindsay Kemp zusammen, was seine späteren Bühnenauftritte stark prägen sollte.

Sein erstes Album erschien unter dem Titel “David Bowie“ im Jahr 1967. Die Songs auf diesem Album waren Folksongs und Balladen. In dieser Zeit lernte er auch seinen späteren Produzenten Tony Visconti kennen. 1969 drehte er einen kleinen Promotion-Film, indem die Lieder des ersten Album neu dargestellte wurden. Zusätzlich enthielt dieser Film auch das Lied “Space Oddity“. Es folgten zwei weitere Alben, die Lieder der drei Alben wurden neu gemischt und schließlich wurde das Album in “Space Oddity“ benannt. Nun gelang der erste Durchbruch mit einem 6. Platz in der britischen Charts, 1975 landete der Song dann sogar auf Platz 1.

The Thin White Duke

Bowie arbeitete weiter mit Visconti zusammen, zum Team kamen dann Marc Bolan und Mick Ronson (Gitarre) und John Cambridge, die dann als Band “The Hype“ auftraten. Mit seinem 1971 erschienenen dritten Album “The Man Who Sold The World“ gab sich Bowie das erste Mal dieses androgyne Image, da er sich auf dem Cover in einem Kleid präsentierte. Es folgte das Album “Hunky Dory“, an dem dann einige Mitglieder der späteren Begleitband Ziggy Stardust mitgearbeitet haben.

“-The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars“ war das Album, das den Durchbruch brachte. Mit dem schillernden Alter Ego “Ziggy Stardust“ hatte er geschaffen, wofür er nun weltweit bekannt werden sollte, ein Charakter mit dem er zu spielen wusste, gekonnt in seine Bühnenshows integrierte und sich sogar in Interviews als schwul ausgab. Der Glam Rock war gegründet und eine steile Karriere auf alle Bühnen dieser Welt begann. Bowie sagte später über Ziggy Stardust, dass es keine Rolle mehr für ihn war “Ich war er“ sagte Bowie “Ich war Ziggy Stardust“.

Alle Alben, Wegbegleiter, Produzenten und Freunde von David Bowie aufzuführen ist schier unmöglich. Bowie produzierte Musik am laufenden Band, er erfand sich regelmäßig neu, ob als androgynes Wesen, im Maßanzug oder als Schauspieler in den unterschiedlichsten Rollen. Er unterstütztes neue Bands und Musiker und verhalf ihnen zu Weltruhm. Mit John Lennon schrieb er in den 70ern den Song “Fame“ – sein erster Nummer 1 Hit in den USA, mit Lou Reed produzierte er dessen erstes Soloalbum “Transformer“.

David Bowie hatte sich geschaffen, seine Karriere, seine Bekanntheit und von nun an konnte er mit seiner Musik spielen, sie neu erfinden und experimentieren.

Zusätzlich begann seine Karriere als Schauspieler mit dem Film “The Man Who Fell To Earth“ von Nicolas Roeg. Auf den Schauspieler David Bowie möchte ich nicht weiter eingehen, nur den Film “Die Reise ins Labyrinth“ möchte ich keineswegs unerwähnt lassen. Ich war 10 Jahre alt als ich den Film sah und ich erinnere mich bis heute, wie mich der Film und seine Musik geprägt haben. Bowie in der fantastischen Rolle des Jareth, der Koboldkönig. Ein Fantasyabenteuer der besonderen Art und für mich eine Rolle, die keiner hätte besser verkörpern können als David Bowie.

Berlin, Berlin

Natürlich kann und darf ich seine Berliner Zeit nicht auslassen. David Bowie lebte 1976-1978 in Berlin im Stadtteil Schöneberg; sein Nachbar kein geringerer als Iggy Pop, der zusammen mit Bowie nach Berlin gekommen war. Die Anfangszeit in Berlin war nicht leicht für David – er zog einen kalten Entzug durch und kam von den harten Drogen weg. Es folgte die Fertigstellung seines Albums “Low“ das erste der Berlin-Triologie mit dem zweiten Album “Heroes“ und dem Finale “Lodger“. Natürlich arbeitet er zusammen mit Iggy Pop, nahm Alben auf und ging auf Tour mit ihm. Schön zu lesen sind jetzt Iggy Pops Erinnerungen an diese Zeit: “Bowie war das Licht meines Lebens. Ich habe keine andere so großartige Person getroffen!“

1978 verließ Bowie Deutschland und zog in die Schweiz. Die Berliner Jahre hatten sein Leben aber geprägt und es zog ihn immer wieder nach Deutschland, unter anderem nahm er 1981 den Soundtrack zu dem bekannten Film “Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ auf.

1980 – heute

Die 80er-Jahre begannen für Bowie mit seinem groß gelobten Schauspielerischen Können im Broadway-Debüt “The Elephant Man“, und der Veröffentlichung seines Album “Scary Monsters“ wieder zusammen mit Tony Visconti. Es folgten weitere schauspielerische Aktivitäten und 1983 das erste Album für sein neues Label EMI, ohne Visconti, aber mit einem riesen Erfolg und einer seiner größten Tourneen. Das Album brachte die Songs “Let’s Dance“ und “China Girl“ hervor, David Bowie wurde zur Popikone.

Es folgte eine kleine Schaffenskrise 1984-1987, die trotzdem sehr erfolgreiche Singles hervorbrachte. Die Alben wurden von den Kritikern jedoch zerrissen. Ende der 80er und Anfang der neunziger Jahre versteckte sich Bowie in der Band “Tin Machine“. Es folgten in den Neunzigern weitere unbeachtete Alben, die experimentierfreudig waren, waren aber keinen kommerziellen Erfolg einbrachten. Auf den Alben der 90er-Jahre experimentiert Bowie immer mehr mit seinem geliebten Jazz und sogar HipHop-Essenzen mischen sich mit rein.

