David Stellner

Songwriting als Handwerk – Neues Album von David Stellner

David Stellner mit neuem Album im Gepäck; Fotocredit: Magdalena Bloder

David Stellner mit neuem Album im Gepäck; Fotocredit: Magdalena Bloder

Gerade eben war David Stellner noch auf kleiner Tour in Süddeutschland. Jetzt erscheint mit „Mein lieber Freund und Zwetschkenröster“ das zweite Album des Wiener Liederschreibers. Wir haben mal reingehört.

Beim ersten Track des neuen Albums, den ich zufälligerweise mit „Soewa gstrickte Socken“ gehört hatte, musste ich schon ordentlich schmunzeln. David Stellner ist mit seinem zweiten Album mittlerweile ein wahrer Entertainer geworden. Es braucht nur ihn, die Geige, die ihn zum Duo macht und ausgefallene, sau freche österreichische Texte. Da spricht einem David Stellner aus der Seele. Es geht doch nichts über selber gestrickte Socken. An kalten Winterabenden ist das wohl wirklich das schönste, das es gibt. Das ist schon so ein Kernpunkt in den Songs des Wieners, denn David Stellner ist reifer geworden und die Geschichten, die er uns unbedingt erzählen möchte, grenzen an Slapstick, Kabarett und äußerst talentierte Songschreiberkunst. David betreibt das wie ein echtes Handwerk.

Das Album hält unglaublich viele kleine Geschichten bereit. Die teils bitterböse wie „Bibione“ daher kommen. Oder einfach nur erfrischend schön wie „Adeng Adeng“. David Stellner macht das wirklich grandios. Vor uns steht ein echter Liederschreiber. Jemand, der die Musik im Blut hat und das unbedingt nach außen tragen möchte. Dabei möchte er so oft es geht spielen. Vor uns sitzen, seine Gitarre schmettern und uns diese Perlen voll von Liebe, Heimat und unterhaltsamen Geschichten vortragen. Fast könnte man den Eindruck gewinnen, dass David Stellner nur frohlockend spielen könnte. Aber dann packt er auch aus dem Nichts eine Ballade wie „Sei linker linker Plotz“ aus. Gleich danach folgt wieder eine aberwitzige Geschichte, die in einem österreichischen Gasthof spielt „Im Gasthaus zum Alex“. Genau dieser Song ist es, der auch exemplarisch für die Verspieltheit und das Mitteilungsbedürfnis des Österreichers steht.

Seit dem letzten Album „Wenn da Vollmond scheint“ hat sich eine gewisse Entwicklung weg vom Mundart-Pop Songschreiber und hin zum reinen Mundart-Musiker. David Stellner hat sich da eine wundervolle Nische geschaffen. Gerade bei all den Bands und Musikern, die in den letzten Monaten aus Österreich zu uns nach Deutschland kamen, ist das gar keine so schlechte Idee. Mit Raphael Widmann (Geige, Gesang) hat David eine tolle Begleitung mit ins Boot genommen. Das passt sehr gut zusammen.

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