Britisches Selbstverständnis

Life In Film mit EP-Release

Life in Film Presspicture

In ihrem Pressetext werden sie außerordentlich groß angepriesen. Life In Film aus London brachten gestern ihre selbstbetitelte EP heraus. Das Soundkartell stellt sie Euch vor.

Machen wir es kurz: Life In Film klingen wie Kings Of Leon. Nehmen wir noch die Gitarren und Drumbeats der Strokes, erhalten wir eine Mischung, die sich Life in Film nennt. Die vier Musiker aus Ost-London haben sich mit ihrer EP eine Mischung herausgesucht, die so nicht ganz neu ist.

Klar, wir sind immer noch stark verliebte Indie-Menschen. Aber irgendwie fehlte uns in den letzten Jahren von einigen Bands der entscheidende Durchbruch. Life In Film werden hingegen schon jetzt gehyped. So traten sie schon früh in Kooperation mit Burberry. Genau richtig, der Baumwollmarke schlechthin und deren Träger dieser hippen Schals wir schon von weitem auf der Straße erkennen. Aber nicht nur, weil sie deren Schal tragen, sondern weil der ganze Kerl oder Frau stereotype Kleidung dazu trägt. Wirklich sympathisch sind uns die Träger nicht.

Warum also rühmen sich vier jungen Herren damit, dass sie diese Marke “entdeckt” hat?
Ok, wegen der Britishness. Ob die jetzt allerdings in der heutigen Zeit noch so beliebt und schick ist, sei dahin gestellt. Davon können die Schotten seit Kurzem ein Lied davon singen.
Kommen wir zur Band. Seit 2008 gibt es das Quartett schon und wurde ganz klischeehaft im College gegründet. Natürlich muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass Life In Film sowohl in Großbritannien, als auch im Rest Europas in ausverkauften Clubs gespielt haben.

Life In Film EP Cover

Die EP mit ihren vier Songs soll uns anregen. Es soll uns einen Vorgeschmack bieten, was uns auf ihrem Debüt-Album OVER HERE erwarten soll. Neuartig und modern. So kündigen sie ihren Sound an. Doch wir müssen leider erkennen, dass sich der Sound so gar nicht neuartig anhört. >The Idiot< arbeitet mit den gleichen Mitteln wie gefühlt 100 andere Bands aus dem Genre bereits auch. Der Song wirkt langweilig und vor allem die Vocals klingen auf uns äußerst eintönig, wenig abwechslungsreich. Uns beschleicht bei dieser EP einfach der Eindruck, dass wir das alles schon einmal gehört haben. So verwunderlich ist das dann gar nicht, wenn wir wissen von wem sie produziert wurden: Von Stephen Street. Dieser hat bereits mit Bands wie den Babyshambles, Blur und Morrissey zusammengearbeitet. So wirklich hat uns keiner der Songs vom Hocker gerissen. Noch nicht mal die, als sehr ergreifend angekündigte Ballade >Anna please don`t go

Ganz genau wissen wir es auch nicht, wieso wir von Life In Film nicht begeistert sein können. Irgendwie vermitteln sie uns ein Gefühl britischen Selbstverständnisses, das keineswegs sympathisch auf uns wirkt. Oftmals war es ja immer ein tadelloses Lob an deutsche Bands, wenn sie britisch klingen, wie eine Band aus den UK. Zudem beschleicht uns das Gefühl, dass ganz bewusst auf dieses Attribut “britischer Indie-Pop” von Seiten der Labels gesetzt wird. Ganz nach dem Spruch: “Ach das kaufen die Leute schon. Das vereint so viele Schnittmengen, von allen möglichen Bands, dass die Musik schon jemanden anspricht.” Das mag System haben, doch bei uns kommt das nicht gut an.

Eine Antwort zu “Britisches Selbstverständnis

  • Musikgeschmack ist immer subjektiv. Eine EP-Besprechung sollte allerdings nicht ausschließlich mit subjektiven Werturteilen („Die Kleidung gefällt uns nicht!“) arbeiten. Hinzu kommen politisch fragwürdige und unangebrachte „Britishness“- / „Schottland“-Vergleiche, die in meinen Augen wenig mit Musik zu tun haben. Nach dem ganzen Burberry- / Britishness-Vorlauf, kommen dann endlich noch 15 Zeilen, in denen es dann um das geht, um das es bei einer EP-Besprechung eigentlich gehen sollte – Musik.

    Schwacher Artikel.

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