2002 tat sich Bowie wieder mit Toni Visconti zusammen und das Album “Heathen“ brachte Bowie zurück in die Köpfe der Fans. Das 2003 folgende Album “Reality“ präsentierte Bowie am Erscheinungstag weltweit und zeitversetzt in den Kinos der ganzen Welt, es war der größte Einsatz digitaler Technik und die dafür eigens produzierte Live-Show wurde komplett digital übermittelt.

2003 ging David Bowie auf eine seiner größten Welttourneen “A Reality Tour“, die er 2004 in Scheeßel auf dem Hurricane-Festival wegen eines Herzinfaktes abbrechen musste. Danach wurde es ruhig um David Bowie, er trat nur noch bei Gastauftritten auf und 2007 hatte er seinen letzten Auftritt.

Erst 2013, an seinem 66. Geburtstag veröffentlichte Bowie eine neue Single “Where are we now“. Das Video zum Song wurde von Tony Oursler gedreht und es ist eine Hommage an Davids Berliner Zeit. Das folgende Album “The Next Day“ wurde zu einem seiner erfolgreichsten Alben und ging in Deutschland direkt auf die 1.

2015 wurde das Musical “Lazarus“ zum ersten Mal aufgeführt, Premiere war der 7. Dezember 2015.

Blackstar

Sein 26. Soloalbum “Blackstar“ erschien am 8. Januar 2016, David Bowies 69. Geburtstag. Es wurde sein zweites Nummer 1 Album in Deutschland.

Ein neues David Bowie Album, schnell ist es in aller Munde. Der Godfather hat ein neues Werk geschaffen und alle Fans können nicht erwarten es zu hören. Doch auf was soll man sich einrichten? Welche Musikrichtung wird es sein, die David Bowie seinen Fans präsentiert? Das kann man vorher nie genau sagen, dafür ist es halt David Bowie und seine Fans wissen, worauf sie sich einlassen. Aber auch genau das ist es, was viele an Bowie fasziniert und zu Recht! Kann ein David Bowie enttäuschen? Nein, das kann er nicht. Mit seinen experimentellen Werken kann vielleicht nicht jeder etwas anfangen aber ein echter Bowie-Fan freut sich doch genau auf das: Etwas Neues, etwas noch nicht da gewesenes und einfach gute Musik.

Und genau das hat Bowie auch in seinem letzten Album erschaffen, er hat sich mal wieder neu geschaffen. Sieben Lieder, 42 Minuten, die sein Können unter Beweis stellen. Sieben Lieder die tiefgründiger nicht sein könnten. Kendrick Lamar war für die Musiker, die hier zusammen gekommen sind, eine große Inspiration. Ein Künstler, der sich nicht einordnen lässt und gerne viele Genres miteinander vereint.

Sein Tod, nur zwei Tage nach Erscheinen von “Blackstar“ treibt das Album natürlich noch voran, aber auch alle, die das Werk in diesen ersten zwei Tagen gehört haben, waren begeistert. Endlich wieder Bowie, endlich wieder neue Musik.

Die ersten drei Lieder überraschen mit extremem Jazz. Aufgenommen mit dem Avantgarde-Jazzer Donny McCaslin und dessen Drummer, erlebt das erste Lied “Blackstar“ ein wahres Jazz-Feuerwerk, knappe 10 Minuten lang (und bereits gekürzt). Das ist ein Comeback à la David Bowie! Höre ich da etwa ein Harfe? Natürlich! Und ein Saxophon und dazu Bowies Gesang. Teilweise ein Wimmern, teilweise klar aber niemals über die Musik erhebend. Der Song lebt aus dem Jazz wird rhytmischer, lauter und gar chaotisch. Ein Musik-Wahnsinn.

Bowie hat selber über dieses Album gesagt, dass es das Ziel war Rock ‚n‘ Roll zu vermeiden! Das hat er im ersten Song schon bravourös gemeistert.

Der zweite Song “Tis a pity she was a whore“ steht dem ersten in nichts nach. Bereits 2014 wurde dieser Song auf dem Best-of-Album “Nothing has changed“ veröffentlicht. Für Blackstar wurde er allerdings neu aufgenommen. Auch hier fehlen die einprägsamen Melodien, das Saxophon spielt was es will und Davids Stimme klingt irgendwo dazwischen und bringt seinen Text ein, so das letztendlich alles wieder Sinn ergibt.

“Lazarus“, als dritter Track. Das Saxophon wird melancholisch.

Das Album in Anbetracht des Todes von David Bowie

Die Musik und die Texte des Albums lassen dieses Meisterwerk schon für sich sprechen. Aber in Anbetracht des Todes von David Bowie möchte ich es mir nicht nehmen lassen, ein wenig übermenschliches und sphärisches mit in diese Rezension aufzunehmen.

Mal ehrlich Leute, David Bowie war sehr krank und er wusste das schon eine ganze Weile. Und dann bringt er dieses Album mit diesem Titel auf den Äther. Da steckt doch schon so einiges mehr hinter. Das Video zum ersten Track “Blackstar“ ist selbstverständlich in aller Munde. Es wurde von keinem geringeren als Johan Renck Regie geführt, ich sage nur “Breaking Bad“ und “The Walking Dead“! David Bowie liegende…

Nehmen wir das Album an, als Davids Abschiedsgeschenk und sehen wir es, wie er es gewollt hat – als sein letztes Kunstwerk.

Teil 2 der Hommage an David Bowie kannst du morgen auf dem Blog lesen. Darin enthalten: Seine bisherige Diskografie.

 

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