The Legendary Lightness – Züricher Ruhe und Gelassenheit

The Legendary Lightness

Bei der nächsten Band begeben wir uns in eine Stadt, die für das Jahr 2012 einen etwas unrühmlichen Titel eingeheimst hat. Denn sie wurde zur weltweit teuersten Stadt gewählt. Doch Zürich ist auch als kulturelles Zentrum bekannt und für seine gute Musik und nicht eben nur für seinen teuren Lebensstil.Somit kommen wir nun zu den drei Schweizern Daniel, Dominik und Dominic, die als Trio die Band The Legendary Lightness bilden und mit „Ancient Greek Breakfast Club“ ihr Debutalbum veröffentlicht haben, das es dann doch etwas ruhiger angeht.

Sehr ungewöhnlich für eine Band ist es bei The Legendary Lightness, dass die drei Mitglieder der Band allesamt ursprünglich Schlagzeuger sind. Da sollte man meinen, dass der Hauptbestandteil ihrer Musik bestimmt das Schlagzeug ist. Doch weit gefehlt. Das Schlagzeug spielt in ihrer Musik eher eine sehr untergeordnete Rolle. Gespielt wird hier eher auf Gitarren und einer Orgel, die daraus eine sehr entspannte und ruhige Stimmung produzieren. Anscheinend ist es wieder in, um sein Kreativpotential voll ausschöpfen zu können sich an wunderschöne und inspirierende Orte zurückzuziehen. Denn so hielten es auch die drei Schweizer und zogen sich in die Pyrenäen zurück um ihr Album aufzunehmen. Das scheint schon wirklich sehr kitschig zu sein, doch was dabei herauskam ist ein äußerst gutes und mit einem warmen Sound gefülltes Debut.

Das Album an sich wird alle diejenigen enttäuschen, die sich große Dramatik, knallige Riffs oder einen großen Emotionalen Ausbruch erwarten. Im Gegenteil, die zehn Titel des Album sind sehr getragen und fallen mit ihren vielen kleinen Facetten auf. Auffallend sind dabei die mehrstimmigen Gesänge und die zurückhaltenden Gitarren.

Eröffnet wird die Platte durch einen A Capella Track „We Are Here“, der mit sehr einförmigen Melodien aufwartet. Auf den Opener folgt der folkige Track „It Takes Everything You Have“. Auffallend sind hier die wiederkehrenden Up- und Downbeats, wobei durchaus Spannung aufgebaut wird, es aber nie im Laufe des Titels zu einem wahren Ausbruch kommt. Man sollte bei diesem Song mal unbedingt auf den Text achten, der sich wie man später merken wird wie ein roter Faden durch das Album zieht. In fast einem Atemzug wird hier „The worst case is always happening“ besungen, um gleich wieder durch „The sun will shine all afternoon“ abgeschwächt zu werden. Es ergeben sich hier also zwei Seiten: die Schlechte und dann doch die Gute.

Es hängt wirklich vom Hörer ab, ob es sich bei „Ancient Greek Breakfast Club“ um ein melancholisches, trauriges oder doch um ein eher verspieltes und kindliches Album handelt. Auffallend sind wie gesagt die schnörkeligen Orgelmelodien, das Glockenspiel und zurückhaltende Gitarrenriffs, die im Track „Airplane“ gipfeln. In „Friendly Smiles“ taucht passend ein Klavier auf und im nächsten Titel „My Wooden Turtle“ wird es etwas Countrylastig, was an dieser Stelle jedoch absolut nicht stört.

Die nächsten zwei Titel verschmelzen beinahe  ineinander und man merkt schon fast nicht, dass man nun mit „You Are Free“ beim letzten Titel und auch dem wohl am melancholistischem Lied angelangt ist.Das allerletzte Detail auf der Platte verklingt wirklich mit der letzten Sekunde. Eine Tür schlägt zu und das Album ist aus.

Beim Hören des Albums besteht bei all der Getragenheit und Verspieltheit die Gefahr, dass es so dahin plätschert und man gar nicht merkt dass das Album schon längst ausgespielt ist. Um das Album kurz zu beschreiben eignen sich drei Adjektive: melodiös, mehrstimmig aber dennoch schwer zugänglich. Trotzdem steht für The Legendary Lightness : We Are Here. Und man kann und darf hoffen, dass das in den nächsten Jahren auch so bleibt.

Denn mit dem Debut legen sie ein wirklich gutes Werk in den Plattenladen, das man nur jedem wärmstens ans Herz legen kann.

Überzeugen kann man sich hier vom Track „It Takes Everything You Have“.

[soundcloud]http://soundcloud.com/soundkartell/the-legendary-lightness-it[/soundcloud]

 

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