Im Porträt: Elephant Hawk Moth

Im Porträt: Elephant Hawk Moth

Es wird wieder Zeit für eine bayerische Band. Das Soundkartell hat sich im Vorfeld mit der Würburger Band Elephant Hawk Moth unterhalten und stellt sich euch nun in einem ausführlicheren Porträt vor.

Um das Formelle schnell abzuhaken. Die Band heißt Elephant Hawk Moth (EHM) und kommt aus Würzburg. Vier junge Männer, die sich im Studium kennengelernt haben. Eine klassische Entstehungsgeschichte also. EHM das ist der Simon (Gesang/Gitarre), der Fabian (Drums), der Martin (Gitarre) und der Felix (Bass/Gesang).
Zwei Berufsmusiker finden sich in der Band. Doch wer das ist, wollen sie lieber nicht verraten. Nicht, dass noch unangenehme Fragen gestellt werden.
Die Phase des Studiums haben mittlerweile alle beendet und so hat es sie in die Städte Leipzig, München und Würzburg verschlagen.

Hat man als Berufsmusiker noch andere Hobbies außer Musik zu machen? Sicher, so gehören dazu die Klassiker wie Fussball in allen Formen (Konsole, auf dem Platz, im Fernsehen) dazu, aber auch typisch männliche Hobbies wie Schafkopf, aber Stricken?
Auf ihrer Facebookseite schreiben sie, dass sie den Zuhörer mit einer gewissen zentraleuropäischen Exotik betöhren. Zwei Gegensätze, wie man anfangs denken mag. Doch EHM dazu:

„Wir denken global und wollen auch in den entlegensten Winkeln der Welt Erfolg haben. Und für, sagen wir, tasmanische Ohren dürfte unser zentraleuropäischer Sound durchaus exotisch klingen.“

Die Aussage mit der Exotik sollte auch eine Methode sein, Hörer anzulocken, die damit im ersten Moment nichts anfangen können, sich dann aber entscheiden reinzuhören. Zweck erfüllt.
Doch welchen Sound kreieren jetzt die vier Musiker? Verschachtelt einerseits, vertrackt und ausufernd. So könnten wir den Sound beschreiben.
Der Fokus bleibt dabei aber stets auf den Song gerichtet, ohne sich in den Weiten der Klänge zu verlaufen. Oder wie es die Band in eigenen Worten beschreibt: „Dunkel, ohne böse sein zu wollen. Ein bißchen Post-Rock, ein bißchen Noise und Prog. Laut und schön.“


Wer das erste Mal auf die Band stößt, mag so eine Probleme mit dem Namen haben: Elephant Hawk Moth. An dieser Stelle solltet ihr auf die Facebookseite der Band schauen und ihr seht auf dem Cover eine seltsame Kreatur.
Ersteres lässt sich leicht erklären. So handelt es sich bei dem sogenannten Elephant Hawk Moth um eine Schmetterlingsart. Auf Deutsch: Mittlerer Weinschwärmer. Dieser Schmetterling sei ein „imposantes Vieh, das uns bei Google immer noch den Rang abläuft.“
Für das Cover gibt es allerdings keine griffige Erklärung außer: Kreativität und eine große Portion Fantasie.
Auf die Frage mit welcher Band sie am ehesten ihren Sound vergleichen würden antworteten sie wie folgt:

„Den größten Einfluß auf unser Songwriting haben wohl die mittlerweile leider aufgelösten Oceansize ausgeübt und wer die noch kennt wird das nicht überhören. Ansonsten haben wir in diversen Rezensionen und Publikumsreaktionen schon die verschiedensten Vergleiche zu Ohren bekommen – meistens Bands die wir gar nicht kennen, aber auch Sachen wie “die alten Grunge-Helden”, “Radiohead mit Eiern”, “Tool spielen verschollene Pink Floyd-Demotapes ein” – da wären wir nie drauf gekommen…“


Vielleicht umso besser, dass sie darauf noch nicht gekommen sind, denn ansonsten hätten sie sich zu sehr an diese angelehnt. Textlich gesehen, gehen die Lyrics sehr in die Tiefe. So behandeln sie tagesaktuelle Themen wie die Finanzkrise ebenso wie skurile Vorstellungen wie ein Anzugträger ein Rehkitz ausweidet. Es geht aber auch um die Vergangenheit per se und wenn es ein Thema gibt, das sie aus Prinzip nicht behandeln, ist es die Liebe. Zu viele gäbe es davon bereits.


Wer der Musik von EHM lauscht, der wird sich darunter wilde und verschwitzte Live-Shows vorstellen. Doch bei EHM geht es gepflegt zu. Livemusik, die man auch mit Ohropax genießen kann. Für die ganz große Show sind sie eben nicht gemacht. Nach ihrem Bandnamen haben sie ihre gepresste Version von sechs Tracks genannt und sie streuben sich etwas gegen den Begriff „EP“. So ist die Platte mit 40 Minuten erstens mal zu lang und zweitens steckte in diesem Werk eine Menge Arbeit. Über ein Jahr hat es gedauert und eines sei euch gesagt: in den 40 Minuten Spielzeit steckt weit mehr Arbeit als 40 Minuten Arbeitszeit. Das Ergebnis kann sich hören lassen, auch oder obwohl sie es komplett ohne fremde Hilfe aufgenommen haben.
Soweit so gut. Wo geht es jetzt 2013 noch hin mit EHM und wie schaut es eigentlich mit einem Plattenvertrag aus?

„Wir werden einige Shows spielen, um unser Album (oder unsere EP) weiter zu promoten, im Herbst wirds zB in die Schweiz und nach Österreich gehen.Außerdem werden wir auf der nächsten Ausgabe des renommierten “Finest Noise”- Samplers vertreten sein und wir planen, mit einer befreundeten Band eine Split-LP zu machen. Ob 2013 der große Durchbruch gelingt? Wir wissen es nicht. Für alle Fälle machen wir mal weiter wie bisher, d.h. wir versuchen, die Band in kleinen Schritten voranzubringen. Es bleibt uns auch gar nichts anderes übrig – EHM ist nach wie vor ein reines Selfmade-Unternehmen ohne Agentur, Label oder dergleichen im Rücken.“

Ein Problem darin, dass sie aus Bayern kommen, sehen sie nicht. So haben es genügend Bands ja bewiesen, den Durchbruch zu schaffen.
Da sie bisher auch auf Sendern wie egoFM oder On3 noch nicht zu hören waren, haben EHM eine Botschaft für euch:

„Traut euch mal wieder, was andres zu machen als Disco-Indie oder Retro-Soul!“

Auf die Homepage kommt ihr hier!

Das ganze Album könnt ihr euch hier anhören & runterladen!

Zu guter Letzte seht ihr noch das offizielle Video der Band zum Track „Boeing“

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