Feature: LOI im Interview

LOI im Interview und Review zur ersten Single

LOI spricht bei uns über ihre erste Single „I Follow“; Fotocredit: Philipp Gladsome

Die junge Musikerin LOI kam nicht aus dem Nichts. Dass sie mit 14 Jahren im Finale von “The Voice Kids” stand, war allerdings gar nicht der Startpunkt für ihre Karriere als Musikerin. Es musste noch vier Jahre dauern, ehe die Pop-Musikerin nun ihre erste Single “I Follow” veröffentlichen sollte. Wenn man sich die Hardfacts mal so ansieht, scheint es so, als würde sie das alles gar nicht so sehr beeindrucken. Bei TikTok hat sie mittlerweile über 163k Follower und 1,3 Millionen Likes. Irre. Denn sie könnte auf TikTok wahrscheinlich einfach irgendwas hochladen und die User würden sie dafür feiern. Da wundert es nicht, dass sie für ein Pfannkuchen Rezept 2 Millionen Views kassiert. Die ZuhörerInnen hängen quasi an ihren Lippen. Das muss man schon so sagen.

Und nun bekommen wir es mit “I Follow” zu tun. Seit Release am 02. April hat der Song jetzt schon fast eine halbe Millionen Streams. Doch was sagen Zahlen schon über so einen emotionalen Track? Es geht ihr vielmehr um das Zwischenmenschliche. Darum, dass jeder Mensch gleich ist, egal welches Geschlecht und auch komplett egal, wie die Person aussieht. Jeder soll sich in seinem Körper wohlfühlen, ihn akzeptieren, wo es nur geht und dafür nutzt LOI ihre Stimme. 

Das Besondere an ihr und ihrer Persönlichkeit ist, wie ich finde, dass sie die Dinge beim Namen nennt und sie auf eine Weise formuliert, die einem ein positives Gefühl vermitteln. Klar nervt sie es, dass es immer noch Menschen gibt, die nicht einsehen, dass jeder gleich ist. Aber sie erhebt nicht zornig ihre Stimme, sondern mit ihrer Musik und die ist umwerfend. Mit einer Wucht und einer Ästhetik schreibt sie diesen Song. So als stünde sie mit dieser Nummer bereits in voll gefüllten Stadien und würde Tausende von Herzen bewegen. 

Zu Beginn kann man nur schwer erahnen, was für eine Wucht sich aus dem Song heraus entwickeln wird. Ein Klavier eröffnet und man fühlt sich zunächst eher erdrückt, weil es gar so melancholisch ist: “All for you, my whole life all for you / We were living in a dream / One day, we’ll love the truth.” Doch dann bauscht sich hier etwas auf, das sich nur schwer bändigen lässt. Sie variiert in ihrer Stimme so variantenreich, bringt uns als ZuhörerInnen immer wieder down to earth und nimmt uns mit, gemäß ihres Textes: “Everywhere you go, I follow”

Also ich muss schon sagen, dass ich hier ziemlich buff bin. So ein starkes Debüt und LOI wird ja noch nachlegen mit weiteren Singles. 

Leonie, du machst dich über deine Musik stark für viele Themen, die in der heutigen Zeit wichtig sind. So auch dafür, dass du dich für mehr Toleranz einsetzt. Was kannst du der älteren Generation mit auf den Weg geben, die diese Werte nicht als so selbstverständlich wahrnimmt, wie wir?

LOI: “Ich finde jeder Mensch sollte so leben und lieben dürfen wie und wen er möchte. Dass überhaupt irgendwann einmal die Debatte aufkam, dass „anders sein“ ein Problem darstellen würde und sich das bis in die heutige Gesellschaft durchgezogen hat, finde ich einfach schlimm! Die Menschen sollten sich mit ihrer Energie viel mehr auf die Probleme konzentrieren, die auch wirklich Probleme sind. Da läuft nämlich einiges schief…”

Dein Werdegang führt uns im speziellen auf die Plattform TikTok. Hier scheint seitdem es die Plattform gibt alles möglich zu sein. Jeder kann über Nacht mit einem oder mehreren kreativen Videos einen regelrechten Push auslösen. Welche Rolle spielt TikTok für dich als Musikerin und auch im privaten und welche Chancen siehst du darin, trotz der Risiken?

LOI: “TikTok hat mir gerade in der Pandemie und dem Lockdown einen gewissen Ausgleich verschafft. Ich war in der Vorbereitung zu meinem Abitur und habe die Plattform genutzt, um mich kreativ auszuleben. Das hat bei mir mit ganz einfachen Covervideos angefangen und ist dann im Singen von Backrezepten gegipfelt. Das zeigt glaube ich ganz gut, wie vielseitig diese Plattform ist. Ein Risiko gibt es natürlich überall und auch ich hatte hier schon meine negativen Erfahrungen, hinsichtlich Hatespeech und einfach blöden Kommentaren, aber im großen und ganzen, ist das bei mir ein ganz netter Umgang. Ein großer Vorteil war natürlich, dass ich meine Musik auch schon vor dem Release auf der Plattform „testen“ konnte und ich so vor allem auch Aufmerksamkeit aus der Musikindustrie bekommen habe.”

Wenn du deinen ersten Single-Release und die Reaktionen auf TikTok und anderen Plattformen in der Retrospektive betrachtest: Was hat dich am meisten davon bewegt und weshalb?

LOI: Also mit am emotionalsten hat es mich erwischt, als ich gesagt bekommen habe, dass ich auf dem Cover von zwei großen Playlisten bin. Als ich das dann auch noch gesehen habe, sind mir schon kurz ein paar Tränen gekommen. 🙂
Was aber teilweise auch sehr rührend ist, sind die vielen TikTok Videos (mittlerweile fast 10.000 Stück), die meinen Sound verwendet haben, um ihre eigenen Videos damit zu untermalen. Da sind dann z.B. Hochzeitsanträge, oder schöne Familienmomente dabei. Das ist schon ziemlich cool zu sehen. 🙂 

Auf TikTok performst du viele Songs aus den 80er und 90er Jahren. Inwiefern ist das eine Zeit/Generation von KünstlerInnen und Songs, die dich stark inspirieren?

LOI: „Just a Small town girl… living in a lonely world….“  Don’t stop believing von Journey ist mein absoluter Lieblingssong. Meine Mum hat sehr lange in einer Coverband gesungen und ich war seit ich vier Jahre als bin immer bei den Proben dabei. Das hat mich musikalisch auf jeden Fall geprägt und ich habe deshalb glaube ich schon immer etwas andere/ältere Musik gehört, als meine Freunde. Ich glaube gerade weil es die KünstlerInnen früher noch nicht so leicht hatten bekannt zu werden, hat sich auch nur ein kleiner Bruchteil durchsetzen können – die waren dafür aber eben mega mega gut. Das ist ein bisschen anders als heute und ich finde das sieht man teilweise sehr an der Qualität der Musik. 

Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie gern würdest du in der jetzigen Situation deinen Song live deinen Fans präsentieren? 

LOI: “Wie weit würdest du in der jetzigen Situation dein Gern-O-Meter erweitern?” 🙂

Wie stellst du dir dein allererstes Konzert nach Corona mit Fans und allem was dazu gehört vor?

LOI: “Also sobald es wieder möglich ist, natürlich am allerliebsten mit allen Menschen auf einmal. Quasi Woodstock 2.0. Aber man muss glaube ich ich realistisch sein und ich denke, dass es erstmal in einem sehr kleinen Rahmen wieder möglich sein wird. Aber ganz egal wie, Hauptsache es geht wieder los. Ich will unbedingt Live spielen!”

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