Rezension: Aiming for Enrike „Empty Airports“

Albumreview Aiming for Enrike „Empty Airports“

Aiming for Enrike Albumreview „Empty Airports“; Fotocredit: Veronica Van Groningen

Am 20. Januar erschien mit Empty Airports“ das neueste Studioalbum von Aiming for Enrike und wir bekommen es hier mit einem richtig bewegten Album zu tun. Nachdem sie um die Welt getourt sind und einen der legendärsten Livestreams der Pandemie abgeliefert haben – inklusive Bodybuilder und Möbelzertrümmerung in der alten amerikanischen Botschaft in Oslo – begannen Aiming for Enrike im Jahr 2020 mit der Arbeit an neuer Musik. Also mitten in der Pandemie und nun in der Post-Zeit danach erscheint das neueste Werk. Die Reflektion und Rückschau auf die Covid-Pandemie ist ein zentrales Element in ihren neuen Songs und so entwicklen sich wirklich schwebende Elektro- und Ambient-Songs.

Eröffnet wird das Album durch eine Song-Trilogie „Empty Airports pt1“ bis „Empty Airports pt3“. Es kommt direkt zu einem chronologischen Aufbau eines Songs. Erst flackern ein paar Geräusche durch den Raum ehe sich zum Ende von Part 1 ein erster Rhythmus entwickelt. Dieser wird in Part 2 aufgenommen und zum ersten Mal richtig sichtbar. Fast sechs Minuten lang führen uns Aiming for Enrike durch diesen Elektronic Sound. Gegen Ende des Songs faded das Dröhnen leicht aus und es folgt Part 3. Zu Beginn bleibt er erstmal wie unter Wasser abgetaucht. Es ist ein bisschen so als verstecke sich der Song, ehe im zweiten Drittel dann wieder etwas mehr Schwung in den Song kommt.

Allein dieser Song nimmt schon mindestens 13 Minuten Raum auf dem Album ein. Doch auch so ist „Empty Airports“ das bislang längste Album des Duos. Und es ist ein Doppelalbum. Musikalisch sind die Songs von Thom Yorke, Ashra, Nils Frahm, King Crimson in den 80ern, Jon Hopkins und Steve Reich inspiriert. Das Album ist so gesehen natürlich eher etwas für Zuhörer:innen, die sich bewusst Zeit nehmen und in die Ambient-Welt abtauchen wollen. Zu Jahresbeginn fügt sich der Sound noch in die grauen Tage und Muster, ehe das Geschehen zu Ende des ersten Quartals mit dem Erwachen des Frühlings durchbrochen wird. Es ist eben auch progressiv, was uns hier in den neuen Songs präsentiert wird und damit muss ich als Zuhörer auch erstmal klar kommen. Klärt sich der verhangene Horizont dann aber auf, ist „Empty Airports“ ein spannendes Werk, welches mit Facettenreichtum auftrumpft und alles andere als graues Beiwerk darstellt.

 

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