Clueso

Clueso „Neuanfang“ Rezension

Clueso "Neuanfang" Rezension

Clueso „Neuanfang“ Rezension

Am 13.10 erschien mit „Neuanfang“ das neue Album von Clueso.

Jeder von uns hat doch mal Clueso gehört. Hört ihn immer noch, nach all den erfolgreichen Jahren des gebürtigen Erfurters. Oder es gibt auch wieder die Fans, die immer mit beobachtet haben, was er so nebenher macht. Fanden dann mal den ein oder anderen Song richtig gut. Für viele ist Clueso aber auch DER Songschreiber in Deutschland schlechthin. Clueso hat viele Gesichter und viele unterschiedliche Menschen feiern, lieben oder ignorieren ihn oder sind ihm gleichgültig gegenüber.

Und ich? Ich nehme irgendwo dazwischen Platz. Ich war mal bei einem Konzert von Clueso im BR in Nürnberg. Davor war ich eher einer, der ihn wahrgenommen hat. Ich konnte nie wirklich viel mit den Songs von ihm anfangen. War darüber aber auch nicht traurig und auch gar nicht sauer, dass er es in den Jahren so weit nach oben geschafft hatte. Er ist ein guter Songwriter. Keine Frage.

Im Endeffekt juckt es Clueso nicht die Bohne, dass ich hier über ihn beim Soundkartell schreibe. Aber mich, dass ich sein neues Album „Neuanfang“ in die Hände bekam. Der Titeltrack war denn auch der erste Track, den ich wirklich ganz aktiv (ja nicht passiv!) zu hören bekam. Und: Wow, was ist das bitte für ein guter Track? Ein Song, der Hitpotential hat. Ein Song, der sich aber bestimmt auch weit von den älteren Songs entfernt hat.

Ich habe aufgehört bei Bands und Musikern in der Vergangenheit zu leben. The Rifles, Arctic Monkeys, Franz Ferdinand, sind hier die perfekten Beispiele. Jetzt also auch Clueso, denn Clueso hat mich definitiv auf dem falschen Fuß erwischt. „Achterbahn“ ist auch ein wahnsinns guter Song, der einen so guten Text trägt, dass es mir schon fast vergeht. Im positiven Sinne. Ein Song, den ich stundenlang hören könnte.

Und dann kommt „Neue Luft“. Für mich eine furchtbar melancholische Ballade. So klingt für mich deutschsprachiger Schnulz. Und da war er wieder der Moment, wieso ich wohl doch nie Clueso hätte hören können. Mit „Erinnerungen“ geht es erst mal so weiter. Doch dann kommt er wieder: Der Clueso den ich während der neuen Platte sehr zu schätzen gelernt habe. „Lass sie reden“ finde ich wiederum richtig gut. Clevere Texte, nicht ganz so schnulzig und ein toller Refrain, der für mich im Kopf bleibt.

Was dann folgt ist wieder classy. Schnulziges Gesülze, ein ganz schöner Song mit Kat Frankie und dann wieder ein schwungvoller Track, der mein Herz aufhorchen lässt. Mit Kat Frankie hat jedenfalls eine tolle Sängerin für den Song gewonnen. Bei „Anderssein“ singt Sara Hartman, die es sich in dem letzten 12 Monaten in Deutschland eingerichtet hat. Hier sitzt ihre Zielgruppe.

Das passt ganz gut zusammen und ergab sich rein durch Zufall, weil sie beide im gleichen Studio in Berlin waren. Trotzdem: Meine Meinung ist da eher die, dass ich Sara Hartman nicht brauche. Für mich eine überschätzte Musikerin.

Letztlich bleibe ich bei dem Album bei genau vier Tracks hängen. Für mich ist das zu wenig, aber ich sehe es eher positiv. Das Album ist ganz nett, gut gemeint und für Clueso sicher ein gewagter Schritt, da er sich ja von Band, Heimatstadt-Berlin und allem was ihm in den letzten lieb und teuer war, getrennt hat.

Das Bewundernswerte ist aber vielmehr, dass Clueso durch sein Album marketingtechnisch einen tollen Schritt gemacht hat. Er hat sich eine deutlich größere Zielgruppe erspielt, ohne sein Gesicht zu verlieren. Dazu gehört Mut. Vielleicht liest Clueso das ja trotzdem: Bitte halte dich lieber an den lebensfrohen Songs wie „Anderssein“, „Neuanfang“ oder „Lass sie reden“. Danke.

✪✪✪ (3 von 5 Sternen)

 

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