Mio Myo – Ghost Rock aus Nürnberg über einen träumenden Romeo

Mio Myo

Was erwartet man von einer Band, die bereits am anderen Ende Welt getourt hat? Wohl eine Menge Banderfahrung, und meist ist das auch eine äußerst bekannte Band, die man aus dem Radio, Musikzeitschriften oder großen Festivals kennt. Doch wenn wir euch jetzt die nächste Band vorstellen, müssen wir euch dahingehend leider enttäuschen. Mio Myo ist zwar keine weltbekannte Band, aber dafür machen sie wirklich super schönen Ghost Rock und haben mittlerweile auch schon drei Alben veröffentlicht. Der ein oder andere wird sich nach Lesen des Artikels dann wirklich zurecht fragen, warum er von dieser großartigen Band noch nicht allzu viel gehört hat. Doch jetzt habt ihr die Chance Mio Myo näher kennenzulernen.

Mio Myo war schon mit Peking, Shanghai und Hong Kong an den größten Plätzen der Welt zu Gast. Und diese Orte haben sie mit ihrem herausragenden Indie, Electro und Pop verzaubert, und sich somit eine große Anhängerschaft erspielt. Gegründet wurde die Formation Mio Myo bereits im Jahr 2005 von Uwe Eger an der Gitarre, Thomas Autenrieth am Bass sowie Benni Pollach am Keyboard. Erst vier Jahre später kam dann letztendlich der Schlagzeuger Fatum Boutros und Anand Sivamalai als neuer Mann am Synthesizer hinzu. So sind es nun fünf Mitglieder, die sich um Mio Myo formieren und schon bereits kurz nach der vollständigen Gründung in China tourten. 2009 waren sie zum ersten Mal in China und etwa ein Jahr später tourten sie dann nochmals in China, wobei die Tour dort ausverkauft war. Das ist für eine Band aus Nürnberg natürlich ein äußerst beachtlicher Erfolg. Vor allem wenn man bedenkt, dass sie hierzulande noch nicht den Erfolg eingefahren haben, der ihnen jedoch mit ihrer Musik zusteht. Das aktuellste Werk, das sie im Jahre 2010 veröffentlichten ist das Album „Hyper Romantic Symbolism“. Und dieses Album strahlt einen solchen Perfektionismus aus, dass man sich wirklich wundern muss, warum man von Mio Myo bisher noch nichts gehört hat.

Die Platte „Hyper Romantic Symbolism“ wird sogleich von schwerelosen und geradezu rauschhaften Melodien eröffnet. Diese werden sich im Laufe des Albums allerdings noch öfter zeigen. Der Track „Mission“ hat eigentlich alles, was ein guter Song so braucht. Die Stimme brennt sich sofort ins Gedächtnis ein, und man meint, diese doch schonmal bei einer anderen Band so gehört zu haben. Zugleich brellieren Synthesizer, Gitarre und Schlagzeug in einer traumhaften Kombination. Der nächste Titel „Cannibalism“ gestaltet sich ähnlich. Auch hier zelebrieren souveräne Rhythmussequenzen und stets unaufgeregte Beats den Sound von Mio Myo. Schon allein bei den ersten zwei Tracks ist man dazu angehalten, diese immer wieder hören zu wollen. Doch man sollte den zweiten Titel in jedem Fall ausspielen lassen, denn die nächsten acht Tracks fallen dazu im Vergleich kaum ab.

Wie schon oben angesprochen, wirkt der Gesang von Beginn an vertraut und er schwebt mehr oder minder über beinahe jedem Track. Auch wenn es mal in Songs wie „Letters“ eine Sequenz gibt, in der nicht gesungen wird, so hört man ihn dennoch ganz leicht im Hintergrund summen. Die Musik von Mio Myo macht bisher einen grandiosen Eindruck und wirkt, wenn man es mit einem Wort auf den Punkt bringen will: Geheimnisvoll.

Auch in „Bioluminescence“ hört man einen sehr liebevoll aufgebauten Track. Ganz langsam und getragen entführen Mio Myo den Hörer in Sphären, die man eigentlich eher von Bands wie Sigur Ros gewohnt ist. Doch Mio Myo kommen weder aus Island, Neuseeland oder einem anderen Märchenwald. Nein, sie kommen schlichtweg aus Nürnberg und gerade das verblüfft. Auffallend sind die vielen Details, Ideen und Überraschungen, die man teilweise gleich beim ersten Hören entdeckt, aber manchmal auch erst beim zweiten oder dritten Durchlauf. Wer sich in den Weiten der Musik auskennt, wird relativ schnell eine große Ähnlichkeit zur Band Tunng heraushören. Mio Myo streut dabei viele Pop- und Indieelemente, und durch den Synthesizereinsatz vermag man sie eher in das Genre des Folktronica einzuordnen.

Textlich gesehen orientiert sich Mio Myo in eine ganz interessante Richtung. Denn im ersten Track „Mission“ singen sie von einem Romeo, der als Symbol für alle Träumer steht. Der Begriff Träumer steht hier aber nicht für utopische Gedanken und Pläne, sondern eher für die kleinen Taten, die Großes bewirken. Gemeint sind damit z.B. Menschen, die anderen helfen. Menschen, die Musik machen, oder schlichtweg kreativ sind. Und auch wenn man sich nach einer gewissen Zeit fragt, wofür man das tut, sollte man sich immer bewusst sein, dass man es von Herzen tut. Somit hat es einen großen Wert und ist vor allem wirkungsvoll.

Mio Myo hat mit dem schon dritten Album „Hyper Romantic Symbolism“ ein wirklich super schönes Werk geschaffen, das man sich auch auf deren Soundcloudseite in voller Länge anhören kann. Auch wenn sie wie gesagt schon drei Alben veröffentlicht haben, so bleibt für Mio Myo dennoch zu hoffen, dass sie den großen Sprung in Deutschland noch schaffen.

Auf ihre die Homepage von Mio Myo kommt ihr hier: http://miomyo.de/MM/X.html

Und auf die Facebookseit von Mio Myo geht es hier: http://www.facebook.com/Music.Germany?ref=ts

Um euch von der Klasse von Mio Myo überzeugen zu können, gibt es jetzt den wundervollen Track „Cannabalism“ in voller Länge:

[soundcloud]http://soundcloud.com/user837861/02-cannibalism[/soundcloud]

 

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