Chinese Silk & Videotape – Seidener Electropop mit Anspruch

Chinese Silk & Videotape

Heute widmen wir uns nochmals einer Band, in dessen Bandname ein „Chinese“ auftaucht. Sie haben sich bereits auf renommierten Festivals wie dem Prima Leben und Stereo Festival und dem Tollwood Festival einen Namen erspielt. Sie wurden auch schon zur Band der Woche bei on3 gewählt. Wir stellen euch jetzt eine Band aus München vor, die fünf Jungs um Chinese Silk & Videotape. Meistens ist es ja so, dass fast jedes Bandmitglied musikalisch auf der gleichen Wellenlänge unterwegs ist. Doch, dass es auch anders geht, beweist Chinese Silk & Videotape, denn jeder der Jungs hat schon im Vorfeld Banderfahrung in unterschiedlichsten Genres gesammelt. HipHop, Metal, Rock, Indie. Da war bereits so ziemlich alles an Genres dabei. Jetzt haben sie sich aber auf ein Genre, den Electropop oder auch den Synthie-Pop festgelegt. Wobei auch da die Grenzen ineinander verschwimmen.

Chinese Silk & Videotape gibt es so in der Form schon seit 2009 und dahinter stehen Johannes Kreiner (Gesang, Synthesizer), Markus Pyttel (Gitarre), Denis Reichel (Synthesizer, Gesang), Andy Bernwieser (Schlagzeug) und Lukasz Kolny (Bass). Mit fünf Mitgliedern ist eine Band schon immer recht dicht besetzt. Die normale und typische Besetzung stellt sich ja normalerweise fast immer aus vier Musikern zusammen.

Die fünfte Person kann somit das Repertoire einer Band nochmal um einiges aufstocken und erweitern. Die Musik von Chinese Silk & Videotape ist jedenfalls sehr vielschichtig. Sie geht, wie sie sich selbst beschreiben, in die Richtung Indietronic, Poprock aber sie sprühen auch Elemente des Electropop bei. Auch bei Chinese Silk & Videotape ist es so, dass aus einer breiten Mischung von Stilen etwas völlig Eingängiges geschaffen wird. An der Musik selber tüffteln die Jungs beim Gitarristen zu Hause, so entstehen Songs schon auch mal spontan vor einer Probe.

Im Juli 2011 veröffentlichten Chinese Silk & Videotape ihre selbstproduzierte EP „Get a Piece of It“ und diese beinhaltet sechs teils neu produzierte und teils alte überarbeitete Songs.

Der Einstieg in die EP erfolgt mit „Just Questions“ recht ruhig und getragen mit Hilfe eines Synthesizers und bei knapp der Hälte des Songs steigt die rauchige Stimme von Johnannes ein. Sie erinnert eher an eine amerikanische Alternative-Band. Doch wir haben es hier mit Chinese Silk & Videotape einer Münchner Band zu tun. Die Musik erzeugt sofort eine ruhige Atmosphäre. Kein Stress, kein Gehibbel, sehr abgeklärt und routiniert. Und schon als der Song etwas Fahrt aufgenommen hat und etwas ausbricht, legt sich dieser Ausbruch an Emotionalität wieder und der Track klingt aus.

Die Fahrt nimmt man jedoch gleich in „Believe The Conviction“ mit. Der Song beinhaltet schöne Strecken ohne Vocals und baut so auch wieder wunderschön auf, bis die Stimme einsetzt. Da man sich vorher vielleicht wenig unter Electropop vorstellen konnte: hier kommt der Beleg: genau so klingt Electropop. Um die Anmutung der Songs zu begreifen und beschreiben zu können, muss man die Musik gehört haben. Mit Worten lässt sie sich schwer greifen, und das ist auch gut so!

Beim nächsten Titel „The Sun On My Neck“ verhält es sich ähnlich. Der Song baut sich aus einzelnen Bausteinen wie ein Legobausatz auf, bis kurz das Tempo rausgenommen wird. Es gelingt Chinese Silk & Videotape, dass man beim Hören gedanklich abdriftet. Man schweift in andere Gedanken ab und merkt wie die Zeit an einem vorbei rauscht.

Die Musik der Münchner macht einen perfektionierten Eindruck. Beinahe jede Stelle in den Songs wirkt abgestimmt und nichts wird dem Zufall überlassen. Klavier, Cello, Synthesizer, mehrstimmer Gesang, Gitarre, der Bass und das Schlagzeug. Das verwendete Spektrum an Instrumenten ist wirklich breit gefächert und das macht die Musik von Chinese Silk & Videotape auch so einzigartig. Man wird zeitweise in mehrere Stilwelten und Epochen geworfen. Das macht die Musik so anspruchsvoll, aber dennoch eingängig. Auch wenn es nun in „Soaking The Crystals“ treibender wird. Ihrem Stil bleiben sie treu, und trotz ihrer Vielfalt erzeugen sie in „Nothing But Pipedreams“ Melodien, die im Ohr bleiben.

Wenn der letzte Track „Get A Piece Of It“ anläuft meint man allerdings, dass jetzt eine andere Band spielt. Nein, das sind immer noch Chinese Silk & Videotape. Hier dürfte Denis den stimmlichen Teil übernommen haben. Außerdem wirkt der Song jetzt nicht mehr ganz so elektronisch, denn es tauchen wieder Streicher auf, und prägnant ist vor allem die Gitarrenbegleitung. Hiermit beweisen sie nochmals, wie abwechslungsreich die Musik der Chinese Silk & Videotape ist. Sie macht sie mehr oder weniger unberechenbarer und vielfältiger.

Die gesamte EP der jungen Müchner klingt musikalisch gesehen sehr erfrischend. Sie haben das Rad zwar nicht neu erfunden, aber dennoch schaffen sie es ihren eigenen Sound ihren Songs einzuverleiben. So in dieser Form hat man Electropop wohl noch nicht gehört. Ich denke man kann mit großer Sicherheit sagen, dass es Chinese Silk & Videotape schaffen werden, die großen Bühnen zu erklimmen, vorrausgesetzt sie arbeiten mit dieser Vehemenz an sich weiter. Noch in diesem Jahr planen die Jungs ein komplettes Album in die Plattenläden zu bringen, und darauf kann man sich mit großer Gewissheit freuen. Man kann ihnen nur die Daumen drücken, dass sie mit dem Album den Sprung schaffen.

Damit ihr euch auch von der Qualität von Chinese Silk & Videotape überzeugen könnt, gibt es zunächst hier den Link zu ihrer eigenen Homepage: http://www.chinesesilkandvideotape.com/

Und hier gelangt ihr zur Facebook-Seite der Jungs: http://www.facebook.com/chinesesilkandvideotape/app_178091127385

Eine erste Kostprobe bekommt ihr von dem Track „Get A Piece Of It“ der auf der gleichnamigen EP von Chinese Silk & Videotape enthalten ist:

[soundcloud]http://soundcloud.com/soundkartell/chinese-silk-videotape-get-a[/soundcloud]

 

 

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