Das Soundkartell präsentiert: Friska Viljor im Interview

Das Soundkartell präsentiert: Friska Viljor im Interview

 

Quelle: Christian Rockstroem

Quelle: Christian Rockstroem

Exklusiv hat sich das Soundkartell mit den Schweden Joakim und Daniel von Friska Viljor unterhalten. Dabei sprechen sie darüber, wie persönlich ihre Texte sind, was die Deutschen besser können, als die Schweden und über ihr neues Album „Remember Our Name“. Das ganze Interview lest ihr, wenn ihr weiterklickt.

Wie persönlich sind eure Texte? Welcher Dad ist z.B in „Dear Old Dad“ gemeint?

Daniel: Die sind sehr persönlich. Bei „Bite Off Your Head“ geht es um einen Kumpel, der ein Arsch zu meinem Dad war und darum, was ich am liebsten mit ihm tun würde. In „Dear Old Dad“ geht es um den Vater von Joakim. 

Wer von euch beiden schreibt an den Texten? Ihr beide?

Bis zum neuen Album „Remember Our Name“ hat bisher alles Joakim geschrieben. Auf diesem Album hat Daniel drei Songs selbst geschrieben. 

Wer singt denn alles in „You meant nothing“ mit? Da singen ja eine Menge anderer Leute. Wer sind die?

Das sind vor allem Familie und Freunde. 

Was ist kälter: eine frigide schwedische Volleyballerin oder beispielsweise ein Gig in Österreich?

Definitiv: Ein Gig in Österreich. 

Ihr seid nun beim fünften Album angelangt. Wie eng ist eure Freundschaft mittlerweile und was beudeutet für euch Freundschaft noch bei dem Erfolg den man als Musiker hat?

Unsre Freundschaft ist so eng wie zuvor auch schon. Wir sind beste und engste Freunde, aber seitdem wir Väter geworden sind, verbringen wir auch automatisch weniger Zeit miteinander. Nach der jetztigen Tour gehen wir aber erstmal in Vaterschaftsurlaub. So wollen wir die Zeit nachholen, die wir zusammen verloren haben. 

„Von unserer Musik können wir noch nicht leben.“

 

Welche Bedeutung haben hingegen wirkliche Fans für euch?

Eine sehr große! Ohne sie würden wir hier nicht stehen! 

Eure aktuelle Single „Boom Boom“ ist ungewohnt poppig geworden. Wie kam es dazu? Ging der Schritt bewusst in diese Richtung? Verschreckt ihr dabei nicht eure treuen Fans?

„Boom Boom“ entstand bereits 2007. Wir haben`s in unzähligen Versionen versucht, wirklich. Aber wir waren bisher nie glücklich, was dabei am Ende herauskam. Jetzt haben wir es endlich geschafft eine Version zu produzieren, auf die wir wirklich stolz sind. Falls sich einige dadurch abgeschreckt fühlen, mein Gott so sollen sie es sein. Diejenigen, die uns von Beginn an begleiten, hören, dass es die gleichen Melodien sind, wie auch schon bei unserer restlichen Musik. Sobald wir uns nicht mehr an unserer Musik ausprobieren würden, wäre das schließlich ja total langweilig und wäre das Ende unserer Musik. 

Wenn euer neues Album „Remember Our Name“ ein Wein wäre, welche Note hätte er?

Trink mich laut. Wenn die Flasche leer ist: hol ne neue her! 

Könnte Friska Viljor noch existieren, wenn einer von euch aufhören würde, wegen Familie oder dergleichen?

Nein! 

Seit wann könnt ihr mit eurer Musik alleine leben ohne eure Berufe? Oder übt ihr die immer noch aus?

Nein, können wir noch nicht. Joakim arbeitet ja noch als Lehrer und ich arbeite nebenher noch als Tourmanager und Sounddesigner. 

