Arpen

Arpen Debütalbum „Arpen“

Arpen Debütalbum; Fotocredit: Tobias Schütze

Arpen Debütalbum; Fotocredit: Tobias Schütze

Kürzlich erschien das erste Album von Arpen. Redakteur Eddie Vollgas hat sich das Album angehört.

Die Musik ist nur eine von vielen Kunstformen, die ARPEN alias Robert Seidel versucht in einem vermittelbaren Medium zu verwandeln. Allerdings ist der medial bestens aufgestellten Künstler recht spät zu einem eigenen Werk gekommen. Nicht das es ihm an dabei an Kreativität gefehlt hätte. Durch seine Tätigkeit als Songwriter, Komponist und Produzent bemühte Robert Seidel bereits einige Projekte, die in mehr oder weniger bislang ausgelastet hatten.

Mit unzähligen Auftritten, unter anderem mit den Projekten ARPEN & THE VOLUNTEERS sowie MUD AHAKA konnte er bereits nachhaltig der weltlichen Zuhörerschaft die Chance bieten, in seiner Auffassung von erlebbarer Musik ein- und abzutauchen. Mit „Arpen“ folgt nun das selbstbetitelte Album, dass ARPEN als Solo-Musiker etablieren soll.

Das die Musik von ARPEN dabei frei vom Ideal der einfach zu verdauenden Kunst ist, wird beim Hören schnell klar. Entwickelt sich der Opener „For How Long, How Long“ noch als Klangerlebnis, dass alleine durch seine klare, karge Struktur und dennoch ordentlichen Dynamik überzeugt, wird es bei den folgenden Tracks schon anspruchsvoller.

Die durchgängig mit Kinderorgeln, Percussion-Instrumenten, schlichten Gitarrenklängen sowie der teilweise fast geflüsterten samtigen Stimme von Robert Seidel unterlegten Songs, scheinen dabei einen ganz eigenen Film zu folgen. Nach Aussage des Labels, soll das Album „das künstlerische Spannungsfeld zwischen Fotografie und Pop“ betreten. Das ist doch schon mal eine Aussage, die in recht abstrakter Form den Inhalt der Musik von ARPEN wiedergeben soll.

Die Inspiration zu den Songs kommen von Fotografien, wie denen des Künstlers Taryn Simon, dem das Album gewidmet ist. Selbst die Filme zu den Liedern präsentieren sich in ganz eigenen Bildwelten, wie zum Beispiel bei einem Portrait zum zugehörigen Labels ANALOGSOUL auf relativkollektiv.de eindrucksvoll zu bestaunen ist.

Auf gut Deutsch: die Musik des Leipziger Musikers ist nichts, was zum Singen unter der Dusche taugt. Es ist mehr eine Herausforderung an sich selbst. Wer lieber auf leichte Musikkost steht, wird schnell auf Grund der Komplexität der Stücke überfordert sein. Wer aber bereit ist, ganz abseits vom Mainstream, in die Tiefe der Kompositionen von ARPEN abzusteigen versucht, bekommt einen Eindruck davon, wie viel Kunst und Künstler in einem Song enthalten sein können.

Zum Teil recht düster und mit destruktiven Texten versehen, kommt „Arpen“ auch nicht besonders erheiternd um die Ecke gebogen. Eher bekommt man ein Gefühl für die fragile Verfassung des Künstlers präsentiert. Da muss man schon wissen, worauf man sich einlässt. Ich persönlich hätte mir mehr Stücke, wie das bereits erwähnte „For How Long, How Long“ gewünscht.

Zeigt es doch, dass Robert Seidel es durchaus versteht, erfahrbare Musik auch Massenkompatibel zu gestalten. Aber so ist das vielleicht mit der Kunst im Zusammenhang mit Musik: hier wird ein gänzlich anderes Ergebnis anvisiert. „All The Things“, „Timttb“, „Ita“ und Co liegen dann doch recht schwer im Ohr. Letztendlich hat jede Musik seine Berechtigung – auch wenn sie manchmal schwerer zu vermitteln ist. Die Erfahrung habe ich mit den acht Tracks auf „Arpen“ gemacht.

Es hat mir bei weitem nicht geschadet und war bestimmt nicht die schlechteste Erfahrung, die ich in Zusammenhang mit Musik gemacht habe.

Ein Text von Eddie Vollgas

 

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