Rezension: JEREMIAS

Du musst an den Frühling glauben. Die neue EP von JEREMIAS.

JEREMIAS EP Review - Fotocredit: Martin Köhler

JEREMIAS EP Review – Fotocredit: Martin Köhler

Der Herbst. Manche lieben ihn, manche hassen ihn. Endlich kann man wieder voller Melancholie und Weltschmerz zuhause ’rumsitzen! Omis Stricksocken kommen in Mode, draußen drehen die üblichen Hamburger Sturmböen völlig am Rad, niemand nimmt es einen übel, wenn man sich mal lässige drei Tage nicht aus dem Haus bewegt… Da werden Filme wie EatPrayLove gebingewatched, sich unter der 220×240 Daunenbettdecke versteckt, 16 offene Lieferando Tabs geschlossen und erstmal ordentlich einer weggedöst. Und diejenigen unter uns, der der Flimmerkiste nur wenig bis gar keine Bedeutung schenken, die entstauben ihren guten alten Plattenspieler! Das Herz eines jeder Wohn-, Ess- und Schlafzimmers (ganz recht, wir haben drei davon). Und es gibt so viele, viele schöne herbstliche Nostalgie-Platten, die einerseits die letzten Wochen aufblühen lassen und Dir andererseits ein Messer in Dein sensibles Summer of 69 Herzchen bohren! Also, muss ja nicht unbedingt schlecht sein… Was wir damit eigentlich ausdrücken wollen: JEREMIAS erste EP is‘ draußen! Yay! Und diese trägt den wundervollen Namen: „Du musst an den Frühling glauben“. Ein treuer Wegbegleiter durch den sich anbahnenden Winter, versprochen. Wir haben uns die fünf Songs genauer für Euch angesehen und sind verliebt! Noch mehr, als wir es ohnehin schon waren…

JEREMIAS EP Release

JEREMIAS EP Release

Alles

„Alles gibt sich von allein und zeigt sich doch so leicht, so leicht…“ Was mit einem schnuckeligen und eingängigen Gitarrenriff beginnt, entwickelt sich in den klassischsten Ohrwurmhit aller klassischen Ohrwurmhits! Ihr wisst schon. Die, die man bei einer dreistündigen Autofahrt durchgehend mitgegrölt und permanent lauter dreht, auch wenn da gar nichts mehr lauter zu drehen geht. Da wird direkt auf dem Beifahrersitz die Luftgitarre gezückt und ordentlich einer abgerissen. Mit ihren Feel-Good Vibes und ihrem jugendlichen Leichtsinn besingen sie den bittersüßen, alltäglichen Weltschmerz und tanzen sich von diesem frei!

Diffus

„Schön diffus, was alles vor uns liegt“ – noch ein Hit! Die Ungewissheit über das, was morgen oder übermorgen oder in drei, vier Jahren sein könnte. Ein Thema, dass die Jungs momentan am meisten bewegt und neugierig auf mehr macht. Der Track beginnt mit Jeremias herzzerreißender Stimme – eine Stimme, die nach einer alten Seele klingt, die so viel Gefühl transportiert, dass man meinen könnte, sein Herzchen wäre bereits diverse Male in Splitter zerlegt und jedes Mal mühevoll wieder mit Patafix zusammengeschustert worden. Durchlebt eben. In Kombination mit geballter Smoothness entsteht dabei das positive Carpe Diem Gefühl, sich anstatt Sorgen einfach mal ’ne deftige Portion Nudeln zu machen – ohne darüber nachzudenken, was die Waage morgen vielleicht dazu sagen könnte!

Wenn Blätter fallen

Herrlich-ehrlich, romantisch-ruhig und Zuckerwatte-weich kommt dieser Song daher! Ein Lied für all die Träumer unter uns, für die, die morgens nicht aus dem Bett kommen und abends nicht ins Bett finden, nachts durch die Straßen ziehen und Herbstlaub von ihren Schuhen polken. „Bin viel zu theatralisch bei Liebe und Musik, und zu sensibel und besessen, was mir leider zu gut steht“ Schluchz, triefz. Ein sehr emotionaler Text für eine sehr emotionale Jahreszeit, die direkt das Bedürfnis weckt, in das nächstbeste Café zu rennen, sich einen riesigen Pumpkin Latte mit doppelter Menge Sahne zu bestellen und die Herbststürme zu beobachten, wie sie das vergangene Jahr von der Scheibe wischen… Nostalgie und Herzschmerz, ertränkt in gezuckertem Kürbis!

JEREMIAS EP Release

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Sommer

Wenn wir alle in einer einzigen Sitcom leben würden und unsere Leben mit entsprechender Hintergrundmusik unterlegt wären, dann wäre dies hier der Song für einen Köpper in den See! Für Eisessen, in der Sonne schmoren, Knutschen und Freibier. Ein Song, der dem Sommer das Image verleiht, welches er verdient – nie enden wollend, exzessiv, luftig-leicht und am Ende doch viel zu kurz. Keine typische Sommerhymne, mehr ein kurzer Reminder, die ewig langen Tage zu genießen und der Liebe Deines Lebens mitzuteilen, wie sehr Du sie magst. Die frische Luft nach einem verregneten Gewitter zu atmen, die Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren und sich seinem Glück bedingungslos zu ergeben.

Du musst an den Frühling glauben

Sowohl beim Fahrstuhlfahren in Paris als auch beim Texten im Café, dieser Song hier geht eigentlich immer, sobald man einfach mal abschalten und sich selbst ein wenig Ruhe gönnen möchte! Wie Wellness für´s Köpfchen, Wick MediNait bei Reizhusten… Vermutlich der seichteste Song, den die Vier in die Welt entlassen haben. Mehr gibt´s dazu nicht zu sagen. Wir lieben ihn.

All in all alles smoothe Songs sehr smoother Boys, die das Wort „smooth“ neu definieren. Man hört heraus, dass die Vier ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht haben und an all den Tagen, an denen sie mal nicht auf der Bühne stehen, in der Uni gammeln und ihr Talent nur noch weiter ausbauen! Vier Jungs, alle Anfang 20, alle unfassbar talentiert und haben bereits mehr Herzchen zum Schmelzen gebracht, als so manche Band es in ihren Mitte 30ern noch versucht… Lasst uns mit ihnen den Herbst genießen und insgeheim schon an den Frühling glauben, denn – Trommelwirbel bitte – im Februar geht´s für die Boys wieder auf Tour! Wir sind selbstverständlich dabei, bei vier, fünf Konzerten… Und Ihr natürlich auch!

 

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