Burning Velvet

Burning Velvet „Night Light – Slow Grass“ Rezension

Burning Velvet neues Album; Credit:0 Silas Risbjerg Terkelsen

Burning Velvet neues Album; Credit: Silas Risbjerg Terkelsen

Kürzlich erschien mit „Night Light – Slow Grass“ das neue Album des dänischen Musikers Burning Velvet.

Es ist einfach so wunderschön, wie Burning Velvet mitsamt seiner Musik es schafft mich mitzunehmen. Mit „Night Light – Slow Grass“ ist er wieder zurück und was soll ich dazu noch sagen? Es ein individuelles Meisterwerk der Songwriter-Kunst. Er hat mal wieder alles per Hand produziert. Also das Cover der Schallplatte, die Musik natürlich auch und das gesamte Konzept dahinter.

Nicolai, wie er eigentlich heißt, wohnt in Svendborg, einem kleinen Städtchen rund zwei Stunden von Kopenhagen entfernt. Sehr beschaulich meinte er, wäre es da. Aber günstig und überhaupt entflieht er da dem Stress der Hauptstadt, hat sein eigenes Studio. Da passiert es dann auch, dass dabei ein solch tolles Album herauskommt. Sage und Schreibe 18 neue Songs gibt es zu hören.

Ganz einfach beginnt das Album mit einem Riff, dass er auf seiner Gitarre immer und immer wieder wiederholt. Noch dazu seine tiefe, leicht brüchige Stimme. Toll. Besonders gut gefällt mir allerdings „White Cherry Blossoms“. Ganz dezent nuschelt er in sein Mikro hinein, im Hintergrund begleitet er sich wieder selbst. Es ist Zeit abzudriften, einzutauchen und einfach nur Burning Velvet zu lauschen.

Nicolai lebt seine Musik. Aus Prinzip, Idealismus, Leidenschaft, aber auch eine gute Selbsteinschätzung gehört dazu. Wer sich seiner Musik hingibt und sich die Zeit nimmt, ihm wirklich zuzuhören, der wird Burning Velvet aus seiner Sammlung der guten Songwriter nicht mehr wegdenken können. Ein Vollblut-Musiker, der Größen wie Tom Waits, Bob Dylan gar nicht als Vergleich benötigt.

„Night Light – Slow Grass“ ist so gesehen das erste vollständige Album des Dänen und somit auch eine Ansammlung von Songs, die in all den Jahren entstanden sind. Wie eine Schatulle mit großartigen Erinnerungen und Momenten, die ihm wichtig waren in all der Zeit. Der Anspruch war, die Songs so pur wie nur möglich aufzunehmen und das ist zu 100% gelungen.

Eine kleine, große Notiz am Rande: Das Album fließt die gesamte Spielzeit vor sich hin. Das mag man wie ich super schön finden, zumal jetzt ja die Regen- und Winterzeit kommt. Es birgt aber auch die Gefahr, sich die Songs zu selten voneinander abheben. Wer damit klar kommt, findet in „Night Light – Slow Grass“ eines der schönsten Songwriter-Alben des Jahres 2016.

✪✪✪✪ (4 aus 5 Sternen)

 

 

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