Alfred Quest

Alfred Quest fein instrumentales Debüt

Alfred Quest; Credit: Luise Zuecker

Alfred Quest; Credit: Luise Zuecker

Am 05. August erschien mit „Midlife Wellness“ das Debütalbum des elektronischen Projekts Alfred Quest. Lest hier die Rezi dazu.

Alles beginnt ganz andächtig. Etwas gedämpft und total zurückhaltend. Bloß nicht aufdringen ist hier die Devise. Es ist ein Opener, der eher aus der Defensive kommt. Ein Beginn, der unaufdringlicher nicht sein könnte. Alfred Quest, das ist ein dann doch eher bisher unscheinbares Quartett aus Erfurt. Bestehend aus Tilmann Jarmer (Architekt & Langschläfer), Sascha Friedrich (Buargbesitzer & Sammler) und Patrick Föllmer
(Lilabungalow, Rakete sowie Wissenschaftler).

Das, was Alfred Quest uns hier anbieten, steht im Zeichen einer Kritik. Einer Kritik an uns selbst. Der immer schneller werdende Konsum, auch von Musik. Das Feiern von Hypes und der Hang zur Rastlosigkeit. Permanent. Da kommen die Erfurter gerade richtig. Denn ihr Werk ist alles andere als das. Es ist ein Album, das genau das Gegenteil bewirkt. Es ist bewusst entschleunigt.

Der Ort an dem alles stillsteht und an dem Ruhe einkehrt: Natürlich der Wald. Dafür haben sie sich einen Ort ausgesucht, an dem sie das komplette Album einfach mal eingespielt haben. Bisher kenne ich nur eine Band, die ihre EP mal im Wald eingespielt hat, AnnenMayKantereit. Aber zurück zum Thema. Bei ihren Songs, die sie jetzt auf ihre Debütalbum gepackt haben, sprechen sie ganz bewusst von Skizzen. Also eher Anfänge, Vorahnungen, wie etwas zu klingen hat.

Dass sie diese Songs dann doch aufgefangen haben überrascht. Denn die Tracks könnten wahrscheinlich an einem anderen Ort, zur anderen Zeit wieder ganz anders klingen. Elektronika, Buargpiano, Kontrabass, Streicher, Gitarren, Bässe und kleinste Klangschnipsel sind Bausteine der Instrumentalstücke. Und auch wenn ich den Eindruck der starken Improvisation nicht loswerde, so wirken die Tracks arg perfektionistisch.

Es müsste jedes Gluckern, jeder Schnipsel genau an dieser Stelle sein. Und nirgendwo anders. So wie in „Neun Über Vier“, in dem ein Bass wummert, ein Synthie den Hall mitschleppt und ein Piano ganz dumpf mitwippt. Dass dann mit „Langsame Liebe“ ein Track anschließt, der den gesamten Sound vom Vorgänger-Song aufsaugt, ist nahezu perfekt. Wir können bei dem Übergang in unserer Pose verweilen.

Euch erwartet eines der entspanntesten Alben des Jahres. Toll gemacht!

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