Trains On Fire „The Wheel“

International anmutender Synth-Pop aus Dresden: Trains on Fire Debütalbum „The Wheel“

Trains On Fire; Fotocredit: Felix Hedel

Trains On Fire; Fotocredit: Felix Hedel

Trains On Fire mit ihrem Debütalbum.

Dresden ist dieser Tage international nicht unbedingt für Weltgewandtheit und Besonnenheit in den Schlagzeilen. Jedoch sollte man sich immer wieder vor Augen führen, dass nur ein kleiner Teil der Dresdener dieses Bild prägt, aufgeklärte Menschen nur nicht so laut schreien. Gutes Beispiel hierfür ist die Synth-Pop Band Trains on Fire. Das Duo wurde 2010 von dem Sänger und Gitarristen Richard Fritzsche als Soloprojekt gegründet und 2012 von der Sängerin Christine-Marie Günther ergänzt. 2016 erschien bereits die EP „Alan Alan“, nun im April das Album „The Wheel“.

Die Band selbst ordnet ihren Sound in Kategorien á la Metronomy, Beach House oder The XX ein und liegt damit auch sehr richtig. Gerade der gleichberechtigte Gesang von Richard und Christine-Marie erinnert häufig an die Briten von The XX – nicht nur vom Arrangment, sondern auch vom typischen apathischen Timbre. Besonders bei dem Titel „Honey“ wird dies deutlich.

Trotzdem bewegen sich Trains on Fire nicht nur in bekannten Gefilden und klingen meistens sehr eigenständig. Unter anderen sticht hier der Song „No Alert“ hervor. Das Duo arbeitet mit rhythmischen Gitarrenparts, gefolgt von sphärischen Synthieflächen, ohne allzu stark an die großen Vorbilder zu erinnern. In vielen Songs finden sich zudem große Melodien, besonders im Ohr geblieben sind beipielsweise die Songs „Neon House“, „Vinci“ oder auch der Titeltrack „The Wheel“. Allerdings ist das Instrumentale in Teilen doch sehr generisch und die Soundästhetik austauschbar. Gerade Drum- und Gitarrensounds können den Produktionen der Vorbilder nicht das Wasser reichen, und das nicht nur aufgrund des vermutlich kleineren Budgets.

Die verwendeten Drumcomputer sind klanglich nicht immer überzeugend und auch die Gitarren variieren auf der Platte kaum. Vermutlich hat man sich hier am Minimalismus der The XX Platten orientiert, ein bisschen Abwechslung hätte aber dennoch gut getan. Es gibt aber auch Songs, die auch instrumental überzeugen können, beispielsweise „Castle“ oder „Alan Alan“. Alles in allem überzeugt das Album aber durch Atmosphäre und große Popmelodien, ohne pathetisch zu werden. Einzig und allein der Sound der Platte hätte intensiver und aufregender sein können. Live auf der Bühne wird das Duo aber sicherlich auch hier überzeugen!

Um sich also ein vollständiges Bild machen zu können, sollte man sich unbedingt einen der folgenden Gigs der anstehenden Tour zu Gemüte führen:

22.4. GrooveStation / Dresden
29.4. Retronom / Erfurt
4.5. Centralstation / Darmstadt
6.5 Live Club / Bamberg
10.5 Café Singer / Basel (CH)
13.5 Noch Besser Leben / Leipzig

Das Album erscheint am 28. April.

 

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