Young Chinese Dogs – Federleichter Brit-Pop mit einer großen Prise Folk

Young Chinese Dogs

Es ist ja bekannt, dass China kein gutes bzw. zumindest ein ganz anderes Verhältnis zu ihren Hunden nachgesagt wird. „Junger Hund“. Davor graust es einen Europäer, wenn man das auf einer Speisekarte lesen sollte. Doch hier hat es weder etwas mit Asien zu tun, noch mit einer Speisekartenfolge. Dennoch muss der Vergleich ja kommen, wenn man von den Young Chinese Dogs spricht. Man sollte es eher so sehen: Sie wollen mit ihrer Musik wie junge Hunde neue Gefilde ausprobieren und in ihnen „herumtollen“. Young Chinese Dogs kommt aus München und sind, wenn man so will, eigentlich keine New-Comer Band mehr. Denn wer schon vor einem Publikum von 50 000 Menschen gespielt hat, den mangelt es sicher nicht an Bühnenerfahrung. Dennoch gibt es die Young Chinese Dogs erst seit 2011 und ihr Projekt „Band“ steckt wahrlich noch in seinen Kinderschuhen. Doch sie wollen nach ganz oben.

 

Wie schon gesagt, die Young Chinese Dogs bestehen seit 2011 und haben bereits ihre erste EP „Live in a Cardboard Box“ veröffentlicht. Wir haben es hier mit drei jungen Wahl-Münchnern zu tun: Nick Reitmeier (Voc, Gitarre), Oliver Anders Hendriksson (Gitarre) und Birte Hanusrichter (Voc, Keys, Percussion). Das Besondere an der Art und Weise wie sie Musik machen, ist, dass es eine unerschütterliche Bandregel gibt: Man darf nur Instrumente spielen, die man quasi mit der Hand auf die Bühne tragen kann. Die gesamte Besetzung ist also akustisch bestückt. Wenn sie hingegen live auf der Bühne stehen, helfen ihnen wahlweise noch weitere Musiker.

Schon in der Jugendzeit haben sie angefangen zu musizieren, in Kellern und diversen Proberäumen. Der Frontman der Young Chinese Dogs textet schon seit geraumer Zeit selbst und hat auch schon als Solokünstler ein paar Songs aufgenommen. Erwähnenswert ist es, dass sich Nick vor vier Jahren für die Band von Promi-Sohn Wilson Gonzales Ochsenknecht bewarb und auch genommen wurde. Daher rührt auch die Bühnenerfahrung.

Die drei Musiker um Young Chinese Dogs spielen harmonischen, eingängigen und federleichten Brit-Pop mit einer großen Prise Folk. Dieser klingt jedoch nicht traditionell nach Wüstenstaub, sondern man merkt ihnen deutlich an, dass sie heimatlich klingen wollen. Also nach Isarauen, Tälern und Wiesen. Sehr ehrlich und authentisch eben.

Fünf Songs haben sie auf ihre EP „Live in a Cardboard Box“ gepackt. Der erste „Please Don`t Go“ fällt zugleich mit dem Duett von Nick und Birte auf. Der Song hat eine sehr romantische und verspielte Anmutung und der Refrain „Don`t you leave me alone, `cause I need someone in the dark that will keep me safe and me warm forever and everplease don`t go!“ erzeugt eine schöne melodische Stimmung. die mit Einsetzen der folktypischen Mundharmonika perfektioniert wird. Ein wirklich sehr schöner Opener der Platte.

Äußerst rhythmisch geht es mit „Yellow Octopus“ weiter. Ein bisschen erinnert die Songstruktur an die der Schweden Friska Viljor. Doch stimmlich und auch in der Instrumentauswahl erzeugen sie in „Yellow Octopus“ ihren ganz eigenen Stil. Man merkt einfach, dass mindestens einer der drei sehr viel musikalische Erfahrung und vor allem Routine einbringt.

Auch bei „Lost Generation“ ist es einfach wunderbar, wie Young Chinese Dogs unter Beweis stellen, dass man alles akustisch händeln kann. Man muss nunmal um einen guten Song zu schreiben und diesen dann auch umzusetzen nicht mit Effekten aufblasen. Nein, die Musik ist von Grund auf ehrlich, erdig, aber dennoch kraftvoll und sehr atmosphärisch.

In einer mittlerweile so elektroaufgeladenen Musikwelt, tut es wirklich gut den fünf Tracks der Young Chinese Dogs zu lauschen. Ebenso verhält es sich bei „I Spy With my Little Eye“. Unerschrocken und sanft bringen sie den Zuhörer dazu, zu träumen. Und wem es bis jetzt noch nicht aufgefallen ist, arbeitet das Trio auch ohne typisches Schlagzeug. Im hingebungsvollen Einsatz sind hier Beckenschläge, Trommeln und ein Tamburin. Da merkt man erstmal, dass man nicht immer ein wummerndes Schlagzeug braucht. Das würde auch absolut nicht zu den Titeln von Young Chinese Dogs passen.

Mit „Juliette`s Son“ wartet nochmal eine richtig schöne und melodiöse Ballade auf den Hörer. Und zum Abschluss gibt es noch mal den Boy-Girl-Gesang von Birte und Nick. Sobald die EP mit diesem Titel ausgeklungen ist, fühlt man sich in gewisser Art und Weise zufrieden. Man merkt wie leicht es manchmal von Statten gehen kann, aber eben auch wie zerbrechlich die ein oder andere Situation im Song wie auch im richtigen Leben sein kann. Das stellen die Young Chinese Dogs gekonnt unter Beweis und haben mit ihrer EP ein wahres Schmuckstück geschaffen, das man sich unbedingt physisch zulegen sollte.

Abschließen schreibt die Band über sich selbst das „Ziel war es einen eigenen Sound zu finden, weg von Americana und traditionellem Folk, der mehr nach Isar und Föhn denn nach Wüste und Wald klingt.“ Das haben sie zu 100% geschafft und dadurch dass eigentlich alle fünf Titel nie über 3:30 Minuten lang sind, ist die Chance im Radio gespielt zu werden sehr hoch.

Auf Facebook findet ihr die Young Chinese Dogs hier: http://www.facebook.com/youngchinesedogs?ref=ts

und auf ihre eigene Homepage kommt ihr hier: http://youngchinesedogs.de/

Damit ihr hören könnt, was auch auf der EP erwartet gibt es hier den Track „Yellow Octopus“ in voller Länge:

[soundcloud]http://soundcloud.com/soundkartell/young-chinese-dogs-yellow[/soundcloud]

 

 

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