We Invented Paris Interview

We Invented Paris Interview „Ich glaube nicht, dass Musik die Welt verändern kann.“

We Invented Paris im Interview - Fotocredit: Karine Oliver

We Invented Paris im Interview – Fotocredit: Karine Oliver

Zum Album-VÖ hat Wolfgang Baustian We Invented Paris einige Fragen gestellt.

Es ist gewissermaßen Thementag heute, denn heute erscheint mit „Catastrophe“ das neue Studioalbum der Indie Band und Wolfgang Baustian hat nicht nur die Review dazu geschrieben, sondern der Band auch einige essentielle Fragen zur Musik gestellt.

Die Musik von We Invented Paris scheint sehr wandelbar zu sein. Ist das der ständigen Lust nach Neuem zuzuschreiben oder gar dem Kollektiv geschuldet?

Ich liebe es Songs in unterschiedliche Gewänder(Arrangements) gestecket werden können und vor allem wenn der Song wirkt, egal ob alleine mit Akkustik-Gitarre, oder eben als retro-elektronisches Feuerwerk mit Keytar und allem. Ich versuche mich immer wieder aus meiner Komfortzone raus zu bewegen und neue Ufer zu entdecken.

Hat man nicht Angst, Fans mit soviel musikalischer Wandelbarkeit abzuschrecken?

Ich glaube wir nehmen Veränderungen im ersten Moment oft als „Bedrohung“ war und es ist für mich völlig verständlich wenn das für gewisse Leute auch Zeit braucht, oder sie keinen Bock haben sich auf das neue einzulassen. Ich versuche beim Songs schreiben mich nicht davon leiten zu lassen was „sicher funktioniert“, sondern von dem was für mich aufregend ist, wovon ich begeistert werde, den pfad geh ich weiter.

Das Debüt war sehr Folk-lastig, Rocket Spaceship Thing wirkt eher melancholisch düster und erinnert mich teilweise ein wenig an Placebo. Und nun Catastrophe, welches recht elektronisch ist und wie eine Hommage an die 90er erscheint. Woher kommen die verschiedenen Einflüsse?

Je älter ich werde umso mehr Musik lerne ich kennen. Sich aus seiner Komfortzone raus zu bewegen, bedeutet auch mal Dinge auszuprobieren, die ich eigentlich auf gar keinen Fall machen würde – wie zum Beispiel eine Keytar zu spielen, oder eine Queenmässiges Gitarrensolo in einen Song einzubauen – wir haben selten so viel gelacht im Studio und Spass gehabt.

Wie kann man sich die Arbeit eines Kollektivs überhaupt vorstellen? Wer hält dabei die Fäden in der Hand?

Ich weiss es auch nicht, sag du es mir? 🙂 Nein im Ernst, das ist sehr herausvordernd und es gibt keine Anleitung oder Erfolgsrezept dafür. Wir versuchen mittlerweile projektmässig zu arbeiten. Also so, dass nicht jeder jede Entscheidung mit überlegen und entscheiden muss, sondern jeder sein Gärtchen und Zeit des Gestaltens und der Verantwortung hat.
We Invented Paris im Interview - Fotocredit: Karine Oliver

We Invented Paris im Interview – Fotocredit: Karine Oliver

Was bedeutet Musik für Euch? Gibt es eine Message dahinter?

Ein Leben ohne Musik kann ich mir nicht vorstellen. Ich bin fest davon überzeugt, dass Musik und Kunst unser Leben stark prägen und verändern kann, und somit auch sehr wichtig ist für unsere Gesellschaft. Klar wir Unterhaltung, aber wir können auch die kritischen Fragen stellen, uns selbst und die Menschen um uns rum wach zu rütteln.

Ihr seid bekannt für Eure wilden „Aktionen“. Woher kommen die Ideen und was ist der Antrieb dahinter?

Ich mag es auch hier (wie beim kreieren von Musik) wenn wir uns aus klassischen/gewohnten Formen weg bewegen und Musik mal anders erlebbar machen. Wir hatten schon sehr viele Ideen die nie das Tageslicht gesehen haben, weil sie zu aufwändig, zu irsinnig, oder einfach der falsche Zeitpunkt war…momenten fühlt sich das mit der CATASTROPHE-DISCO-BAR-BOX® allerdings gerade richtig gut an und macht enorm Spass.

Die ganze Welt scheint im Wandel zu sein. Welche Rolle spielt Musik dabei?

Ich glaube nicht, dass Musik die Welt verändern kann, aber ich glaube das Musik Menschen zur Veränderung bewegen kann, welche die Welt dann verändern.

2011, 2014, 2017 … 2020? Mit was können wir wohl in drei Jahren rechnen? Könnte es nochmal einen erneuten Wandel geben?

Ja, unsere Geschichte würde dafür sprechen, aber mal schauen wohin die Reise geht. Momentan fühlt sich die Musik von „Catastrophe“ so richtig und gut an wie noch nie zuvor, jetzt freuen wir uns erstmal damit ab Oktober auf ausgedehnte Tour zu gehen.

 

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