Kellerkommando – Fränkische Traditionen treffen auf Großstadtrap

Kellerkommando – Fränkische Traditionen treffen auf Großstadtrap

Nen Heute ist es mal wieder soweit und das Soundkartell präsentiert euch mal wieder eine waschechte bayerische Band. Die sechs Männer der Kapelle, die wir euch jetzt gleich vorstellen kommen allesamt aus Franken, genauer aus Bamberg und sind dort als Newcomer Band bereits in aller Munde. Auf ihrer EP findet man – nur so viel sei schon mal verraten – Offbeat-Bläser, wummende Bassdrums und volkstümliche Akkordeoneinsätze. Jetzt wird es Zeit euch die Herrschaften vom Kellerkommando vorzustellen!

Was anfangs wie eine politische Vereinigung, oder Geheimbund klingt, entpuppt sich schnell als ein ulkiges, poppiges und volkstümliches Musikprojekt sechs leidenschaftlicher Musiker: Das Kellerkommando. Frontman der Band ist Dada Windschi, Ali A$ und um ihn herum versammeln sich dabei weitere fünf Herren: Bassist Sebastian Schubert, Keyboarder Patrick Köhler, Trompeter Stefan Schalanda, Posaunist Ilya Khenkin und schließlich Schlagzeuger Norbert Weinhold.

Obwohl sie in diesem Jahr im Frühjahr erst ihre erste EP veröffentlicht haben und diese lediglich auf den Konzerten und Festivals vertrieben haben, konnten sie sich bereits einen großen Namen erspielen. Vor allem in ihrer Heimat, in Franken, aber auch im Ausland wie in Österreich, der Schweiz und eigenartigerweise auch in Mexiko spielten sie schon auf. Nicht jede Band kann zudem von sich behaupten, dass sie einen Weltmusikpreis gewonnen hat. Den hat das Kellerkommando aus Bamberg bereits abgeräumt und war des weiteren auch in diversen Filmen für die Titelmusik zuständig. Dass allerdings alle Weichen auf großen Erfolg gestellt sind liegt daran, dass sie 2013 auf einem der größten Labels – Warner Music – ihr Debütalbum veröffentlichen werden. Dadurch werden sie zu Kollegen der Beatsteaks und Seeed.

Mut zahlt sich aus. Das Kellerkommando mischt nämlich mehrere Stile der Musik, die so nicht zusammenpassen würden. Sie erfinden dadurch mehr oder weniger zudem auch ein neues Genre. Man darf sich also freuen. Darüber freuen, dass es endlich mal wieder etwas Neues auf dem Musikmarkt gibt. Darüber freuen, dass es Musiker endlich wieder wagen nicht nur zu kopieren sondern mal etwas komplett Neuartiges zu produzieren. Das Neue an ihrer Musik ist sicherlich nicht ihre Besetzung, sondern vielmehr die Vielzahl an Genres, die sie einfließen lassen. Die Basis ihrer Musik sind, wie sie selbst sagen fränkische Kerwasliedla. Wie zu Urgroßmutters Zeiten.

Kellerkommando bei einem ihrer Konzerte in Mexiko

Kellerkommando bei einem ihrer Konzerte in Mexiko

Ein zweite Zutat ist Rap, wie man ihn sonst nur aus Großstädten wie München oder Berlin kennt. Daraus ergeben sich zwei Seiten in ihrer Musik. Auf der einen Seite stehen eben die mundartlichen Elemente wie das Akkordeon, Bläser oder der kernig,strenge Wirtshausgesang. Und auf der anderen Seite stehen modernere Elemente wie Drums, Bass und Synthies. Beides vereinen Kellerkommando großartig und wenn man sie das erste Mal hört ist man anfangs sehr erstaunt über deren Sound. So kann es passieren, dass sich beispielsweise ein Track wie “Mondscheinbrüder”, zur gleichnamigen EP zunächst durch volkstümliche Intros eingeleitet wird, bis man dann vom fulminanten Sound überrannt wird. Jetzt erklingen jene Offbeats, Drums, ein wummernder Bass und ein fantasischer Deutschrap. Schon wird klar in welche Richtung die Musik der jungen Herren tendiert. Party, tanzen und hörbar viel Spaß.

Vor allem die Bläser wie auch im Track “Schutzmann” treiben den Song vorwärts. Prägend für die Vocals ist vor allem der ulkig fränkische Dialekt.

Ganz so unvereinbar ist das Genre Popmusik und Volksmusik dann doch nicht. Wenn man beides mal in einem Song vereint gehört hat. Und wenn man so will sind sich diese beiden Genres schon auch sehr ähnlich. Denn Popmusik stellt ja immer genau die Musik dar, die im Moment aktuell ist und gehört wird. So verhielt es sich mit Volksmusik zu späterer Zeit genauso.

Die Konzerte des Kellerkommandos haben hingegen auch ein ganz besonderes Flair. Die Luft ist dabei getränkt vor Freude und Frohsinn. Das passt sowohl ins Bierzelt als auch auf ein schönes Sommerfestival. Eines ihrer Highlights war dieses Jahr mit Sicherheit auch ihr Auftritt auf dem Reeperbahn Festival im September.

Auch der Track “Schö Rund” leitet klassisch mit volkstümlichen Instrumenten ein. Man fühlt so als ob man in Franken auf der Kirchweih sitzen würden bis dann der Rap einsetzt. Das passt einfach perfekt zusammen. Auch bei “Maus” findet man das Akkordeon im Intro wieder bis dieses durch treibende Beats und einen donnernden Bass durchbrochen wird.

Wenn man die EP “Mondscheinbrüder” durchgehört hat, fragt man dann doch woran das liegt, dass es das Kellerkommando schafft diese beiden Genres in so grundsympathische Musik zu verwandeln? Als erstes Argument muss man deren Bodenständigkeit anführen. Die Musik der sechs Herren aus Bamberg klingt einfach so menschlich und natürlich, dass sie es schafft eine Vielzahl an Hörern sofort anzusprechen. Zudem liegt es zweitens daran, dass sie sich mit einer solchen Unvoreingenommenheit und ohne Scheu an Neues wagen, dass sie gar nicht anders können, als erfolgreich zu sein. Und es mag auch von Vorteil sein, dass sie die Traditionen immer noch hochleben lassen. Tradition ist eines der wichtigsten Bestandteile ihrer Musik ohne dabei konservativ zu sein.

Die Hörer und Leser dieses Artikel müssen sich also freuen, dass endlich wieder etwas sehr innovatives im Musikkosmos gibt. Vor allem auf ihr erstes Album im Jahr 2013 darf man sich freuen. Dann darf man sie wohl mit Bands wie Django 3000 vergleichen und hoffen, dass sie die gleiche Begeisterung auslösen. Wobei man davon getrost ausgehen darf, wenn sie ihr Album auf einem solch großen Label releasen.

Bis dahin touren sie jetzt im Herbst kräftig durchs Land. Hier seht ihr die Termin!

Wer ihren erfolgreichen Weg weiter verfolgen will, kommt hier auf ihre Facebookseite!

Und HIER auf ihre Homepage!

Zu guter letzt gibt es ihre aktuelle Single von der EP “Mondscheinbrüder” noch in voller Länge.

 

Eine Antwort zu “Kellerkommando – Fränkische Traditionen treffen auf Großstadtrap

  • Hammer! Die Verschmelzung von Stilen find ich immer cool. Hier besonders, da ein Akkordeon dabei ist. Das mag ich. 🙂

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