Benni Benson

Benni Benson „Alles Ist Ehrlich“ Rezension

Benni Benson Albumrezension; Fotocredit: Maxim Abrossimow

Benni Benson Albumrezension; Fotocredit: Maxim Abrossimow

Anfang November erschien von Benni Benson „Alles Ist Ehrlich“ und hier gibt es die Rezension beim Soundkartell.

Benni Benson, es ist schon furchtbar. Furchtbar schwer. In einer solchen Haut möchte ich nicht stecken. Da fühle ich mich als „Kritiker“ auf der anderen Seite dann doch wohler. Denn ich möchte niemals in der Haut eines Benni Benson stecken. Oder doch? Gerade nach einem solchen Album wie „Alles Ist Ehrlich“? Könnte sein, denn ich tauche ein in ein Werk eines umtriebigen Augsburgers.

Manche würden sagen: In Berlin oder Hamburg hätte er es doch einfacher! Zieh doch da hin! Da kriegst du sie rum mit deiner Musik. Aber ich bin da ganz bei Benni Benson, den ich als umtriebigen, fleißigen, wahrscheinlich manchmal auch als sehr verzweifelten Musiker kennen und schätzen gelernt habe.

„Alles Ist Ehrlich“ ist eine Platte mit 12 Songs, die natürlich wer hätte es anders erwartet, nicht über den Syrien-Konflikt kreisen. Oder über die Flüchtlings-Thematik debattieren. Nein. So gesehen ist Benni wieder einer von vielen. Aber genau aus diesem Sumpf herauszukommen wie ein Songwriter-Phoenix aus der Asche, das ist die hohe Kunst des Songwritings

Hier glänzt nichts. Alles ist eher stumpf, verblasst, eingedampft. Denn Benni Benson dreht sich in seinen Songs nicht zu einem großen Publikum. Im Gegenteil. Er wird persönlich. Und auch wenn ich das „Hand sanft auf die Schultern lege“ ja abgrundtief nicht mag, dürfte Benni Benson das. Zum Beispiel mit seinem Abschluss-Song des Albums „Irgend“.

Er ist einer, dem ein Zuhörer vertraut, zuhört, sich ihm zuwendet. Auch wenn er immer Gefahr läuft beliebig zu klingen. Denn über die Thematik, für etwas wirklich zu brennen, Liebe, Abschied und was nicht noch alles haben schon zahlreiche vor ihm getextet.

Klar das ist romantisch. Klar das ist vor allem live auch manchmal eher Kuschel-Musik. Aber trotzdem ist das zutiefst ehrlich. Zum versinken wie in „Tsunami“. Wenn ich den Song mit einem Begriff oder Zustand beschreiben müsste, wäre es die leicht warme Butter, die beim Frühstückstisch steht. Nicht zu weich und nicht zu fest.

Ich weiß noch wie ich zu einer Bloggerfreundin mal gesagt habe: Ach ich mag den Benni Benson ja total gerne. Aber seine Musik, da fehlt mir einfach das Neue. Live ist der super, keine Frage. Aber irgendwie ist es nichts Neues, nichts das mich wirklich packt. Er wird leider, so gerne ich es ihm wünsche nicht weiterkommen

Das habe ich wirklich gesagt und da ist es mit der Platte an der Zeit diese Worte zurück zu nehmen. Sich zu entschuldigen. Denn manchmal ist es eben so, wie mit einer neuen Wohnung, einem neuen Ort: Man muss sich erst zurecht finden. Und genau das habe ich mit „Alles Ist Ehrlich“ getan und geschafft. Danke für die tolle Platte Benni und Entschuldigung nach Augsburg!

Ich kann mich nämlich noch genau erinnern wie du mir beim Gig von A Tale Of Golden Keys deine Kassette in die Hand gedrückt hast und gesagt hast: „Es ist Zeit. Zeit für ein Album.“ Du hast es geschafft und ein wirklich super schönes, am Ende bleibendes Album geschaffen.

Am Ende von „Irgend“ hallt alles nur aus. Ein wunderschöner Schlusspunkt.

Besondere Anspieltipps: „Flimmern“, „Hier & Da“, „Irgend“

✪✪✪✪ (4 von 5 Sternen)

 

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