 

„Musik ist keine Wissenschaft. Sie ist immer noch Kunst und      sehr subjektiv.“

 

Um was geht es in „Flageoletten“? Verwendet ihr dort das erste mal soetwas wie eine elektronische Orgel?

In „Flageoletten“ geht es vor allen Dingen um eines: Nostalgie! Und darum in der Vergangenheit zu leben, aber doch in der Gegenwart leben zu wollen. Nein, das ist die gleiche Orgel wie zuvor auch schon oft verwendet. 

Euer Sound hat sich seit eurem Debüt nicht grundlegend geändert. Wie schafft ihr das? Kein Druck vom Label, mal anders zu klingen?

Wir denken, dass wir uns gar nicht großartig verändert haben, seitdem es uns als Band gibt. Der Grundstein, also die Melodien, sind also immer noch die gleichen. Und die werden wir auch nicht verändern. Haha, nein. Wir releasen unsere Sachen ja auf dem Label von Daniel. Es gibt also keinerlei Druck vom Label! 

Daniel, du singst ja sogar auch mal auf der Platte. Warum mischt du dich da denn jetzt ein?

Ich wüsste nicht, wie ich auf die Frage antworten sollte. Wenn Dir die Songs nicht gefallen, dann schalt doch einfach weiter! 

Wie sind eure neuen Songs entstanden? Habt ihr alte Muster und Bräuche über Bord geworfen?

Seitdem wir beide Väter sind, haben wir enorme Probleme Zeit füreinander im Studio zu finden. Einige der Aufnahmen wurden getrennt voneinander aufgenommen, dann haben wir uns am Ende immer getroffen und abgecheckt, was daraus geworden ist. 

Wenn ihr an euren Songs schreibt, wäre das größte Klischee doch, sich in Schweden in einer Hütte einzusperren. Wäre das etwas für euch? Oder versperrt ihr euch dem Zwang Musik zu produzieren?

Sicher, das wäre doch toll! Es ist ja auch ein Klischee, weil es funktioniert. Isoliert zu sein ist der beste Weg mit dem Musik machen anzufangen. 

Quelle: Christian Rockstroem

Quelle: Christian Rockstroem

 

Wo seht ihr euch in 10 Jahren? Wird da noch jemand an euch erinnern?

Um 10 Jahre älter. Hoffentlich. 

Inwiefern ist euer Sound im Vergleich zum Debüt komplexer geworden? Ich habe zumindest den Eindruck, dass die Songs früher einfacher gestrickt waren.

Musik ist keine Wissenschaft. Sie ist immer noch Kunst und sehr subjektiv. Wenn du unsere Musik als solche empfindest, so ist das dein eigener Eindruck. 

Joakim, wieso trägst du eigentlich seit all den Jahren diese Matte? Ihr erfüllt dadurch doch nur das Klischee des Holfällerhemdentragenden vollbärtigen Schweden. Spielt ihr sogar ein bisschen mit dem Bild oder ist das eher unbewusst?

Wie schaust du denn aus? Hast du kurze Haare und keinen Bart? Ich denke nicht, dass ich davon unbewusst bewegt werde. 

Ist die Stimme euer wichtigstes Instrument? Alles andere könnte man ersetzen? Meine Mutter sagt zu euch immer: „Der singt doch total schief…muss er das so machen?“

Die Stimme ist schlicht ein Instrument, und sie klingt so, wie sie klingt. Punkt. Sie zu ändern, wäre falsch für mich. Unsre Musik spricht eben nicht jedermann an. Vielleicht solltest du deine Mutter von unsrer Musik fernhalten! 

Friska Viljor ist mitunter einer der besten Bandnamen seit Jahren. Inwiefern ist er schon zu eurem Markenzeichen geworden?

Wir tragen diesen Namen seit 2006, also ja: Es ist definitiv unser Markenzeichen! 

Zwei Dinge, die die Deutschen besser können als die Schweden:

Bockwurst und Weizen!

 

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