Hein Cooper

Hein Cooper „The Art Of Escape“

Hein Cooper Debütalbum "The Art Of Escape"; Fotocredit: Le Petit Russe

Hein Cooper Debütalbum „The Art Of Escape“; Fotocredit: Le Petit Russe

Das Soundkartell stellt Euch mit „The Art Of Escape“ das Debütalbum des Australischen Songwriters Hein Cooper aus Milton vor.

Den Track „Rusty“ solltet ihr mittlerweile schon kennen. Zumindest in Bayern wurde der im Programm von PULS rauf und runter gespielt. Hein Cooper kommt aus Australien direkt ins deutsche Radio. So schnell haben das selten ganze Bands geschafft oder gar Singer-Songwriter, die nur mit ihrer Gitarre unterwegs sind. Alle anderen tun sich da enorm schwer. Das liegt auch daran, dass der deutsche Musikmarkt enorm stark ist. Da gibt es kaum Luft und Spielraum für neue Musik aus dem Ausland. Aber er hat es geschafft. Mit einem Bein steht er zumindest schon drin. Jetzt folgt sein erstes Album und es ist insofern schon auch eine Bestandsaufnahme und auch eine Aufnahmeprüfung. Wird er es schaffen, dass sein Album hierzulande ankommt? Oder landet es bei den Radio-Promotern nur auf dem zweiten Schreibtisch bei all den anderen Tausend Platten. Die Gefahr ist hoch. Singer-Songwriter braucht eigentlich keiner mehr hier.

Genau das ist das Problem bei Hein Cooper. Schlag mal deinen Freunden vor, dass du einen super tollen neuen Singer-Songwriter ausfindig gemacht hast und dass der viel besser ist, als alles andere bisher da gewesene. Das glaubt dir keiner. Außer: Die Musik ist wirklich so gut, dass man sie hören muss. Hein Cooper packt die Chance beim Schopf und wirft 10 Tracks ins Spiel. Die Karten sind gemischt, jetzt muss nur noch der richtige Moment kommen. Dann setzt sich die Idee durch.

Der Titeltrack ist ganz nett. Oke weiter. Oh „Rusty“. Totgehört. Also weiter. Huiui Track Nummer 3 ist interessant. Ein klassischer Pop-Song bei dem auch noch gepfiffen wird. Das hat ein bisschen was von Gotye. Also vom Groove und dem Bass, der das Riff und den Rhythmus des Songs vorgibt. Ein absoluter Sommerhit-Kandidat. Aber wie gesagt, ist die Frage, ob man ihn noch braucht. Er überrascht selten.

Mit „Curse My Life“ folgt ein getragener Song, dessen Gitarrenriff schon arg an „Where Is My Mind“ von den Pixies erinnert. „Dopamine“ baut sich ganz langsam und seicht auf. Er experimentiert auch erstmalig mit elektronischeren Elementen. So, dass die Gitarre erstmal in den Hintergrund rückt. Die Tracks des Australiers sind allesamt ziemlich schön. Um es mal so plakativ zu sagen. Es kaum Mal Momente in denen er mal vom Weg seines Songwritings wirklich krass abweicht. Bei „Ouuua Ouuuuaha“ Passagen reagiere ich persönlich mittlerweile immer etwas allergisch. Weil ich mir denke: Ok da fällt ihm grade nichts besseres ein.

Im Grunde genommen landet Hein Cooper hier keine Überraschung. Wenn wir mal ehrlich sind. „The Art Of Escape“ ist ein Album, das mit seiner Schönheit an Songwriting auftrumpfen kann. Es passt gerade so gut zur Jahreszeit in der wir noch bereit sind größere Kompromisse einzugehen. Wer ein Album sucht, dass man unfassbar neue Wege im Singer-Songwriter Tum geht, der wird enttäuscht werden. Für alle, die hingehen einfach nur die Musik im Ohr haben möchten, mal hier und da einen Ohrwurm mitpfeiffen wollen können und dann auch mal in die Tiefe sinken wollen, weil es traurig wird…ja für die ist das Album eine Bereicherung. Auch wenn ich von diesem Musikonsum weg bin, hat mir Hein Cooper mit dem Debüt schon eine schöne Platte vorgelegt.

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