Feature: Amilli „Hazy Days“

Amilli im Interview über „Hazy Days“

Amilli über ihre Maxi Single „Hazy Days“; Fotocredit: Massimiliano Corteselli

Was der Lockdown mit einem psychologisch angestellt hat, vermag man heute noch gar nicht zu sagen, so auch bei Amilli. Wochenlang einfach abgekapselt von anderen Menschen und niemanden getroffen oder gesprochen zu haben. Bei der Musikerin hat das dazu geführt, dass sie viel mehr Zeit mit sich selbst verbracht hat und in ihrem Kopf alles erstmal zurecht gerückt hat. Die Gedanken waren intensiver und sie haben Amilli auch erstmal nicht losgelassen. Denn daraus entstand jetzt ihre Maxi Single “Hazy Days”. Ohnehin ein eher seltenes Produkt in der heutigen Zeit in der Musikbranche.

Den Titeltrack zum Release hatten wir dir ja schon vorgestellt. Darin beschreibt sie das Gefühl sich selbst lieben zu lernen. Der erste Schritt, um überhaupt auch andere lieben zu können. Amilli hat Selfcare betrieben und versucht sich dadurch ein neues Selbstbewusstsein aufzubauen, neue Routinen in ihren Alltag aufgenommen wie zum Beispiel Meditation und ist daran stark gewachsen. Ihre Track strotzen regelrecht vor Selbstbewusstsein, aber nicht auf eine extrovertierte Art, sondern sie sind druckvoll und geradlinig.

Als Künstlerin offenbart sie sich uns ZuhörerInnen und öffnet sich auf eine Art und Weise, die einer Umarmung gleicht. Sie beweist auch hier mal wieder ihr ausgezeichnetes Gespür für Melodien und nimmt uns soundtechnisch eher mit in die Staaten, als in ihre Heimatstadt Bochum. Eine bittersüße Leichtigkeit liegt auch jetzt immer noch in ihren Tracks. Die letzten zwei bis drei Jahre müssen sich für Amilli angefühlt haben wie in einem Zeitraffer, so schnell und rasant verlief ihr Aufstieg: Zwei EPs, Festivalgigs en Masse und Supportshows für Annenmaykantereit und Giant Rooks. Ihre Maxi Single ist für ihren Verlauf somit also ein weiterer Meilenstein.

Du hattest gerade in der Zeit, als du die Supportshows für Annenmaykantereit und Giant Rooks gespielt hast, oft nicht sicher, ob das alles Sinn ergibt, was du hier als Musikerin machst. Inwiefern ist dein neuer Release mit der Maxi Single “Hazy Days” wie ein musikalischer Anker für dich?

Amilli: Ich bin seit einiger Zeit jetzt sehr viel sicherer in dem wie ich bin und wie ich klingen möchte. Ich habe einfach eine eigene Vision entwickelt und die Songs, die ich jetzt mache bedeuten mir immer mehr, weil ich einfach nochmal viel mehr Energie und Liebe in den Prozess stecke. Und so war das bei den Songs für Hazy Days auch. Ich und Leo haben sehr viel daran rumgefeilt und nie mit dem Gedanken wie wir die erfolgreichsten Songs machen, sondern einfach immer, dass sie für uns am besten klingen und dadurch sind die Songs finde die ich sehr special geworden.

Dass du zu Beginn deiner Karriere nicht so richtig ernst genommen wurdest, hattest du mal in einem Interview erzählt. Du brauchtest als Frau in diesem Business quasi erst Erfolg, damit dich die Leute in dem Business auch wirklich ernst genommen haben. Kannst du dich noch an den Moment erinnern, als du gecheckt hast: “Ok, jetzt bin ich angekommen.”

Amilli: Ich kann das ehrlich gesagt garnicht richtig sagen ob ich mich jetzt als Frau in der Musik mehr angekommen fühle. Mir ist es einfach immer egaler. Es gibt immernoch Situation, in denen man anders behandelt wird, aber ich bin mittlerweile auch schlagfertiger geworden um dem einfach entgegenzutreten.

In deinen neuen Songs gibst du sehr viel von dir Preis. Du sagst zwar, dass das auch etwas Befreiendes in dir auslöst. Aber inwiefern ruht in dir immer noch ein gewisser Respekt davor, dich nicht vollkommen zu öffnen?

Amilli: Beim Musik machen steckt man ja seine ganze Gefühlswelt in einen Song und es ist einfach ein bisschen gruselig das zu veröffentlichen aber halt auch voll schön. Das ist einerseits befreiend und macht einen auf eine gute Art und Weise verletzlich. Wenn sich Menschen außerdem damit irgendwie identifizieren können oder irgendwas daraus ziehen, ist es das auch vollkommen wert.

Mit deinen Songs erhoffst du dir, dass sie sich für uns als ZuhörerInnen anfühlen, wie wenn du sie umarmst. Nach fast 2 Jahren Pandemie und etlichen Lockdowns später: Wie groß ist der Drang wieder ein “intime” Beziehung zu deinen Fans wieder aufleben zu lassen?

Amilli: Sehr groß. Ich hab so Lust wieder viel Live zu spielen und Gesichter zu sehen und echte Menschen, die meine Songs mitsingen. Einfach wieder im echten Leben die Musik miteinander teilen.

Amilli LIVE:

15.08.21 Köln HEADLINE
02.09.21 Magdeburg (Giant Rooks Support)
03.09.21 Losheim (Giant Rooks Support)

 

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