Video: Drangsal “Turmbau zu Babel“

Drangsal zeigt neues verstörendes Video

Drangsal zeigt neues Video

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Wer es nicht mehr bis zum 27. April aushalten kann, hat Glück gehabt. Hier kommt der erste Vorgeschmack auf das neue Werk von Drangsal. Redakteurin Silke Knauer hat sich für Euch den Kopf zermartert, nun seid ihr dran:

Das Debütalbum “Harieschaim“ gefiel mir besonders gut, wegen dem 80er Jahre Electro-Sound, der gerade im Song “Allan Align“ fein an “The Cure“ erinnert hat und mich direkt mitgenommen hat. Nachdem ich nun das neue Video “Turmbau zu Babel“ gesehen habe, saß ich erstmal direkt mit offenem Mund da und wusste nicht, ob mich das jetzt auch so mitnimmt. Verglichen wird der Sound direkt mit den alten “Ärzte“-Platten und das war auch so ziemlich mein erster Gedanke: Reiner Deutsch-Pop, der hier weit entfernt von dem hallenden 80er-Klang der ersten Platte ist. Aufgefallen ist der Sänger und Songwriter Max Gruber schon immer. Er kommt aus einem kleinen Städtchen in der Nähe von Landau. Autodidaktisch hat er sich die Musik beigebracht und schaffte es schnell Aufmerksamkeit damit zu erregen. Der Titel des neuen Albums “Zores bedeutet im südwestdeutschen soviel wie “Ärger, Durcheinander, Wirrwarr. Aber auch Gesindel, von dem man sich fernhalten soll“. Max sagt selber, dass es besser ist, sich von ihm fern zu halten und dass er meistens wütend ist. Also ein ziemlich selbstbeschreibender Titel. Das Lied “Turmbau zu Babel“ hat Max bereits mit 14 Jahren geschrieben hat, umso erstaunlicher ist es nun, dass er diesen Song als erste Auskopplung für das neue Album gewählt hat.

Hier ist aber nichts dem Zufall überlassen, er wollte genau diesen Einstieg für sein zweites Werk: “Mir geht es gut, weil ich weiß, hier gibt es nichts mehr zu verlieren. Nichts mehr von Wert in meinem Besitz!“ Das Video kommt düster und verrückt daher. Ein kleiner See, Menschen in Kostümen, nackte Haut und ganz viel Fisch und Schuppen und Eingeweide und Flüssigkeiten sind schon ziemlich bizarre Bilder, die hier auf mich einstürzen. Die Musik will nicht so ganz dazu passen. Sänger Max Gruber steht im getrockneten Schlammkleid und singt wütend und mit klarer Stimme die Zeilen heraus.

„Ich schwitze Blut, wenn ihr mich zwingt, in Euerm Rhythmus zu marschieren, wenn ihr glaubt ihr könntet mich kontrollieren“. Der Song hat etwas von Protest von Nähe, von Verlangen und Ablehnung „Gib mir doch bitte deinen Kuss, die Lippe wünscht Zusammenschluss“ versus “Ach, gib mir deinen Zugenkuss! Wenn nicht setz‘ ich mir den gold’nen Schuss!“ Interpretationen darf es hier wohl viele geben. Der Turmbau zu Babel als Bibelgeschichte über den Bau eines Turms, der bis an den Himmel reichen sollte, um die Menschen Gottgleich zu machen und ein Gott, der das ablehnte, indem er den Menschen verschiedene Sprachen sandte und der Turm nicht zu Ende gebaut werden konnte. Die Welt ist im Umschwung und die Menschen auch. Tiefgreifend könnte man in den Satz „Der Turmbau zu Babel Finde keinen Trost in Deinem Schoß“ ein Scheitern im Leben bezeichnen. Auf dem Weg nach Oben abgelehnt zu werden und wirr uns verärgert zurückgelassen zu werden.

Ich bin nun doch gespannt auf das neue Album und habe mir genug den Kopf zerbrochen. Seht und denkt doch selbst:

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