Sorry Gilberto

Sorry Gilberto „Twisted Animals“ Rezension

Sorry Gilberto "Twisted Animals" Album

Sorry Gilberto „Twisted Animals“ Album

Kürzlich erschien mit „Twisted Animals“ das Album von Sorry Gilberto aus Berlin. Lest hier die Rezension von Eddie Vollgas.

Nicht erst seit dem Film „Once“ sind die musikalischen Zusammenkünfte von Frau und Mann in der Regel immer etwas Besonderes. Sei es wegen der oft vorhandenen Grundstimmung oder der Frage, ob sich die Faszination der Beiden nur auf die Musik beschränkt. Für mich machen hier SORRY GILBERTO überhaupt keine Ausnahme. Bereits seit 2007 haben Anne Von Keller und Jakob Dobers sich gefunden und zusammen überlegt, den Hörer mit der Klar-und Einfachheit ihrer Musik in einen von Glück beseelten Zustand zu versetzen. Auch auf der aktuellen CD „Twisted Animals“ bleibt sich das Duo treu und vermag dem vermeintlichen Lauscher mit unkomplizierten Songinhalten eine gewisse Leichtigkeit zu vermitteln.

Denn in den Liedern von SORRY GILBERTO geht es um die kleinen Geschichten und Beobachtungen im Leben, die mit einer bewussten Portion Melancholie vorgetragen werden. Egal, ob nun über den Himmel (vorzugsweise in Grau), Menschen (fast vergessene), Bäumen (und ihrer Menschlichkeit), Pullovern (und den damit verbundenen Erinnerungen) oder dem Sonnenuntergang (und mit mehr Abschied als nur vom Tag) erzählt wird. Nichts scheint auf dem ersten Blick (oder besser gesagt Ton) trivial zu wirken, geht es doch in Wirklichkeit um die Bedeutung der kleinsten Details im Leben, die allem erst einmal einen Sinn geben sollen. Ups, jetzt bin ich wohl ebenfalls ein wenig der Poesie von SORRY GILBERTO erlegen.

Der Knaller und leuchtend helle Farbklecks zum neuen Album ist jedoch das aktuelle Video zum Track „Yellow Sweater“, in dem zu bewundern ist, wie unser Duett sich als Catcher (modern auch Wrestling genannt) mal so richtig auf der Matte austoben durften. Auhauerha! Da würde mich persönlich schon interessieren, wo hier der Zusammenhang zum Lied besteht – aber abgefahren und lustig ist es alle mal. Aber keine Angst, niemand wird bei den 11 Songs in den Schwitzkasten genommen – ganz im Gegenteil. Viel mehr können die Kompositionen durchweg mit viel Gitarre, Hall und sphärischen Klängen eine eher grundentspannte Stimmung erzeugen.

Das sind Lieder, die einen gerne durch den Tag tragen dürfen. Ob nun die Sonne scheint (aber noch besser es regnet), man im Auto durch die Landschaft cruist (lümmeln auf der Couch geht auch) oder man einfach nur gut drauf ist (oder doch eher nicht) – „Twisted Animals“ ist immer der perfekte Soundtrack, wo alles andere einfach nur hoffnungslos versagen würde und man sich beim durchzappen der Playlist fast blutige Finger holen kann. Das Album „Twisted Animals“ darf somit gerne als Allheilmittel für jegliche Gemütszustände verschrieben werden, denn bekannte Nebenwirkungen scheint es keine zu geben.

Lediglich für die Party oder ähnlich veranlagte Aktivitäten dürfte man dann doch mit dem Werk von SORRY GILBERTO ein wenig daneben liegen..es sei denn, es wird bereits schon wieder hell, der Sonnenaufgang schafft diese ganz besondere Stimmung, die Füße wollen auch endlich chillen und eigentlich hab ich alle lieb…ja dann – dann ist es auch hier endlich Zeit für dieses wirklich feine Stück Musik.

Ein Text von Eddie Vollgas

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