Soundkartell präsentiert: VELI exklusiv im Interview

Soundkartell präsentiert: VELI exklusiv im Interview

Das Soundkartell hat exklusiv für Euch mit den Münchnern Jens Milkowski und Lucas Bergmüller von VELI gesprochen. Was dabei raus kam lest ihr jetzt in den nächsten Zeilen selbst. Es ist ein wirklich sehr spannendes Interview geworden und sie sprechen dabei über ihre Vorurteile als Münchner, ihren bisherigen Erfolg und blicken auf das Jahr 2012 zurück. Aber lest hier mehr!

Stellt Euch doch mal kurz vor. Wer ist VELI und warum gibt es euch?

VELI das sind Jens Milkowski und Lucas Bergmüller. Uns gibt es weil wir Musik als Dringlichkeit verstehen uns selbst zu verwirklichen und auszudrücken.

Was haltet ihr von Dubstep a la Skrillex?

EDM-Künstler und all diese riesigen amerikanischen Spektakel verstehen eben was Entertainment heißt. Natürlich haben diese Künstler ein unfassbares Talent in Sachen Musikproduktion und ihr Erfolg spricht für sie, aber es ist nicht unser Fall. Mit dem eigentlichen Begriff von Dubstep hat es zudem auch nicht viel zu tun.

Inwiefern habt ihr zu München eine besondere Beziehung?

Wir leben dort, wir arbeiten dort, wir haben unsere Freunde und Familien dort. All die Menschen die uns bei all dem unterstützen was wir tun.

[soundcloud]https://soundcloud.com/veliveliveli/sets/thats-why[/soundcloud]

 

Wie gut versteht ihr euch persönlich? Besteht dort tatsächlich dieses blinde musikalische Vertrauen/Verständnis in und aufeinander?

Ja. Das muss auch so sein, gerade beim Live spielen. Im Grunde sind wir wie Brüder, die gemeinsam arbeiten. Manchmal nicht ganz einfach, manchmal aber auch gut so.

Inwiefern lassen sich eurer Meinung nach der Spaß am Experimentieren elektronischer Tracks und der Wunsch davon wirklich mal professionell leben zu können vereinbaren?

Wir, all die Musiker die eher progressive und experimentelle Musik machen, sind sehr froh über all die Menschen, die nicht aufgeben nach Innovation zu suchen und diese wertschätzen. Aber natürlich sollte man realistisch bleiben und bei dieser Art der Kunst erstmal nicht davon ausgehen, damit seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Und klar, der Spaß kommt nie zu kurz.

Muss man sich eurer Meinung nach nicht ständig der Masse anpassen?

Wenn man gerade das versucht wird man nie wirklichen Erfolg haben. Klar, es ist sicher möglich zu sagen: ok, ich mach jetzt was grade gut ankommt und zwar genau das und es funktioniert dann vielleicht, aber nur bedingt. Innovation und Experimente gehören für jeden Musiker, egal ob Pop a la Rihanna und Usher oder Experimenteller wie James Blake oder Seekae, dazu und das wird sich (hoffentlich) auch nie ändern.

Wie groß war der Sprung von eurer ersten EP „Kingdom“ zur aktuellen EP „That`s Why“? Und was hat sich konkret in eurem alltäglichen Leben seitdem verändert? Gibt es überhaupt Veränderungen?

Der Sprung war schon ziemlich groß. Beim Produzieren der Kingdom EP war Jens, der die Songs damals gebastelt hat, komplett unvoreingenommen in welche Richtung das Ganze geht und für wen die Mucke gut ist und wie sich das auswirken wird. Bei “That’s Why” haben wir alle Songs gemeinsam produziert, dass ist der erste Sprung und wir hatten zu der Zeit einfach mehr Erfahrung und viel live gespielt. Wir haben Feedback bekommen und Interviews geführt. All das verändert die Erwartungen an die eigene Musik. Man denkt mehr drüber nach, was für eine Art Song auf einer EP fehlt, welches Feeling dabei rüberkommt oder nicht und ehrlich gesagt auch, wie bestimmte Leute darüber denken. Was an sich vollkommen schlecht ist, aber es nicht zu verhindern. Diese ganzen Erfahrungen floßen in den Prozess mit ein. Im alltäglichen leben haben diese Ganzen Erfahrungen zwar auch reingespielt, aber nicht sehr drastisch. Klar wir hängen mehr miteinander rum und arbeiten mehr an VELI als zuvor, aber wir werden nicht auf der Straße erkannt oder so.

[soundcloud]https://soundcloud.com/veliveliveli/malcolm[/soundcloud]

 

Mit welchen DJs würdet ihr nur zu Gerne mal zusammen an einem Abend auflegen? Sind das gleichzeitig auch eure größten Idole?

Da gibt es wirklich viele. Gerne mal Menschen wie James Blake und Mount Kimbie oder Seekae beim produzieren zusehen, außerdem auch Produzenten wie Pharrell Williams oder Kanye West. Auflegen würden gerne mit so vielen verschiedenen DJs, das lässt sich gar nicht auflisten.

