Blind Freddy – Authentisch, leidenschaftlich und tanzbar

Blind Freddy

Bei der nächsten Band verweilen wir noch etwas in München und wir kommen zu einer Gruppe, dessen eigene Bandbeschreibung zeigt, mit wie viel Selbstvertrauen die jungen Burschen Michael, Kerim, Thomas und Timothy an ihre Projekt „Band“ herangehen: „Wenn die Welt 2012 schon untergeht, dann zumindest mit Blind Freddy in den Herzen und Köpfen aller Menschen.“Auch wenn die Welt Ende 2012 nicht untergeht, könnte es Blind Freddy tatsächlich schaffen aus ihrem Projekt etwas Großen werden zu lassen. Zuletzt haben sie den ganz großen Wurf geschafft und spielen dieses Jahr bei Rock am Ring!

Dübetiert haben die Jungs aus München im vergangenen Sommer mit ihrer ersten Platte „Presents Of Light“ und darauf hört man äußerst tanzbaren Indie-Rock.

Mit der musikalischen Früherziehung ist es immer so eine Sache. Wenn man erzählt, dass man früher einmal Blockflöte gespielt hat, wird darüber eher gelacht. Dem Sänger Michael dagegen merkt man es stimmlich an, dass er seit seinem 6. Lebensjahr im Knabenchor gesungen hat und somit auch klassischen Gesangsunterricht erhielt. Die Vocals der Band Blind Freddy können sich somit auf jedenfall hören lassen und auch die restliche Begleitung durch Schlagzeug, Gitarre und Bass fügen sich wie ein Puzzle zusammen.

Ich hatte während meiner Zeit als Praktikant beim Radio die Gelegenheit die vier Jungs kennenzulernen und sie überzeugen einen mit ihrer Authentizität und Ehrlichkeit. Diese beiden Eigenschaften übertragen sie auch gekonnt auf ihre Live-Auftritte, die sich in den letzten Monaten gehäuft haben.Wenn man das Album gehört hat und sie das erstemal live gesehen hat, wird man merken wie viel Potential Blind Freddy besitzt und auch bereit ist alles dafür zu tun, um es auch voll ausschöpfen zu können.

Das Debüt leitet mit „Passion Lane“ ein und eröffnet sogleich den Tanzreigen. Ein passendes Bassintro, die dann einsetzende Gitarre und aufeinmal ändert sich zweimal der Rhythmus, bis dann letztendlich ab Minute eins die Stimme einsetzt. Hier mutet ein ähnlicher Sound wie bei den Kilians an, aber auch Einflüsse der Arctic Monkeys sind deutlich hörbar. Ein sehr guter Einstieg, der sogleich von „Mr. Burns“ übertroffen wird. Denn hier hört man den wirklich besten Track auf der Platte. Mit diesem Song haben die Jungs letztes Jahr auch das Voting zum Sonnenrotfestival gewonnen. Und das zurecht. Der Song ist ein wahrer Ohrwurm und vor allem live ist er ein absoluter Tanzgarant.

Auch „Fever“ knüpft an die vorgegebene Marschrichtung an, und spätestens hier erinnern die Gitarrenriffs an die der Arctic Monkeys. Aber dennoch klingen Blind Freddy anders und wahren ihren eigenen Klang. Der nächste Wurm für das Ohr heißt „Up All Night“ und hält gekonnt das Niveau hoch. „Transylvanien Nights“ fällt dagegen dabei etwas aus der Reihe, doch wird schon im nächsten Moment durch den Song mit dem ulkigen Titel „Wuerstl`s Bude“ aufgefangen. Die Gitarrenriffs laden auch hier im Refrain wieder zum Tanzen ein und Blind Freddy verwendet ganz passend ein Rock`n Roll Riff. Danach folgt mit „A Place Only The Sun Could Ever Find“ ein Track ohne Vocals. Gut ist er allemal, obschon man hier eher davon ausgehen muss dass es sich eher um eine kleine Verschnaufspause handelt.

Es folgen drei weitere sehr gelungene Songs und mit Track 11 „I Wanna“ nimmt die Platte nochmals Fahrt auf. Blind Freddy bringt einen dabei wirklich zum Schwitzen.

Doch sie können es auch gelassener und romantischer. Denn ein Album ist ja kein vollständiges Album ohne eine Ballade oder auch zwei. Diese bekommt man mit „Barefoot Through The Streets“ und „More Like Me“, dieser ist jedoch etwas lauter. Was dem Balladencharakter aber nicht schadet.

Ungewöhnlich ist lediglich der musikalische Abgang vom Debüt „Presents Of Light“. Denn hier erklingt ein spanischer Track, der Bläser und eine spanische Gitarre enthält. Wie gesagt, das ist etwas ungewöhnlich, aber dadurch, dass auch dieser qualitativ von den anderen Titeln nicht abfällt, kann man darüber hinweg sehen.

Man muss schon sagen, dass Blind Freddy ein sehr beachtliches Debüt vorgelegt hat. Beinahe alle Songs klingen sehr routiniert und versprühen auch noch eine gewisse jugendliche Leichtigkeit. Ich kann mir hier ein persönliches Urteil über die Qualität nicht verkneifen, denn als ich die Band bei ihrer Releaseparty letztes Jahr gesehen habe, war ich sofort hellauf von ihnen angetan und ich denke ich bin nicht der einzige, der ihnen eine große Zukunft auf den Bühnen zutraut. Die Qualität und das Potential haben sie dazu.Vor allem live arbeiten sie mit viel Herzblut und Leidenschaft

Es ist nur leider schade, dass die Aufnahmen auf dem Album sehr matt klingen. Den Songs tut das jedoch keinen Abbruch und man sollte es sich nicht nehmen lassen, Blind Freddy live zu sehen. Die Gelegenheit sollte man im Festivalsommer hier im Raum Bayern bekommen, denn sie spielen auf etlichen regionalen Festivals. Man kann und muss also gespannt sein, was das Jahr 2012 für Blind Freddy bringen wird. Aber man sollte hoffen, dass es nicht zum Untergang kommt, sondern dass Blind Freddy den Sprung schafft.

Hier gibt es nun in voller Länge den sehr guten Titel „Mr. Burns“!

[soundcloud]http://soundcloud.com/soundkartell/mr-burns[/soundcloud]

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