Seht ihr eure Stärken eher in der Live-Performance?

Hoffentlich stecken unsere Stärken in der Live-Performance, im Produzieren und im Auflegen. Weil alles drei machen wir aus Leidenschaft und unglaublich gerne. Da hat nichts vorrang oder wird zurück gelassen.

Wie klingt eurer Meinung nach ein perfekter Song, der es auf eine eurer Auftritte schafft?

Treibend, gefühlsvoll, authentisch

Wie schaut der typische „Songwritingprozess“ bei euch denn aus?

Ansätze werden am Computer erarbeitet und dann setzen wir uns einzeln oder gemeinsam hin und bauen diese aus. Das dauert manchmal mehrere Monate. Immer wieder, ob im Zug oder bei einer Session oder einfach nur an einem Freitag Abend wird das Projekt geöffnet und weitergeführt.

Inwiefern seht ihr euch mittlerweile als festen Bestandteil der hippen Münchner Elektroszene?

Mhm, ich denke von dieser typischen, klassischen Munich Disco/ Hipster Szene sind wir recht weit entfernt. Also rein musikalisch.

In welchen Bereichen kommt sie an Städte wie Berlin und Hamburg ran?

Mhm, ich denke jede Stadt hat seine eigenen Lokalhelden, in München halten diese sich nur viel länger als in den anderen Städten. Meistens bestimmen die den Sound. Aber natürlich ist es eine Millionen-Stadt. Hier gibt es eigentlich trotzdem alles.

Gibt es in der Musikerszene, in der ihr euch hauptsächlich bewegt etwas, das euch sehr stört?

In München allgemein gibt es leider keine wahre Plattform für eher ruhigere elektronische Musik. All diese UK-Bass / Post-Dubstep / Electronica Künstler werden hier kaum gebucht. Das ist sehr sehr schade, weil sie doch derzeit maßgeblich die Weltweite Musiklandschaft mitgestalten. 

Worüber konntet ihr euch einerseits im Jahr 2012 freuen und welche sind euren größten Meilensteine bis dato?

Wir haben uns über all den support und zuspruch für unsere Livesets gefreut. Von anfang an war klar, dass wir das auf die Bühne bringen möchten und zwar nicht “nur” in Form eines DJ-Sets, sondern auch als richtiges handgemachtes Liveset. Das haben wir getan und dabei viel Unterstützung bekommen. Das war wirklich großartig. Ausserdem kam in dem Jahr unsere zweite EP “That’s Why” raus. Dabei haben wir auch sehr viel positives Feedback bekommen. Und auch viel support. Zum Beispiel von der gesamten Insidethehaze-Crew (insidethehaze.com), die für unser Artwork und für die Pressebilder verantwortlich ist. Außerdem für ein Musikvideo das hoffentlich bald fertig gestellt werden kann. Und der Musiker und Produzent Chris Bachmann hat uns sehr beim Mischen und Mastern der Songs geholfen. Vielen Dank auch an alle Beteiligten, an dieser Stelle.

[soundcloud]https://soundcloud.com/veliveliveli/mutual[/soundcloud]

 

Was war euer bisher größtes Vorurteil dem ihr euch als Münchner konfrontiert saht (persönlich und musikalisch gesehen)?

Jeder Musiker der nicht typischen House macht, wird mit riesigen Augen angesehen und bekommt den Spruch zu hören: “Aber sowas aus München, wie krass.” Das ist zwar ein Kompliment aber ein unglaublich unbegründetes Vorurteil. Warum kann man denn keine gute Musik produzieren, wenn man in München lebt? Es gibt das Internet auch hier und man lebt nicht hinter dem Mond.

Angenommen, es hätte die Erfindung der elektronischen Musik nie gegeben. Wie würdet ihr euch dennoch künstlerisch oder musikalisch ausdrücken wollen?

Akustische Musik machen, Schreiben, Fotografieren, Videos drehen, zeichnen… da gibt es einiges.

Habt ihr als zwei Schlagzeuger nicht das Verlangen wieder in einer Band zu spielen, die nichts mit Elektro oder Minimal zu tun hat? 

Manchmal kommt der Rock’N’Roll schon wieder in einem hoch. So eine bretternde Gitarre und diese Energie. Das ist definitiv was geiles. Aber wir sind auch so zufrieden. 

Welche wichtigen Termine stehen jetzt in naher Zukunft für euch an und wo seht ihr euch in beispielsweise in 5 Jahren? 

Das Panama Plus am 09.02. ist auf jeden Fall wichtig. Für uns und für die gesamte Münchner Szene. Dort spielen viele innovative Musiker und DJs und wir freuen uns Teil dessen zu sein. Außerdem wollen wir ein Album releasen. Wann und wie ist noch überhaupt nicht sicher. Wir produzieren derzeit nur sehr viel neue Sachen und es ist klar, dass es ein Album geben soll. 

Zum Schluss: Welche drei Adjektive bringen eure Musik auf den Punkt? 

emotional, innovativ, ehrlich.

Danke VELI für das tolle Interview!

 

Leave a Reply Text

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bestätige, dass du kein Computer bist. * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.

*